Contwig
Wasserrohrbruch in Stambach – „Das sah aus wie ein Bombenkrater“
Gleich zweifach Pech hatte im vergangenen halben Jahr ein Anwohner der Stambacher Ortsdurchfahrt. Nachdem im Oktober nach einem Wasserrohrbruch in der Ortsdurchfahrt bereits der Keller seines Hauses vollgelaufen ist, wiederholte sich das Unglück am Dienstagnachmittag. Betroffen war dasselbe Trinkwasserrohr, nur diesmal fünf Meter weiter Richtung Ortsmitte.
Die Ortsdurchfahrt, die Landauer Straße, war die ganze Nacht komplett gesperrt, das Wasser für rund 50 Anwohner abgestellt. Mitarbeiter der Verbandsgemeindewerke arbeiteten bis Mittwochmorgen, und Helfer des THW versorgten die Anwohner mit Wasser in Kanistern für Getränke, zum Kochen und für die Toilettenspülung. Für die Werke ist dieser zweite Rohrbruch in wenigen Wochen Grund, über die Komplettsanierung der rund 80 Jahre alten Leitung nachzudenken.
Das Wasser unterspülte große Teile der Straße
„Am Dienstagnachmittag hat sich ein Anwohner gemeldet, und zwar der gleiche wie im Oktober, als ebenfalls ein Wasserrohr geplatzt ist“, bestätigte auf Anfrage der Leiter der Verbandsgemeindewerke, Eckart Schwarz. Und er erinnerte sich an den Wasserrohrbruch im Herbst, als bei der Reparatur eine Gasleitung beschädigt wurde und Anwohner ihre Wohnungen verlassen mussten. Auch der Rohrbruch am Dienstag war keine Kleinigkeit. Gas trat zwar nicht aus, dafür unterspülte das ausgetretene Wasser große Teile der Landauer Straße. „Das ist genau dieselbe Leitung wie im Oktober, nur lag diesmal die Bruchstelle fünf Meter weiter in Richtung Ortsmitte“, erklärte Schwarz.
Über die parallel verlaufende Schulstraße ließ sich die Baustelle zwar umfahren, aber die Ortsdurchfahrt wurde bis Mittwochvormittag komplett für den Verkehr gesperrt. „Wir wollten kein Risiko eingehen, weil große Teile der Straße unterspült waren. Wir konnten nicht ausschließen, dass vorbeifahrende Autos einbrechen“, begründet Schwarz die Vollsperrung. Damit wollte man verhindern, dass es vielleicht doch jemand ausprobiert.
„Das sah aus wie ein Bombenkrater“, macht Eckart Schwarz das Ausmaß der Ausschwemmung klar. Bei Scheinwerferlicht und mit Baggern und Schaufeln haben die Mitarbeiter die ganze Nacht gegraben und das Rohr repariert. Mit „Ich geh’ jetzt mal heim ins Bett“, meldeten sich am Morgen die Beteiligten ab, weil sie 24 Stunden am Stück gearbeitet hatten, bis das Rohr wieder dicht war.
Drei Straßen übereinander, die Rohre sind 80 Jahre alt
Generell hielten Wasserleitungen eigentlich lange, allerdings stammten sie alle aus ungefähr der gleichen Zeit, weshalb auf die Werke wohl der Komplettaustausch der Leitungen in der Stambacher Ortsdurchfahrt zukommt, sagte Schwarz. Die betroffene Leitung liegt sehr tief und ist wohl zusammen mit der ersten Straße gebaut worden.
Denn die jetzige Stambacher Ortsdurchfahrt wurde auf zwei älteren Straßen aufgebaut, deren unterste einen ganzen Meter tiefer liegt als die aktuelle Straßendecke – was sowohl Reparaturen als auch die Sanierung nicht gerade einfacher macht. „Nach Stambach fahren wir gar nicht gerne für Reparaturen“, gab Eckart Schwarz zu. Und schob nach: „Wir werden wohl nicht drumherum kommen, die ganze Leitung in der Stambacher Ortsdurchfahrt auszutauschen. Den jetzigen Zustand kann man den Leuten nicht zumuten“.
Contwig wurde ausgebaut, Stambach nur neu asphaltiert
Dies muss dann allerdings als eigene Baumaßnahme passieren, die in keinem Wirtschaftsplan vorgesehen ist. Normalerweise werden Leitungen neu verlegt, wenn sowieso ein Straßenausbau oder eine -sanierung vorgesehen ist. Dadurch spart man Geld, und man kann die Kosten aufteilen. Ein Ausbau ist in Stambach allerdings auf Jahre hinaus nicht vorgesehen. „Die Straße ist in gutem Zustand, da müsste eher die Contwiger Ortsdurchfahrt dran sein“, so Schwarz. Die wurde zwar vor 20 Jahren ausgebaut, sei aber in einem schlechteren Zustand als die in Stambach, die vor 15 Jahren nur abgefräst und neu asphaltiert worden war.
Beim Landesbetrieb Mobilität LBM, den die Werke am Dienstagnachmittag zusätzlich zur Polizei wegen der Straßensperrung informierten, steht die Stambacher Ortsdurchfahrt auch nicht auf der Prioritätenliste. „Vielleicht können wir den Austausch vorziehen statt anderer Ausbaumaßnahmen, die nicht so dringend sind“, hofft der Werkleiter.