Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Warum in dem Streit in Contwig alle irgendwo recht haben – und alle irgendwo daneben liegen

Die VT Contwig ist der größte Verein im Zweibrücker Land. Das Foto entstand bei der Kinderolympiade 2019.
Die VT Contwig ist der größte Verein im Zweibrücker Land. Das Foto entstand bei der Kinderolympiade 2019.

Bei dem Streit um den Zuschuss für die VT Contwig kann man alle Beteiligten verstehen. Und gleichzeitig über alle den Kopf schütteln.

Es geht um 300 Euro, von denen die VT Contwig sagt, dass sie sie gar nicht unbedingt braucht, und von denen die Politiker sagen, dass die VTC sie ja doch bekommt. Trotzdem hat sich der Streit hochgeschaukelt. Man kann aber alle verstehen und allen zustimmen. Und gleichzeitig über alle den Kopf schütteln, weil jeder unglücklich gehandelt hat.

Walter Hüther ist Vorsitzender der VT. Natürlich ärgert der sich, weil er sich mehr Verständnis und Unterstützung gewünscht hätte. Das Vereinsleben liegt seit einem Jahr brach, Einnahmen fehlen, und der Rat hätte dem Zuschussantrag durchaus noch zustimmen und erst dann eine neue Satzung beschließen können. Aber Hüther sitzt im Vorstand der CDU. Dass er nur die SPD und David Betz so heftig angeht, ist dann doch zu einfach. Seine CDU hat die Mehrheit im Gemeinderat, und ohne sie wäre der Antrag doch gar nicht durchgegangen. Und später anzudeuten, die Sache sei nur vertagt worden, weil Hüther in der CDU ist, ist billig.

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Und David Betz? Natürlich hat der recht, wenn er klare Richtlinien fordert. Wenn er darauf hinweist, dass es keinen Unterschied macht, ob der Rat dem Zuschuss jetzt zustimmt oder in vier Wochen. Und dass eine Fassade etwas anderes ist als eine Sprungmatte. Aber zu fragen, ob der Außenputz einer Turnhalle überhaupt dem Sport dient, das war mindestens unglücklich formuliert. Zumal er ja später klar sagte, dass die VT natürlich den Zuschuss bekommt. Und anstatt in der gleichen Sitzung zwei anderen Anträgen zuzustimmen, hätte der Rat besser alle vertagt oder keinen.

Zuletzt Nadine Brinette: Ja, wenn alle sagen, der Antrag geht sowieso durch, dann kann man ihn jetzt auch vom Tisch haben. Zumal er noch vom letzten Jahr ist. Aber das muss man doch nicht übers Knie brechen – gerade mal zehn Tage später, ohne Not im schriftlichen Verfahren ohne Sitzung. Gerade weil es im Rat diese Diskussionen gab, muss er noch mal drüber reden.

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