Contwig
Warum die Schranke unten bleibt, obwohl sie laut Bahn einwandfrei funktioniert
Dass die Schranke in der Contwiger Bahnhofstraße manchmal lange nicht mehr hochgeht, liegt nicht am Bahnübergang, sondern am Zug. Das hatten Techniker bereits Mitte Februar vermutet, als die Schranke wieder einmal geschlossen blieb, nachdem ein Zug durchgefahren war. Sie hatten an der Schranke selbst keinen Defekt finden können. Laut der Pressestelle der Deutschen Bahn war die Anlage vom 12. bis 16. Februar fünfmal gestört. „Wir haben daraufhin alle technischen Komponenten in einer Sonderinspektion überprüft und dabei keinerlei Mängel festgestellt. Die weitere Untersuchung ergab, dass ein Defekt an einem Fahrzeug ursächlich für die Störung war. Dieser wurde umgehend behoben“, teilte die Bahn mit.
Wenn die Schranke den Zug nicht versteht
Die Schranke werde durch den Zug ein- und ausgeschaltet. Das passiere im Gleis, wenn der Zug durchfährt. Den Fehler in Contwig erklärt die Bahn so: Bei dem betroffenen Zug habe ein Teil der im Fahrzeug verbauten Technik nicht korrekt mit der im Gleis verbauten Steuerung des Bahnübergangs kommuniziert – deshalb blieb die Schranke geschlossen. Nähere Erklärungen wollte die Pressestelle nicht geben – sagte aber zu, der RHEINPFALZ das Ganze vor Ort mit einem Techniker zu erläutern, falls der Fehler in den kommenden Monaten erneut auftreten sollte. Der Fehler trete nur in Contwig auf, nicht an anderen Übergängen auf der Strecke Saarbrücken-Pirmasens.
Die Art, wie ein Bahnübergang gesichert wird, kann sich von Ort zu Ort auf der gleichen Bahnstrecke unterscheiden. Grob lassen sich drei Arten unterteilen: Ein Schrankenwärter bedient die Schranke, der Zug löst sie aus, oder sie wird über ein Signal und übers Stellwerk geschaltet. Bei der zuggesteuerten Schaltung passiert der Zug eine bestimmte Stelle vor dem Übergang und veranlasst dadurch, dass die Schranke schließt – und später, dass sie wieder öffnet. Das ist in Contwig in den fünf Fällen Mitte Februar nicht geschehen.
Bis 2005 wurde die Schranke in Falkenbusch von Hand gekurbelt
Einen Schrankenwärter gab es bis vor 15 Jahren in Falkenbusch. Dort kurbelte ein Bahn-Mitarbeiter immer zur vollen Stunde, wenn sich die Züge aus beiden Richtungen trafen, die Schranken herunter und danach wieder hoch. 2005 wurde die Technik erneuert. Die Schrankenwärter öffneten früher auch die Schranke, die zwischen Falkenbusch und Stambach den Weg zum Wahlbacherhof und zum Werderhof absicherte. Die war immer geschlossen, und wer die Gleise passieren wollte, musste den Schrankenwärter über eine Sprechanlage bitten, dass er sie öffnet. War man auf der anderen Seite, musste man Bescheid geben, dass er sie wieder schließen konnte. Vor 15 Jahren bekam auch dieser Bahnübergang eine neue Technik, und der in Stambach bekam überhaupt einmal eine Schranke. Vorher standen dort nur Andreaskreuze. Der Übergang in Dellfeld – bei der Bahn der Haltepunkt Dellfeld Ort – wurde 2018 erneuert.
Die Technik, um den Contwiger Bahnübergang zu sichern, sei seit 2002 in Betrieb und werde regelmäßig gewartet, schreibt die Bahn. In den vergangenen beiden Jahren habe es keine auffällige Häufung von technischen Störungen gegeben. Allerdings tritt das Problem immer mal wieder auf. Schon vor zehn Jahren hatte die RHEINPFALZ darüber berichtet und das Thema auch zwischendurch wieder aufgegriffen.
In Contwig lässt sich die Schranke umfahren
Das Gefährliche an der Situation in Contwig ist, dass sich der Bahnübergang nur mit einem Umweg über die Zweibrücker Fasanerie oder über Dellfeld umfahren lässt. Außerdem sperren die Schranken nur jeweils eine Fahrspur ab, weshalb man sie im Zickzack umfahren kann – was auch immer wieder Autofahrer tun. Zwar kommt üblicherweise nur zweimal in der Stunde ein Zug, und das auch immer zu den gleichen Minuten, aber morgens und mittags fahren weitere Züge. Zudem kann ein Zug Verspätung haben und dann durchfahren, wenn man ihn anhand des Fahrplans nicht erwartet.
Probleme an Bahnübergängen kommen aber auch in anderen Orten hin und wieder vor. In Rieschweiler war 2015 ein Steuergerät defekt, so dass sich die Schranke nicht mehr öffnete.