Contwig RHEINPFALZ Plus Artikel Gefährliche Bahnschranke: Die Ursache für die Störung könnte ganz woanders liegen

Den Großteil des Tages kommt in jede Richtung nur einmal pro Stunde ein Zug. Manche Autofahrer ignorieren die geschlossene Schra
Den Großteil des Tages kommt in jede Richtung nur einmal pro Stunde ein Zug. Manche Autofahrer ignorieren die geschlossene Schranke und vertrauen darauf, dass sie den Fahrplan kennen. Gefährlich wird es, wenn ein Zug Verspätung hat.

Schon wieder: Die Bahnschranke in Contwig öffnet sich längere Zeit nicht mehr, nachdem ein Zug vorbeigefahren ist. Genervte Autofahrer ignorieren die geschlossene Schranke und fahren durch, wenn sie denken, dass kein Zug kommt. Die Störung wird jetzt Thema im Bürgermeisterwahlkampf. Schon vor zehn Jahren berichtete die RHEINPFALZ über das Problem. Jetzt zeigt sich: Die Ursache könnte ganz woanders liegen, als zunächst vermutet.

„Die Leute haben die Schnauze voll.“ Das sagte schon Ende 2011 eine Anwohnerin im Gespräch mit der RHEINPFALZ, die damals mehrfach über das Problem berichtete. Alle vier bis sechs Wochen bereite die Schranke Probleme, bleibe manchmal eine halbe Stunde geschlossen und öffne erst wieder, wenn der Folgezug durchfährt, erzählte die Anwohnerin damals. Der Verkehr staue sich dann bis zum Rathaus, manchmal müsse die Polizei kommen und den Verkehr regeln.

Wenn ein Zug Verspätung hat, kann es tödlich enden

Die betroffene Bahnhofstraße/Truppacher Straße ist ein wichtiger Anschluss zur A8, zum Outlet Center und in Richtung Hornbach und Frankreich. Wer korrekt handeln will, aber nicht warten möchte, bis die Schranke aufgeht, dem bleibt nur die Umleitung über Dellfeld und die Autobahn oder über die Fasanerie in Zweibrücken. Da die beiden Arme der Schranke nur eine Spur blockieren, lassen sie sich aber im Zickzack umfahren. Das tun viele Autofahrer, die darauf vertrauen, dass die Züge nach dem Fahrplan fahren – wodurch sie wissen, wann Züge kommen und wann nicht. Den Großteil des Tages fährt in jede Richtung nur einmal pro Stunde ein Zug. Immens gefährlich wird das Ganze aber, wenn der Zug Verspätung hat, ein Autofahrer aber davon ausgeht, dass die Strecke frei ist.

Dass einmal etwas Schlimmes passieren könnte, das befürchtet auch CDU-Bürgermeisterkandidatin Nadine Brinette. Sie sieht „die Bahn hier in der Pflicht endlich zu handeln und die Sicherheit unser Bürger sicherzustellen“, und sie fragt, „ob erst ein Unglück passieren soll, bevor hier gehandelt wird“. Am Wochenende und am Faschingsdienstag sei die Schrank wieder defekt gewesen, und es sei nicht zu verstehen, dass sich nichts ändert, zumal das Problem schon Jahre bekannt sei: „Einmal öffnet die Schranke nicht, das andere Mal schließt sie nicht. Die Autofahrer umfahren die geschlossenen Schranken, und die Fußgänger überqueren die Schienen bei geschlossenen Schranken. Es kommt auch vor, dass die Schranken sich nicht schließen und der Zug dann langsam und hupend an der Gefahrenstelle vorbeifährt.“

Die Straße sei eine viel befahrende Straße für Berufspendler, Lieferanten und Anwohner. Der Bahnübergang werde von vielen Jugendlichen und Schülern überquert. Die CDU-Fraktion möchte das Thema nun im Ortsgemeinderat besprechen und sich an die Deutsche Bahn wenden.

Techniker finden keinen Fehler und haben eine Idee

David Betz, Bürgermeisterkandidat der SPD, teilte am Mittwoch mit, dass er bereits mit dem Leiter der Instandhaltung bei der Bahn gesprochen habe. Der habe bestätigt, dass sich die Schranke in den vergangenen Tagen immer wieder nicht geöffnet habe. Es seien auch Techniker vor Ort gewesen, die aber keinen Defekt an der Anlage gefunden hätten. Das mache es schwieriger, den Fehler zu finden. Aber nun gebe es die Vermutung, dass nicht die Schranke, sondern einzelne Züge das Problem sein könnten: Möglicherweise lösten die Fahrzeuge etwas aus, was nicht erwünscht ist. „Das ist die nächste Fehlerquelle, die sie abklopfen“, sagte Betz. Er werde mit dem Leiter der Instandhaltung in Kontakt bleiben, versprach er.

Die Pressestelle der Bahn hat am Mittwoch zugesagt, dass sie Fragen der RHEINPFALZ bis Freitag beantworten werde. Sie seien an den zuständigen Fachbereich weitergeleitet, man wolle sich aber die Zeit nehmen, sie umfassend zu beantworten.

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