Rieschweiler-Mühlbach / Hornbach
VR-Bank macht Filialen dicht
Es ist beschlossene Sache: Die VR-Bank in Rieschweiler-Mühlbach schließt zum 29. Oktober. Die Kunden werden von der VR-Bank jetzt darauf hingewiesen, zukünftig für ihre Bankgeschäfte nach Thaleischweiler-Fröschen beziehungsweise Zweibrücken zu fahren. Dort stehen unter anderem Geldautomaten und Briefboxen, in Zweibrücken sogar der VR-Videoservice zur Verfügung. Alternativ wird aufs Online-Banking verwiesen. In Thaleischweiler wird der Automaten-Standort zudem zum 30. November mit der Filiale in der Bahnhofstraße zusammengelegt. Anfang des Jahres hatte die VR-Bank erklärt, dass der Mietvertrag der Immobilie am Cap-Markt auslaufe.
Im Februar begründete die Bank die Schritte vor allem mit der voranschreitenden Digitalisierung sowie mit Kostensenkungen. Gleichzeitig würden immer weniger Kunden den Schalterbetrieb nutzen, dafür laut VR-Bank umso häufiger den Kundenservice via Telefon und Internet.
Demo in Hornbach geplant
Und auch die Hornbacher sind laut RHEINPFALZ-Informationen von den Sparschritten betroffen. Seit 1. April ist die Hornbacher VR-Filiale nur noch mit Automaten ausgestattet. Das Personal wurde in andere VR-Filialen versetzt. Nach RHEINPFALZ-Informationen soll die Hornbacher VR-Bank nun ganz schließen.
Inzwischen wird in den Sozialen Medien zu einer Demonstration für 25. Oktober, 14 Uhr, aufgerufen. „Wir brauchen nicht unbedingt eine Filiale, aber wir wollen einen Geldautomaten, einen Auszugsdrucker und einen Überweisungsscanner oder eine Sammelbox“, steht auf der Einladung zur Protest-Demonstration. Verantwortlich für die Demo ist die Hornbacherin Ehrentraud Netolitzky.
Reiner Horn demonstriert mit
Auch der Hornbacher Stadtbürgermeister Reiner Hohn will an der Demo teilnehmen. „Für mich ist die Schließung ein Armutszeugnis für eine Genossenschaftsbank“, findet der Rathauschef. Er sagt, er sei „mächtig enttäuscht. Die VR-Bank muss sich nicht wundern, wenn dann auch altgediente Kunden woanders hingehen.“
Kommentar: Schatz, wo steht der Farbdrucker?
Die Filialschließung der VR ist ein Armutszeugnis und zeigt, dass es mal wieder die Leute vom Land trifft.
Wir leben in einer digitalen Welt, in der alles immer sofort und turboschnell passieren muss. Es gibt aber Dinge, die können einfach nicht übers Internet ablaufen. Bestes Beispiel: Bargeld abheben. Wenn VR-Kunden künftig morgens in Rieschweiler frische Weck kaufen wollen und feststellen, dass zu wenig Bargeld im Portemonnaie steckt, dann steht künftig eine Autofahrt nach Thaleischweiler an; oder alternativ keine frischen Brötchen. Wieder einmal ist die Landbevölkerung von einer negativen Entscheidung betroffen. Dass die VR-Bank nicht mehr in jeder Filiale einen Berater abstellt, mag verständlich sein. Ein Geldautomat dürfte aber kein Problem sein. Da die VR-Bank aber vor allem auf ihre Online-Dienste verweist, müsste auch das Geldabheben am Computer künftig drin sein, oder? Schatz, wo steht nochmal unser Farbdrucker?