Fischbach bei Dahn
Von der Ernte bis zur Auktion: So läuft der Eichenverkauf heute
Im Vergleich zu früher hat sich beim Verkaufsprozess der Werteichen einiges verändert, erzählt Ulrike Abel, die Leiterin des Forstamtes Wasgau. Das fängt bei der Ernte an. Früher seien die Werteichen vor Weihnachten verkauft worden, das sei in ganz Deutschland der erste Termin des Holzverkaufs gewesen, erklärt Abel.
Damit die Eichen im Dezember verkaufsfertig bereitlagen, musste schon Ende September mit der Ernte begonnen werden – zu einem Zeitpunkt, an dem die Kronen noch Laub trugen. „Da sieht man das Totholz nicht“, sagt Abel. Das mache die Holzernte viel gefährlicher, als im unbelaubten Zustand.
Holzernte findet später statt
Seit zwei Jahren ist der Verkaufstermin auf Ende Januar verlegt. Damit konnte der Zeitpunkt, wann die Eichen gefällt werden müssen, nach hinten gerückt werden. Der neue Termin werde von den Kunden gut angenommen, sagt Abel.
Doch nicht nur der Zeitpunkt, auch die Art des Verkaufes hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt. Organisiert werde alles Rheinland-Pfalz-weit über die Zentralstelle in Neustadt an der Weinstraße. Früher habe es einen festen Termin gegeben, an dem sich die Käufer an einem Ort trafen und jeder einzelne Stamm versteigert wurde. Das läuft mittlerweile anders.
Bis Anfang Dezember werde jeder einzelne Stamm erfasst und vermessen, die Daten werden nach Neustadt übermittelt, erklärt Forstwirtin Sabine Steiner. Sie hat gemeinsam mit ihren Kollegen alle Eichenstämme des Forstamts Wasgau, die im Wertholzlager in Fischbach bei Dahn lagern, bearbeitet und vermessen. Jeder Stamm erhalte eine Nummer, die Länge und der Durchmesser werden verzeichnet.
Käufer haben Zeit, die Stämme zu begutachten
Diese Informationen erhalten die Kaufinteressenten, die dann bis Ende Januar Zeit haben, sich die Stämme vor Ort anzuschauen und anschließend in einem Submissions-Verfahren schriftlich ein Gebot in Neustadt abgeben können. Wer das höchste Gebot einreiche, erhalte den Zuschlag, nachträglich verhandelt werde nicht mehr, sagt Abel. In diesem Jahr seien die Gebote erstmals online abgegeben worden.
„Die Händler wissen genau, welche Anforderungen sie an das Holz haben“, sagt Abel. Begehrt seien Eichen mit gleichmäßigen Jahresringen, die zeigten, dass der Baum langsam und gleichmäßig gewachsen sei. Seien die Ringe mal breit und dann wieder schmal, deute das auf Spannungen im Holz hin. Zu den Käufern der Werteichen gehören Furnier- und Fassholzhersteller sowie Händler und Sägewerke.
Bis die Stämme verkaufsfertig sind, ist einiges an Arbeit notwendig, erklärt Steiner. Nach dem Fällen werden noch im Wald die Kronen entfernt, je nach Baum auch schmalere Anfangsr- und Endstücke. Diese werden separat verkauft.
Als erstes müssen die Stämme gesichert werden
Sind die Bäume in Fischbach angekommen, sei der erste Schritt die Sicherung der Stämme mit Holzkeilen, damit sie nicht ins Rollen kommen können, erklärt Steiner. Dann werde an der Stirnseite ein sogenannter Sauberkeitsschnitt angebracht, mit dem etwaige Fehler im Holz entfernt werden. Nachdem die Stämme mit Wasser abgespritzt wurden, um sie zu reinigen, werde die genaue Länge und der Durchmesser ermittelt, einmal mit und einmal ohne Rinde. Die Mitte des Stammes wird mit einem weißen Strich markiert. Zum Schluss wird rund um den Stamm eine Wasserrinne geschnitten, über die der Regen seitlich am Stamm abfließt.
Noch liegen viele der Werteichen, die aus den unterschiedlichen Revieren des Forstamts Wasgau entnommen wurden, nebeneinander aufgereiht auf dem Lagerplatz. Sie alle haben einen Käufer gefunden, die ersten Stämme sind schon abgeholt worden.

