Südwestpfalz Stadt und Kreis schließen Testlücke und fordern Hilfe vom Land
Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat das Département Moselle als Virusvarianten-Gebiet eingestuft. Hintergrund ist die starke Ausbreitung der in Südafrika erstmals festgestellten hochansteckenden Virus-Mutation. Am Dienstag informierte die Kreisverwaltung, dass diese Variante erstmals bei einem Infizierten in Zweibrücken nachgewiesen worden sei. Französische Arbeitnehmer aus der Region Moselle, die in der Südwestpfalz beschäftigt sind, benötigen seit Dienstag für den Grenzübertritt nach Deutschland eine digitale Einreiseanmeldung und eine Bestätigung des Arbeitgebers, wonach die Einreise zum Zweck der Berufsausübung erforderlich ist. In dem Schreiben hat der Arbeitgeber außerdem zu bestätigen, dass im Betrieb ein angemessenes Schutz- und Hygienekonzept besteht. Darüber hinaus ist ein negativer Corona-Test erforderlich. Der Abstrich für den Test darf nicht länger als 48 Stunden zurückliegen. Akzeptiert werden sowohl PCR- als auch Antigen-Schnelltest. Der Nachweis des Testergebnisses muss auf Papier oder in einem elektronischen Dokument in deutscher, englischer oder französischer Sprache vorliegen. Das Testergebnis muss für mindestens zehn Tage nach Einreise aufbewahrt werden.
Keine Schnelltests in Frankreich verfügbar
In der Regel sollten sich Berufspendler aus Frankreich vor der Einreise zur Arbeitsstelle nach Deutschland bereits im Heimatland testen lassen. So werden in französischen Apotheken kostenlose Tests für Berufspendler angeboten, die bei einer deutschen Krankenkasse versichert sind und eine „Carte Vitale“ besitzen. Allerdings wurden die Verwaltungen von Unternehmen aus der Region darüber informiert, dass in Frankreich kurzfristig keine Schnelltests für Berufspendler verfügbar sind. Betriebe unterschiedlicher Branchen, darunter Lebensmittel, Maschinenbau, Chemie und Kunststoff, haben in Gesprächen mit der Verwaltung die Bedeutung der Grenzpendler und deren Unverzichtbarkeit für die Sicherstellung der Produktionsabläufe betont. Der Pirmasenser Oberbürgermeister Markus Zwick und Landrätin Susanne Ganster haben deshalb kurzfristig entschieden, ab Mittwoch die Kapazitäten im gemeinsamen Testcenter bei der Messe Pirmasens GmbH, Eingang West, Zeppelinstraße 11, deutlich auszuweiten. Dort können sich Mitarbeiter aus Frankreich montags bis freitags zwischen 7 und 10 Uhr einem kostenpflichtigen Schnelltest unterziehen. Die Abrechnung der Leistungen erfolgt zwischen Testcentrum und den Arbeitgebern. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Es kann zu Wartezeiten kommen. Bei einem positiven Hinweise auf Sars-CoV-2 erfolgt umgehend ein PCR-Test, um das Ergebnis zu bestätigen.
Ganster und Zwick fordern vom Land eine dauerhafte, tragfähige und praxisgerechte Lösung des Problems. Dazu haben sie sich an Staatssekretärin Heike Raab, Bevollmächtigte für Rheinland-Pfalz beim Bund und für Europa, gewandt. Darin fordern sie die Landesregierung auf, den betroffenen Unternehmen in der Südwestpfalz schnell und unbürokratisch Schnelltests zur Verfügung zu stellen. Als Beispiel führen Ganster und Zwick das Saarland an, das kurzfristig 100.000 Antigen-Schnelltests bereit gestellt hat. „Das Problem darf nicht finanziell und organisatorisch an Stadt und Landkreis alleine hängen bleiben“, fordern sie. Die kurzfristig angebotene Testung für Grenzpendler soll so lange aufrechterhalten werden, bis eine abschließende Lösung mit dem Land gefunden ist.
DRK bietet Arbeitgebern Unterstützung an
Unternehmen aus Pirmasens und der Südwestpfalz, deren betriebsmedizinischer Dienst keine Tests für betroffene Mitarbeiter anbietet, erhalten Hilfe vom Deutschen Roten Kreuz. Der DRK-Kreisverband Südwestpfalz mit Sitz in Zweibrücken hat angekündigt, ab einer Größenordnung von 25 Grenzpendlern die Tests in den Betrieben zu übernehmen. Alternativ bietet das DRK an, Firmen-Mitarbeiter zu schulen, damit diese Abstriche vornehmen können.
Um mit den Testungen beginnen zu können, ist das DRK bei der kurzfristigen Beschaffung von medizinischer Ausrüstung behilflich. Ansprechpartner ist DRK-Geschäftsführer Hans Prager. Interessierte werden gebeten, dem Roten Kreuz mitzuteilen, wie viele Mitarbeiter vor Ort getestet und wie viele Mitarbeiter für die Abstrich-Entnahme geschult werden sollen und wie viele Tests benötigt werden. Die Anfragen sind schriftlich an hans.prager@kv-swp.drk.de zu richten.
