Contwig RHEINPFALZ Plus Artikel Spendenlauf an der IGS Contwig für verunglückten Kameraden

Runde um Runde in der Schulturnhalle: Von 8 bis 16 Uhr wird gelaufen, die Klassen wechseln sich ab.
Runde um Runde in der Schulturnhalle: Von 8 bis 16 Uhr wird gelaufen, die Klassen wechseln sich ab.

Mit einem großen Spendenlauf sowie Essensverkauf haben Schüler, Eltern und Lehrer der IGS Contwig Spenden gesammelt für Marek Saberatzky, der einen schweren Unfall hatte.

Der 18-jährige Zweibrücker Marek Saberatzky war Schüler der IGS Contwig. Er erlitt bei einem schweren Fahrradunfall am Fasanerieberg am 23. September 2023 ein Schädel-Hirn-Trauma. Er ist nun schwerbehindert und braucht intensive medizinische Betreuung, Therapien und Unterstützung im Alltag. Derzeit wird er in einer Spezialklinik am Bodensee behandelt. Doch seinen Vater Heiko Saberatzky plagen viele Sorgen. Eine davon: Die private Krankenversicherung habe signalisiert, dass sie die Klinik-Behandlung übers Frühjahr hinaus möglicherweise nicht mehr bezahle. Das wäre eine Katastrophe für die Zweibrücker Familie, vor allem die Eltern des Einzelkindes.

Heiko Saberatzky erzählt beim Spendenlauf der IGS am Mittwoch, während um ihn herum Schüler ihren Runden in der Schulturnhalle drehen: „Zuhause ist noch nichts fertig. Marek sitzt im Rollstuhl. Den Bauantrag für den Aufzug haben wir gestellt, der ist noch nicht entschieden. Der Aufzug ist noch nicht da, und wir wissen derzeit weder, wie wir Marek ins Haus bekommen können, noch wissen wir, wie wir ihn transportieren können, weil wir kein rollstuhlgerechtes Auto haben. Er wiegt seine 82 Kilo, die hebt man nicht einfach so aus einem normalen Auto.“ Tatkräftig haben Schulkameraden bereits beim Wohnungsumbau mit angepackt.

Arbeitseinsatz: Schulkameraden helfen, um das Zuhause von Marek Saberatzky auf die Rückkehr des nun schwerbehinderten jungen Man
Arbeitseinsatz: Schulkameraden helfen, um das Zuhause von Marek Saberatzky auf die Rückkehr des nun schwerbehinderten jungen Mannes vorzubereiten.

Kleine Fortschritte erfreuen den Vater

Auch finanzielle Mittel sind erforderlich, um alles Erforderliche für Marek Saberatzkys Heimkehr vorbereiten zu können, auch für Behandlungen. Also laufen die IGS-Schüler Runden beim Spendenlauf. Für jede Runde in der Schulturnhalle bekommen die Schüler einen vorher festgelegten Betrag gespendet, meist von Familienangehörigen. Fast 900 Schüler besuchen die IGS Contwig – und nahezu alle machen beim Spendenlauf mit.

Alle freuen sich über gute Nachrichten von ihrem früheren Schulkameraden. Dessen Vater berichtet: „Sein linker Arm funktioniert wieder, er kann sich wieder an die Nase fassen, auch wenn es sehr anstrengend ist.“ Kleinste Fortschritte seines Sohnes machen ihn glücklich. Nach festem Stundenplan wird er seit zehn Monaten in einer Klinik in Gailingen nahe der Schweizer Grenze behandelt.

„Keine einzige Person im Haus ist nicht involviert“

„Am heutigen Tag gibt es keine einzige Person in diesem Haus, die nicht involviert ist im Spendenlauf“, sagt Schulleiter Thomas Höchst am Mittwoch. Seit 8 Uhr und bis 16 Uhr laufen im Halbstunden-Rhythmus klassenweise Schüler in der Halle. Am Morgen die Halbtags- und am Nachmittag die Ganztagsschüler. Eine Klasse läuft, eine andere zählt die Runden. In den Ferien sammeln die Schüler dann zu Hause das erlaufene Geld ein und bringen es mit in die Schule, weshalb erst im Januar klar wird, was der Spendenlauf erbracht hat.

Die Hilfsbereitschaft ist auch anderswo groß: Annette Tissot und Dieter Weber vom Rotary-Club Homburg-Zweibrücken haben beim Spendenlauf am Mittwoch Heiko Saberatzky eine Spende von 4000 Euro übergeben. Auch auf dem Weihnachtsmarkt in Zweibrücken haben Spendenkassen gestanden. Der Markt wird vom Verein Kontrastbühne ausgerichtet, dessen erster Vorsitzender Heiko Saberatzky ist. Rund 2800 Euro seien dort für seinen Sohn zusammengekommen berichtet er.

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