Massweiler So kommt der Eternit-Sondermüll aus dem Naturschutzgebiet raus

Männer in Schutzanzügen und FFP-3-Masken müssen die Eternitplatten in spezielle Säcke verfrachten. Diese kommen anschließend zur
Männer in Schutzanzügen und FFP-3-Masken müssen die Eternitplatten in spezielle Säcke verfrachten. Diese kommen anschließend zur Entsorgung.

Am Hausgiebel bei Maßweiler sind die illegal in die Landschaft gekippten Eternitplatten wieder weg. Ein Fachmann erklärt, wie man solchen Schutt loswerden kann.

Christian Sachs, beim Landkreis Südwestpfalz fürs Entsorgen von illegalem Müll zuständig, musste am Mittwochvormittag zusammen mit Gemeindearbeitern die illegal abgeladenen Eternitplatten vom Feldweg zum Hausgiebel wegräumen. Ausgerüstet mit Schutzanzügen, FFP-3-Masken, Handschuhen und speziellen Entsorgungssäcken sammelten die Männer mühsam die zerschlagenen Platten auf. Die Säcke sind eigens konzipiert für die Entsorgung von Asbest. „Der wird enddeponiert, man kann ihn nicht recyceln“, erklärte Sachs.

Für Erich Berger, Heinz Carbon, Heinz Schneider und Wolfgang Stegner war es nichts Neues, dass sie illegal abgelagerten Müll wegschaffen mussten. Die Gemeindemitarbeiter haben am Mittwoch zusammen mit Christian Sachs die Drecksarbeit erledigt. Heinz Schneider erinnert sich noch gut an einen riesigen Haufen alter Reifen, die er mal am Hausgiebel abgeräumt hat. Aber die Eternitplatten sind trotzdem etwas Besonderes. Die Arbeiter konnten ja nicht wissen, ob darin wirklich das krebserregende Asbest verarbeitet wurde oder nicht. „Die feinen Fasern sind das Gefährliche. Es gibt aber auch Beton mit Fasern. Ob es wirklich Asbest ist, kann nur im Labor nachgewiesen werden“, sagte Sachs. Deshalb würden Eternitplatten, auch wenn sie erst ein Jahr alt sind, immer als Asbestmüll entsorgt. Am besten, so riet er, sollte man Eternitplatten gar nicht mehr kaufen. Denn deren Entsorgung werde teuer – auch dann, wenn sie asbestfrei sind. „Das kann man beim Entsorgen ja nicht sehen.“

Noch keine Hinweise auf den Verursacher

„Für mich ist das eine Straftat. Der, der das da hingeschmissen hat, gehört für mich ins Gefängnis“, macht Sachs seinem Ärger Luft. Doch noch gibt es keine Hinweise auf den Verursacher. Maßweilers Bürgermeister Herbert Semmet appelliert an mögliche Zeugen, solche Vorfälle unbedingt zu melden. Weil die zum Teil zerbrochenen Platten im Naturschutzgebiet lagen, hält es Christian Sachs für möglich, dass das Gelände mit einem Bindemittel besprüht werden muss, um sicherzustellen, dass dort keine Asbestfasern verbleiben.

Wie man es richtig macht

Aber wie werden Eternitplatten fachgerecht entsorgt? „Man muss mit Schutzanzug und Maske arbeiten und so einen Sack kaufen. Den stellt man auf den Hänger. Die Platten nicht zerschlagen, sondern abschrauben. Und am besten vorher anfeuchten. Wenn eine Platte bricht, ist das dann weniger schlimm.“ Die vollen Säcke können laut Sachs unter anderem bei der Firma Remondis in Pirmasens abgegeben werden. Das koste mehrere Hundert Euro. Für die Menge, die bei Maßweiler am Hausgiebel lag – zwei volle Säcke – schätzt Sachs die Entsorgungskosten für einen Privatmann auf knapp 200 Euro. Weil die Gemeindearbeiter ranmussten, deren Stundenlohn und auch der des Mannes von dem Kreisverwaltung bezahlt sein wollen, kommen über 1000 Euro an Kosten zusammen. Bezahlen muss das jetzt die Gemeinde Maßweiler, sprich die Allgemeinheit.

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