Maßweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Restaurant Borst: Der Michelin-Stern hat alles auf den Kopf gestellt

An der Tür zum Restaurant Borst hängt er: Der Michelin-Sterin. Von links: Chef Harry Borst samt Ehefrau Monika und Junior-Chef M
An der Tür zum Restaurant Borst hängt er: Der Michelin-Sterin. Von links: Chef Harry Borst samt Ehefrau Monika und Junior-Chef Max Borst.

„Das sind jetzt ganz andere Dimensionen“, sagt der Maßweiler Gastronom Harry Borst. Im April hat das Restaurant im Guide Michelin einen Stern erhalten. Seitdem kommen viel mehr Kunden, sagt Borst.

„Das Geschäft ist regelrecht explodiert“, freut sich Harry Borst und blickt auf die Zeit nach der Verleihung des Michelin-Sternes an sein Restaurant zurück. Zahlreiche Neukunden kommen zum Essen vorbei, „viele sogar aus unmittelbarer Nähe − also Zweibrücken, Pirmasens und der Südwestpfalz −, die dann sagen, dass sie bislang vom Restaurant nichts gehört haben“. Die Neukunden kommen aber auch von weiter weg: „Aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland. Einmal waren sogar Gäste aus Südafrika zu Besuch“, sagt Borst.

Den Gastronom freut es, dass einige Neukunden zu Stammkunden werden. Es gebe aber auch die Gäste, die nur einmal vorbeikommen, um das Essen im Restaurant zu kosten, − quasi „Sterne-Fans“, die regelmäßig in den unterschiedlichsten Sterne-Restaurants essen. Der Stern gilt jeweils für ein Jahr, der aktuelle im Hause Borst also noch bis zum April. Bis dahin ist dann auch ein anonymer Testesser vorbeigekommen. Sein Urteil kann drei Folgen bringen: Entweder verliert der Gastronom seinen Stern, er bleibt bestehen oder es kommt im besten Fall ein weiterer Stern dazu.

Der Stern bedeutet hohe Ansprüche ans Personal

Borst weiß, dass der Stern immer auch große Anforderungen ans Restaurant-Personal bringt. „Unser Ziel ist es, immer etwas Neues und Besseres zu kreieren“, sagt Borst. Ein Stern allein mache aber noch keine gute Restaurant-Führung. „Sowohl der Stern als auch das gute Kochen hängt stark an den Gästen. Die müssen auch kommen und hier essen“, sagt Borst. Ein Garant für einen perfekt laufenden Laden ist der Stern also nicht. Borst weiß von Gastro-Kollegen, die zwar einen Stern bekommen haben, wegen nicht ausreichender Kundschaft aber dennoch ihren Laden haben dichtmachen müssen.

Der Stern bringe für die Belegschaft zwar mehr Arbeit, „er macht uns aber auch einfach unglaublich stolz“, findet Borst. Gleichzeitig gibt es viel mehr Anfragen für einen Tisch oder ein Zimmer im Gästehaus gegenüber des Restaurants. Aktuell seien die Wochenenden im Restaurant schon Wochen im Voraus reserviert. „Trotz der extremen Nachfrage schauen wir aber, dass für Stammkunden immer etwas frei ist“, verspricht Borst.

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