Reifenberg
Noch viel mehr falsche Straßenschilder geliefert als gedacht
Fünf Straßenschilder, die nach dem Ausbau der Reifenberger Ortsdurchfahrt neu bestellt und aufgehängt worden sind, sind falsch. Bürgermeister Pirmin Zimmer ist die Angelegenheit im RHEINPFALZ-Telefonat peinlich. Schuld an der Misere ist wohl ein Subunternehmer der Baufirma.
„Spätestens nach dem dritten Mal wird’s peinlich“, kommentiert Zimmer die fünf falschen Straßenschilder entlang der Reifenberger Ortsdurchfahrt: Auf dem Ortsausgangsschild steht „Riesweiler Mühlbach“ statt Rieschweiler-Mühlbach, aus der Kapellenstraße wurde die „Kappellenstraße“ – mit Doppel-p – , die Zweibrücker Straße heißt derzeit „Zweibrückenstraße“, und der Name der Kellingerstraße wurde um ein „i“ erweitert – „Kellinigerstraße“. Teilweise wurden die Schilder bereits ausgetauscht.
Verbessert – und wieder falsch
Besonders ärgerlich ist für Zimmer zudem, dass an der abknickenden Vorfahrtsstraße aus dem Bauert Schilder falsch angebracht worden sind. Wer aus der Bauertstraße kommt, muss Vorfahrt gewähren. Das Zusatzschild weist auf die abknickende Vorfahrt auf der Ortsdurchfahrt hin – aber es ist falsch montiert. Der dicke Balken suggeriert nämlich, dass die Vorfahrt von der Bauertstraße auf die Hauptstraße abknickt.
„Das war dort schon das zweite Mal, dass das falsch ist“, fügt Zimmer genervt hinzu. Bereits während der Bauphase seien die Schilder falsch angebracht worden, Zimmer schickte daraufhin die Gemeindearbeiter, um die Sache zu richten. „Als die neuen Schilder kamen, war es wieder falsch“.
Schuld ist ein Subunternehmen
Schuld an der Schilder-Misere des Dorfes ist laut Zimmer ein Subunternehmen der Baufirma. Dieses sei wohl beauftragt worden, die neuen (und falschen) Schilder im Dorf aufzuhängen. „Das ist ein Zusammenspiel aus einer ortsunkundigen und nicht gut Deutsch könnenden Truppe.“ Letzteres erklärt laut Zimmer vor allem die Rechtschreibfehler bei den Straßenschildern und beim Ortsausgangsschild. „Die wurden eben sprachlich nicht so umgesetzt, wie sie vorher waren“. Aber: Die verantwortliche Baufirma habe dem Subunternehmen zuvor genaue Bilder der alten Beschilderung zukommen lassen. Der Polier der Baufirma, so Zimmer, habe ihm das bestätigt. Den Vorschlag, die falschen Schilder mit einem Sticker zu überkleben, auf dem dann der richtige Straßenname steht, hat der Reifenberger Bürgermeister entschieden abgelehnt: „Wenn wir was machen, dann bitte richtig.“
Laut Zimmer muss das Subunternehmen, das die falschen Schilder angebracht hat, für den entstandenen Schaden bezahlen. Die Materialkosten liegen bei rund 500 Euro, hinzu kommen die Arbeitsstunden für das Austauschen der Schilder. Der Bürgermeister kündigt an, bei den neuen Schildern genau hinzuschauen, dass sie stimmen. Vor der offiziellen Abnahme der Straße soll ohnehin eine Begehung seitens der Dorfspitze stattfinden. Die Ratsmitglieder hätten eine Liste angelegt mit Punkten, die sie zur neuen Ortsdurchfahrt wissen wollen. „Der Eindruck, dass sie mit der Straße nicht zufrieden sind, täuscht aber“, stellt Zimmer klar. Insgesamt beträgt der Anteil des Dorfes am Ausbau der Ortsdurchfahrt rund 800.000 Euro. „Ich denke es ist klar, dass der Rat dann genau schaut“, so Zimmer.
Es gab noch ein weiteres falsches Schild
Übrigens gab es noch ein sechstes Schild mit einem Fehler, das aber nicht aufgehängt wurde. Das kam zufällig heraus, als wir den Bürgermeister fragten, ob er ein Foto von dem Schild „Kappellenstraße“ habe. Hat er nicht, antwortete er, aber er hätte noch die „Bauerstraße“ zu bieten. Dieses Schild war geliefert worden, als er bei der Verbandsgemeindeverwaltung eins für die Bauertstraße bestellt hatte – die sich mit t schreibt.
Falsch, und das bereits seit 45 Jahren, sind übrigens die Straßenschilder in der Kellinger Straße. Sie weisen seit Ende der 70er Jahre auf die Kellingerstraße hin. Der Straßenname muss aber auseinander geschrieben werden. Denn der Name ist eine Ableitung des alten Namens Kellingen, eine frühere Siedlung unterhalb des jetzigen Friedhofs. Wird der Ortsname abgeleitet, schreibt man den Straßennamen getrennt. Deshalb muss es Zweibrücker Straße (auseinander) heißen – während Zweibrückenstraße (zusammen) sogar richtig wäre, wenn die Straße so hieße.
Wann man es auseinander schreibt und wann zusammen
Deshalb hat Oberauerbach eine Battweilerstraße (ein Wort), aber eine Wallhalber Straße (zwei Wörter). Contwig hat eine Maßweilerstraße (ein Wort) und eine Pirmasenser Straße, eine Zweibrücker Straße und in Stambach eine Landauer Straße (zwei Wörter). Es kommt also nicht darauf an, ob der Ortsname auf -er endet, sondern darauf, ob er verändert wird. Hieße es Battweilerer Straße und Maßweilerer Straße wären es zwei Wörter. Wallhalbenstraße und Pirmasensstraße wären nur eins.