Hinterweidenthal
Neue Forstamtsleiterin Lisa-Marie Zeigner: Zustand des Waldes bereitet Sorge
Lisa-Marie Zeigner ist seit Juni Leiterin des Forstamts Hinterweidenthal. Die 28-Jährige stammt aus Otterbach im Landkreis Kaiserslautern, ihr Abitur machte sie am Burggymnasium Kaiserslautern. Bei der Frage, was sie danach tun wollte, kam ihr zweierlei in den Sinn: „Ich wollte Medizin studieren oder etwas mit Wald machen“, sagt sie. Die Entscheidung fiel schließlich für den Wald. „Ich war in meiner Kindheit mit meiner Familie häufig im Pfälzerwald unterwegs, mein Opa war Forsteinrichter bei Landesforsten“, erzählt sie von ihrer persönlichen Verbundenheit zur Natur.
Der Wunsch, draußen im Grünen zu arbeiten und dabei einer sinnstiftenden Aufgabe nachzugehen, führte Lisa-Marie Zeigner zum Studium der Forstwissenschaften nach Freiburg. Dort erwarb sie den Bachelor- und den Masterabschluss. Nach dem Studium habe sie 2022 zu Landesforsten Rheinland-Pfalz ins Referendariat gewechselt. Zwei Jahre lang, bis 2024, war sie dafür im Forstamt Hinterweidenthal, hat die Mitarbeitenden, den Wald und die Abläufe kennengelernt: „Ich habe nur positive Erinnerungen an meine Zeit hier.“ Das Team mache ihr die Einarbeitung seit Juni sehr einfach, sagt Zeigner, die sich im Forstamt sehr wohl fühlt.
Guter Einblick ins Forstamt
„Richard Schwarz hat eine sehr gute Vertretung gemacht“, berichtet Zeigner. Richard Schwarz hatte nach dem Ausscheiden des Forstamtsleiters Michael Grünfelder die Amtsgeschäfte im Dezember 2024 interimsmäßig übernommen. Doch auch von Michael Grünfelders über 20-jährigem Erfahrungsschatz in der Forstamtsleitung Hinterweidenthal selbst habe sie während der zwei Jahre Referendariat stark profitiert und einen guten Einblick in das Forstamt erhalten, so Zeigner.
Nach dem Referendariat schloss sie 2024 das Staatsexamen ab. Danach habe sie als Referentin für Waldentwicklung und Natural-Controlling bei der Zentralstelle der Forstverwaltung in Emmelshausen bei Koblenz gearbeitet. Dort habe sie sich mit verschiedenen Waldbaufragen befasst und einen Einblick in die Arbeit im nördlichen Teil des Landes erhalten. Dieser Perspektivwechsel mit der räumlichen Distanz zur Heimat sei eine spannender Erfahrung gewesen.
Eva-Marie Zeigner: „Ich bin Pfälzerwald-Fan“
Seit Juni nun ist Eva-Marie Zeigner als Forstamtsleiterin in Hinterweidenthal. Der Weg zurück in die Heimat habe sehr gut gepasst: „Ich bin Pfälzerwald-Fan.“ Absolute Priorität für sie hat die Aufgabe, die Wälder fit für den Klimawandel zu machen. Eine Schlüsselrolle spielt dabei der Umbau des Waldes zu einer Mischform. Indem möglichst unterschiedliche Baumarten in den Wäldern vorkommen, soll das Risiko breit gestreut werden. Klar ist aber auch: „Keiner hat eine Musterlösung“, sagt Zeigner. Doch die Hoffnung, dass eine große Vielfalt dazu beiträgt, die Wälder zu erhalten, sei da.
Wo möglich, setze das Forstamt auf Naturverjüngung, doch das gelinge nicht immer. Etwa, wenn an den Standorten keine Samenbäume stehen. In diesen Fällen werden von Hand Pflanzen eingebracht, die dort noch nicht vorhanden sind. Die Situation des Waldes bereitet Zeigner Sorgen: So zeigten beispielsweise die Buchen auf Kuppenlagen große Vitalitätsbeeinträchtigungen. „Solche Bilder zu sehen macht betroffen“, sagt die 28-Jährige. Um die Wälder zu strukturreichen Mischwäldern umzubauen, müssten alle an einem Strang ziehen. Wichtig ist der Forstamtsleiterin, transparent über die Belange des Waldes und die Tätigkeiten des Forstamts zu informieren. „Der Wald liegt mir am Herzen.“
An ihrem neuen Amt gefällt ihr vor allem die Vielfältigkeit und die große Bandbreite an Themen. Das gelte auch für ihre Freizeit, erzählt die 28-Jährige. Da sei sie gerne mit Familie und Freunden unterwegs, gehe Wandern, Fahrradfahren und Bouldern. Aber auch kochen und backen machten ihr Spaß. „Ich probiere gerne Neues aus“, sagt sie.
