Waldfischbach-Burgalben
Neubau: Eine große Kita oder zwei kleine?
Die Pfarrei Heiliger Johannes XXIII Waldfischbach-Burgalben, die Träger des Kindergartens ist, hatte gegenüber der Ortsgemeinde lange signalisiert, dass sie die Einrichtung in dieser Form nicht über das Jahr 2025 hinaus betreiben könne – in der Diözese gibt es Sparpläne. Das hatten Kirchenvertreter in mehreren Gesprächen angekündigt, erinnerte Oestreicher. Deshalb hatte die Gemeinde, die in Burgalben ohnehin einen Kindergarten bauen muss, begonnen, diese Kita, die ursprünglich viergruppig angelegt werden sollte, für bis zu acht Gruppen zu planen. Nachdem geklärt worden war, dass ein Haus nicht gleichzeitig zwei Träger haben kann – die Gemeinde und die Kirche –, waren alle Planungen zuletzt auf einen großen kommunalen Kindergarten hinausgelaufen.
Zahlen soll die Gemeinde
Im April hatte sich die Pfarrei erneut an die Ortsgemeinde gewandt: mit der Bitte, das noch mal zu überdenken und eine Generalsanierung des in die Jahre gekommenen Gebäudes der katholischen Kita oder einen Abriss und Neubau an gleicher Stelle in Erwägung zu ziehen. Dass sich die Kirche finanziell aber nicht beteiligen wird, wurde auch deutlich gemacht. Trotzdem würde die Kirchengemeinde gerne Träger einer Kindertagesstätte bleiben. Die Kirchengemeinde hatte auf den günstigen Standort der katholischen Kita hingewiesen, auf die Tradition, die enge Verbindung vieler Einwohner zur Einrichtung und auf die Vorteile mehrerer kleiner Kindergärten.
Der Bürgermeister hat das weitere Vorgehen mit den Fraktionsführern der im Rat vertretenen Parteien besprochen. Grundsätzlich, fasste Oestreicher zusammen, stehe die Gemeinde dem Erhalt der katholischen Kindertagesstätte aufgeschlossen gegenüber. „Auch wenn wir uns gewünscht hätten, dass das viel früher so kommuniziert wird. Wir mussten nach allen zuvor getroffenen Aussagen die große Lösung für Burgalben planen“, erinnert er.
Lösung mit Kirche darf nicht teurer sein
Alle Beteiligten seien sich einig gewesen, dass es mehr Zahlen und Fakten braucht, bevor eine Entscheidung getroffen werden kann. Die Bedarfsplanung sei wichtig: Wie viele Kindergartenplätze braucht die Ortsgemeinde in den kommenden Jahren? Dann gelte es, die Kosten für die beiden Lösungen zu ermitteln: ein großer Neubau in Burgalben oder zwei kleinere Kitas in Burgalben sowie am Standort der bisherigen katholischen Kita.
Die Investitionen, aber auch die Unterhaltskosten für die nächsten Jahrzehnte sind zu berücksichtigen. Geprüft werden müsse auch, was die Varianten die Gemeinde kosten, falls die Gemeinde alleiniger Träger ist oder falls die katholische Kirche eine Einrichtung übernimmt. „Da gibt es noch einiges zu klären, bevor wir wieder mit Beteiligten ins Gespräch gehen können“, sagt Oestreicher. Das verzögere die aktuellen Pläne für den Kindergartenneubau. Die Variante mit Erhalt des katholischen Kindergartens dürfe für die Ortsgemeinde nicht teurer werden als eine Lösung ohne die Kirchengemeinde.