Bottenbach
Naturerlebnispfad im Lambachtal: Was den Wanderweg so besonders macht
Wenn am kommenden Sonntag (19. April, 10.30 Uhr) der neue Bottenbacher Naturerlebnispfad im Lambachtal eröffnet wird, gibt es im Dorf eine ganz besondere Attraktion. Der rund sechseinhalb Kilometer lange Weg ist nämlich zugleich ein digitales Erlebnis. An mehreren Stationen entlang des Naturerlebnispfades sind kleine Infotafeln aufgestellt. Darauf abgedruckt sind QR-Codes − also die kleinen weißen Quadrate mit ganz vielen, auf den ersten Blick wirr angeordnet erscheinenden kleinen schwarzen Quadraten. Eben jene QR-Codes führen zu einer Reihe verschiedener Mini-Podcasts, wenn man sie mit dem Handy scannt.
„Den Weg gibt es schon lange. Jetzt wollten wir ihn aber mal richtig aufwerten“, sagte Bottenbachs Ortsbürgermeister Klaus Weber Anfang des Jahres im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Die Idee dazu ist beim Zukunftscheck Dorf (ZCD) aufgekommen. Der ZCD wurde initiiert von der Kreisverwaltung. In vielen Dörfern im Zweibrücker Land überlegte die Dorfbewohner, mit welchen Ideen und Projekten die Gemeinden fit für die Zukunft gemacht werden können. Zunächst war der Plan, die digitalen Infotafeln nur mit Geschichten zum Lesen auf dem Handy auszustatten. „Aber dann haben wir uns gedacht: Warum nicht Bottenbacher Originale die Geschichten erzählen lassen?“, erklärt Weber.
Vor der Eröffnung einen Preis abgestaubt
Die Wanderung durchs Lambachtal beginnt am Bottenbacher Friedhof. Erste Station ist das Bienenhaus. Dort gibt es nach Abscannen des QR-Codes einen kurzen Vortrag von Martin Lange. „Ich bin Hobby-Imker. Also einer der Verrückten, die freiwillig mit 50.000 Messerspitzen kuscheln, nur um am Ende ein Glas Honig zu bekommen“, beginnt er seinen Kurzvortrag über die Imkerei. Nur wenige Meter weiter steht die nächste Infotafel − wieder mit QR-Code: am Eggerlis-Brünnchen, dessen Name der Überlieferung zufolge von einem Mönch aus dem Kloster Hornbach stammt, der als Einsiedler im siebten Jahrhundert im Bereich der Quelle gelebt haben soll.
Noch bevor der Naturerlebnispfad überhaupt offiziell eröffnet worden ist, hat Bottenbach für den digitalen Ansatz einen Preis abgestaubt: den Ehrenamtspreis 4.0 des Landes. 1000 Euro gab es aus Mainz, zudem einen kostenlosen Imagefilm. Weber und die Dorfgemeinschaft macht das richtig stolz.
Digitale Erlebniswelt im Wasserhaus geplant
Der Weg führt im Verlauf durch das verwunschen anmutende Lambachtal. Tief unten im Tal steht auch das alte Wasserhaus der Gemeinde. Vor ein paar Jahren gab es den Beschluss, das marode Gemäuer abzureißen. Jetzt die Kehrtwende: Die Gemeinde will das Wasserhaus wieder aufbauen und zu einer digitalen Erlebniswelt aufwerten. Weber sprach den Plan in der März-Sitzung des Gemeinderates an. Das Material für die Sanierung koste rund 27.000 Euro, 20.000 Euro sollen aus dem Leader-Fördertopf kommen. Den entsprechenden Förderantrag habe Weber bereits abgeschickt. Ein modernisiertes Wasserhaus soll den Tourismus des Dorfes ankurbeln. Im Inneren soll es mehrere Informationstafeln zum Thema Wasser geben; wie auch der Wanderweg aufgearbeitet mit QR-Codes, die zum Digitalangebot führen.
Das Wasserhaus stammt aus den 30er-Jahren. Ganz früher war es notwendig für die Wasserversorgung des Dorfes, weil der Brunnen im Wasserhaus „An der Trift“ bei der heutigen Bottenbacher Grillhütte nicht immer genug Wasser lieferte. 1973 wurde dann nach der Bildung der Verbandsgemeinde eine Versorgungsleitung vom Wasserhochbehälter auf der Riedelberger Höhe nach Vinningen verlegt. Seitdem wird die Bottenbacher Bevölkerung mit Wasser aus dem Quellbereich der Schelermühle bei Vinningen und über den Hochbehälter auf dem Kettrichhof versorgt. Mittlerweile ist das alte Wasserhaus im Lambachtal derart marode, dass sogar das Dach eingestürzt ist. Weber sagte aber, dass das Haus Potenzial habe. Beim Entrümpeln habe man die alten Fliesen wiederentdeckt, die auch alle noch heile seien.
