Hauenstein RHEINPFALZ Plus Artikel Meyerer: Landesregierung macht sich vom MAB-Komitee abhängig

Immer noch gibt es auf dem ehemaligen Militärgelände Langerkopf eine kilometerlange Straße.
Immer noch gibt es auf dem ehemaligen Militärgelände Langerkopf eine kilometerlange Straße.

Norbert Meyerer gibt keine Ruhe. Der Hauensteiner will sich nicht damit abfinden, dass der Bau von Windkraftanlagen im Pfälzerwald mit Verweis auf das MAB-Komitee kategorisch abgelehnt wird. Er fragt sich, ob das Komitee beim Bau der Gasleitung, die einen großen Eingriff darstellt, gefragt wurde.

Der Hauensteiner Norbert Meyerer, der für die CDU dem Verbandsgemeinderat Hauenstein angehört, eckt mit seiner vehementen Forderung, den Pfälzerwald für die Gewinnung von Windenergie freizugeben, in den Reihen der südwestpfälzischen CDU an. Der Hauensteiner Verbandsgemeinderat hatte sich im Sommer 2022 aber hinter Meyerers Forderung gestellt und die Landesregierung aufgefordert zu prüfen, ob auf dem Langerkopf bei Wilgartswiesen Windkraftanlagen gebaut werden dürfen. Die Landesregierung hat das abgelehnt. Bei einem Ortstermin auf dem Langerkopf hat Landesumweltministerin Katrin Eder darauf hingewiesen, dass das MAB-Komitee, das über den Status des Biosphärenreservats Pfälzerwald wacht, den Bau von Windenergieanlagen im Pfälzerwald ablehnt. Und die Landesregierung wolle den Status des Biosphärenreservats nicht gefährden, so die Ministerin.

Meyerer erinnert daran, dass sich die rheinland-pfälzische Landesregierung verpflichtet habe, 2,2 Prozent der Landesfläche für den Standort von Windrädern auszuweisen. „Die Verbandsgemeinde Hauenstein könnte mit ihrer Fläche ihren Anteil an diesem geforderten Boden erfüllen. Allein das Gebiet um den Langerkopf würde ausreichen“, bemerkt Meyerer. Der Hauensteiner hat sich jetzt mit einem Brief direkt an die Ministerin gewandt und noch einmal darauf hingewiesen, dass der Standort Langerkopf ein für Windenergie geeigneter Bereich sei. Meyerer zitiert aus der Antwort Eders, in der die Ministerin den Standort ebenfalls für geeignet hält, aber erneut auf das MAB-Komitee verweist: „Die ihrerseits angesprochene Konversionsfläche am Langerkopf zählt zwar zu den Flächen, die aufgrund ihrer Vorbelastung und Lage in einer Entwicklungszone des Reservates im Falle einer Einigung mit dem MAB-Komitee grundsätzlich gut für eine Erzeugung erneuerbarer Energien geeignet wäre“, schreibt sie, „aufgrund der zentralen Fläche im ,Kern’ des Pfälzerwaldes fürchte ich allerdings, dass eine Einigung mit dem MAB-Komitee allenfalls die Windenergieerzeugung eher in der geeigneten Entwicklungszone am Rande des Pfälzerwaldes umfassen könnte.“ Und sie ergänzt, dass „zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine abschließende Einschätzung hinsichtlich der zukünftigen Zulässigkeit von Windenergieanlagen im Pfälzerwald nicht möglich“ sei.

Bei Gaspipeline das Komitee gehört?

Was Meyerer jetzt beschäftigt ist die Frage, ob das MAB-Komitee auch beim Bau der Gasleitung durch den Pfälzerwald gehört wurde. „Welche/welcher mitdenkender Bürger/in soll das verstehen? Auf der einen Seite die Forderung nach grüner Energie (Windräder), die allein zukunftsfähige Energie, die die Umwelt nicht belastet , auf der anderen Seite die Energie, die der Erde entzogen wird und verloren ist“, bemerkt er angesichts der 51 Kilometer langen Pipeline-Trasse, die fünf bis sechs Meter breit quer durch den südwestlichen Pfälzerwald gezogen werde. „Dabei müssen Bäume und anderer Bewuchs entfernt werden“, so Meyerer. „Gewiss, wir brauchen jetzt noch Öl, Gas und Photovoltaik, aber nur als Übergangsenergie, denn sie ist endlich. Das weiß auch die Ministerin. Ist denn der Druck und der Wille unserer Regierung so schwach, dass sie sich von dem MAB-Komitee abhängig macht?“, fragt er. Am Ende stelle sich noch die Frage, ob nicht auch der gewünschte vierspurige Ausbau der B10 am Einspruch des MAB-Komitees scheitern könnte.

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