Hauenstein / Mainz
Landesregierung lehnt Windkraftanlagen auf Langerkopf ab
„Die Landesregierung sieht einerseits die klare Notwendigkeit eines beschleunigten Ausbaus der Erneuerbaren Energien, möchte aber im Pfälzerwald durch entsprechende Aktivitäten keinesfalls den Status des Unesco-Biosphärenreservates gefährden“, schreibt Michael Hauer, Staatssekretär im Mainzer Umweltministerium, in dem Antwortbrief an Bürgermeister Patrick Weißer. Grünen-Politiker Hauer führt aus, dass „in entsprechenden Gesprächen mit dem nationalen MAB-Komitee bislang leider keine Einigung erzielt werden konnte, wie bei Beibehaltung des Status eines Biosphärenreservates eine verträgliche Umsetzung von Windenergieprojekten auf Teilflächen im Pfälzerwald realisiert werden kann“. Dass sich an dieser Haltung kurzfristig etwas ändert, ist nicht zu erwarten. „Im aktuellen Entwurf der Teilfortschreibung des Landesentwicklungsplans IV ist daher zunächst auch keine Öffnung für Windenergie im Pfälzerwald vorgesehen“, ergänzt Hauer.
Für Bürgermeister Patrick Weißler ist die Sachlage mit Blick auf Windkraftanlagen auf dem Langerkopf klar. „Wir dürfen nicht. Was in fünf Jahren ist, weiß man nicht“, sagt er im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Insbesondere Norbert Meyerer (CDU) und Manfred Seibel (Grüne) hatten sich angesichts der Energie- und Klimakrise vehement dafür ausgesprochen, auch Flächen im Pfälzerwald für die Energiegewinnung durch Windkraft- und Photovoltaikanlagen freizugeben. Ende Juni hatte sich der Verbandsgemeinderat mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen und beschlossen, bei der Landesregierung nachzufragen, ob sie das erlauben würde.
Thema Windkraft erst mal vom Tisch
Für Bürgermeister Weißler hat die Antwort aus Mainz die Konsequenz, dass das Thema Windkraft erledigt sei. „Wir werden das in künftigen Sitzungen nicht mehr behandeln“, sagt er. „Die Entscheidung der Landesregierung ist zu respektieren, viele teils sehr emotionale Diskussionen brauchen nun nicht mehr geführt zu werden, da die Sachlage nun klar ist“, betont er.
In Hauenstein habe es krasse Befürworter, krasse Gegner und „Leute zwischendrin“ gegeben, zu letzteren zähle er sich, ergänzt Weißler. „Wenn wir das Go bekommen hätten, wären wir in die Planungsphase eingetreten“, bemerkt der Bürgermeister. Es habe zwar aktuell keinen Interessenten gegeben, der auf dem ehemaligen Militärgelände Windkraftanlagen hätte aufstellen wollen, Gespräche darüber habe es in der Vergangenheit aber bereits gegeben.
Landesforsten bemüht sich um Photovoltaikanlage
Die Tür für die Nutzung des Langerkopfs zur Energiegewinnung ist mit dem Brief aber nicht ganz zugeschlagen. „Landesforsten steht als Flächeneigentümer einer entsprechenden Nutzung der Konversionsfläche sehr offen gegenüber und bemüht sich aktuell in einem ersten Schritt darum, zumindest Photovoltaikanlagen auf dem Langerkopf im kommunalen Einvernehmen zu realisieren“, schreibt der Staatssekretär. Das würde auch Weißler begrüßen. „Das stimmt uns sehr positiv. Hier ergibt sich Raum für die Kommunen, den Ausbau der Erneuerbaren Energien im Bereich Photovoltaik weiter zu betreiben, was zu gegebener Zeit erfolgen muss und wird“, bemerkt er. Sollte sich in diesem Bereich etwas tun, müssten die Gemeinde Wilgartswiesen und die Energiegesellschaft ins Boot geholt werden, erklärt Weißler.