Münchweiler
Mehr Tourismus für die VG Rodalben – aber nicht zu viel
Wenn es in der Südwestpfalz um Tourismus geht, liegt das Dahner Felsenland unangefochten an der Spitze. Die zweitmeisten Übernachtungen gab es im vergangenen Jahr in der Verbandsgemeinde Rodalben – wenn auch mit gewaltigem Abstand. Die drei Kandidaten, die sich um das Amt des Verbandsgemeindebürgermeisters bewerben, wissen um die Bedeutung des Tourismus in der Region. Ihre Ideen und Pläne haben sie beim RHEINPFALZ-Wahlforum im Münchweilerer Bürgerhaus diskutiert.
Wenn es nach Claus Schäfer geht, der für die CDU seinen Hut in den Ring wirft, sollen so viele Touristen wie möglich nach Rodalben und ins Gräfensteiner Land kommen. „Je mehr herkommen, desto schöner ist es“, sagte er. Aber: „Wir können nicht mehr Leute anlocken, als wir übernachten lassen können.“
Abhilfe könnte ein neues Hotel leisten. Mit diesem Thema hat sich Schäfer in seiner Position als Rodalber Stadtbürgermeister schon öfter befasst. „Wir haben genug geeignete Flächen und ich habe schon nach Investoren gesucht. Allerdings gibt es Zweifel, ob es sich rechnet“, berichtete Schäfer. Unter anderem habe es die Idee gegeben, auf dem Klinkenberg ein Resort nach Dahner Vorbild zu errichten. „Es wäre wunderbar, wenn wir so etwas hätten“, schwärmte der CDU-Kandidat.
„Müssen noch präsenter werden“
AfD-Kandidat Dirk Bauer sieht den Fremdenverkehr als wichtigen Wirtschaftsfaktor für die Verbandsgemeinde. „Wir haben in den vergangenen Jahren vieles an Industrie verloren. Deshalb müssen wir beim Tourismus noch präsenter werden“, forderte Bauer. Das aktuelle Angebot sei schon gut, müsse Bauers Meinung nach aber noch ausgebaut werden. „Unsere Wanderwege – besonders der Felsenwanderweg – und unsere Hütten sind schon viel wert. Das findet man nicht überall“, sagte Bauer.
Eine RHEINPFALZ-Leserin richtete vorab an den AfD-Kandidaten die Frage, wie die VG Rodalben vom Camping-Boom profitieren könnte. Bauer: „Wir haben viel Platz, aber keinen See. Der Clausensee gehört von der Gemarkung her ja nur halb zu uns. Vielleicht wären Wohnmobilstellplätze zwischen Münchweiler und Merzalben eine Möglichkeit.“
Mehr Angebote für Familien
Dass bei Wanderwegen mehr auf Qualität statt Quantität gesetzt wird, ist für Peter Spitzer ein guter Schritt. „Wir werden aber nicht an Dahner Zahlen herankommen“, sagte der Sozialdemokrat. Das solle aber auch gar nicht das Ziel sein, ergänzte er: „Wir haben ein gutes Maß an Wandertouristen und Mountainbikern. Damit können wir zufrieden sein.“
Dennoch forderte Spitzer, dass die VG attraktiver werden müsse. „Mir fehlt etwas für Familien“, so der SPD-Mann, dem beispielsweise ein Wasserspielplatz vorschwebt, wie es ihn bereits in Waldfischbach-Burgalben gibt.
Ferienwohnungen statt Fünf-Sterne-Hotel
Beim Thema Unterkünfte vertrat Spitzer eine andere Meinung als sein CDU-Kontrahent Schäfer. „Ein Fünf-Sterne-Hotel wie in Dahn sehe ich bei uns nicht“, sagte Spitzer. Er wolle viel mehr auf Ferienwohnungen mit höherem Standard in den Ortsgemeinden setzen, die den Gästen etwa eine Sauna bieten.
Mit dem Clausensee und dem Freibad Biebermühle, das saniert werden soll, habe die Verbandsgemeinde schon einiges zu bieten, betonte Spitzer. „Und zusätzlich haben wir hier sehr gute Gastronomie“, fügte er an. Die VG soll sich als Ziel für Wochenendtouristen und Familien präsentieren, sagte Spitzer: „Das tun wir jetzt schon und so machen wir auch weiter.“
Dieses Konzept bezeichnet der frühere Ortsbürgermeister von Donsieders als „sanften Tourismus“. Denn nach Spitzers Ansicht, und da widersprach er Claus Schäfer, sollen sich die Besucherströme in der Verbandsgemeinde in Grenzen halten. „Die Menschen, die hier leben, sollen nicht von Touristen überrannt werden“, so Spitzer.