Dahn RHEINPFALZ Plus Artikel Luchswanderungen im Pfälzerwald: Mehr erfahren, mehr entdecken

Karl-Heinz Klein vom Verein Luchs-Projekt Pfälzerwald/Vosges du Nord erklärt die Charakteristika des Tieres anhand eines Stoffti
Karl-Heinz Klein vom Verein Luchs-Projekt Pfälzerwald/Vosges du Nord erklärt die Charakteristika des Tieres anhand eines Stofftieres.

Der Luchs ist im Pfälzerwald wieder heimisch. Touristen haben viele Fragen dazu, und der Dahner Pfälzerwaldverein (PWV) will einen Teil davon beantworten.

Das Ansiedlungsprojekt für die Luchse läuft planmäßig, die Tiere haben auch Nachwuchs. „Die Leute wollen Informationen“, berichtet Peter Zimmermann, der sich beim Pfälzerwaldverein um die Infos über Luchs und Wolf kümmert. Deshalb sei die Infostation nun mit einer 3000 Euro teuren, großen Tafel erweitert worden. Damit dürfte noch nicht Schluss sein. „Der Goldschakal kommt vielleicht auch bald“, so Zimmermann.

Die Luchsstation informiert nun neben der Wolfstation an der Pfälzerwaldhütte Dahn. In Bälde könnten noch Infotafeln zum Goldsch
Die Luchsstation informiert nun neben der Wolfstation an der Pfälzerwaldhütte Dahn. In Bälde könnten noch Infotafeln zum Goldschakal folgen.

Am Samstag wurde die Infostation eingeweiht. Bei einer anschließenden Luchswanderung wurden 20 Interessierte über viele Aspekte des Luchses und seines Lebens im Pfälzerwald informiert. Die Luchswanderungen will der PWV ab April einmal im Monat anbieten, genauso wie die beliebten Wolfswanderungen. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Dahn, Holger Zwick, ist begeistert über das Engagement des PWV, das für den Tourismus einen hohen Wert habe, so Zwick.

Akzeptanz für die Luchse ist gut

Im Gegensatz zum Wolf sei der Luchs in der Bevölkerung gut akzeptiert, berichtet Julian Sandrini, Koordinationszentrum für Luchs und Wolf (Kluwo) in Trippstadt. Der Luchs sei wegen der fehlenden Verfolgung durch Jäger wenig scheu und habe keine große Angst vor Menschen, so Sandrini. Trotzdem halte er Abstand zum Menschen, sei aber durchaus sichtbar, wie eine Teilnehmerin der Luchstour berichten konnte, die beim Gassigehen mit ihrem Hund im Dunkeln einen Luchs gesehen habe.

Zwanzig Luchse seien seit 2016 freigelassen worden. Zwei davon starben im Verkehr. Aktuell schätzt Sandrini den Bestand auf sicher 16 Tiere. Dies habe durch ein Monitoring mit Fotofallen ermittelt werden können. Die Luchse seien wegen ihrer für jedes Tier einzigartigen Fellzeichnung klar identifizierbar, so Sandrini.

Inzucht ist ein Problem

Das Projekt habe aktuell ein Problem mit Inzucht. Es gebe zu wenig Weibchen und in zwei Fällen sei es zu Inzucht gekommen. Der Luchs Filou habe sich wohl mit zwei seiner Töchter gepaart, berichtet der Luchskoordinator, der die Inzuchtfälle aber nicht so dramatisch sieht. „Das verträgt so ein Projekt“, meint Sandrini und erzählte von einem Luchs, der mit einer Linsenverschiebung in den Augen gefunden worden sei, was eine Folge von Inzucht sein könne. Das Tier sei letztlich fast blind geworden. Im Bereich des Dahner PWV-Hauses wurden aber öfter Spuren des Luchsweibchens Gaupa gefunden, berichtete Sandrini. Das Tier hatte wohl zweimal Nachwuchs.

Die hiesigen Luchse stammen alle von Populationen in der Schweiz und Slowakei. Bei der Luchstour informierte Karl-Heinz Klein vom Verein Luchs-Projekt Pfälzerwald/Vosges du Nord über die Eigenschaften des Tieres, das so groß wie ein ausgewachsener Schäferhund werden könne. Klar erkennbar sei der Luchs neben seiner Größe durch die Pinselhaarbüschel an den Ohren und den sehr kurzen Schwanz.

Ein Luchsmännchen brauche ein Revier von 350 Quadratkilometern, die Weibchen nur 100 Quadratkilometer. Bevorzugt halte sich der Luchs an Waldrändern auf, da dort die Rehe auch ihre Nahrung fänden, die ganz oben auf dem Speiseplan des Luchses stehen. Sandrini und Klein betonten, dass Luchse keine Menschen angreifen. Sehr selten vergreife sich ein Luchs an Weidetieren. Im elsässischen Lembach hatte eine Schafhalterin von drei Rissen durch den Luchs berichtet. Laut Sandrini war es wohl immer der selbe Luchs in Lembach.

Info

Wer Luchse sieht oder ein vom Luchs gerissenes Tier findet, kann dies unter der Telefonnummer 06306 911199 oder per E-Mail kluwo@wald-rlp.de melden.

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