Kommentar
Kreishausumbau wird zum Luftschloss
Schon bei der Vorstellung der Machbarkeitsstudie zum Um- und teilweisen Neubau der Kreisverwaltung im Juni 2021 keimten Zweifel an der genannten Summe von 30 Millionen Euro. Jetzt, nach einer Neuberechnung, stehen rund 55 Millionen Euro unter dem Strich. Das kann der Kreis nicht bezahlen. Er ist in einer misslichen Situation. Auf der einen Seite fordert er vom Land mehr Geld, weil er durch die Reform des kommunalen Finanzausgleichs benachteiligt wurde und droht mit einer Klage. Auf der anderen Seite muss der Kreis als Bittsteller auftreten und beim Land um Hilfe beim Kreishausumbau betteln. Dumm, dass man jetzt keinen Roten mehr in die SPD-geführten Innen- und Finanzministerien schicken kann, um namens des Kreises zu verhandeln. Die große Koalition mit der SPD hat die CDU ja platzen lassen.
Die kostengünstigste Variante ist der Neubau an einer anderen Stelle. Wenn es die Spitzen von Kreis und Stadt mit ihrem Kooperationswillen ernst meinen, dann sollten sie jetzt gemeinsam auf die Standortsuche gehen. Vielleicht könnten dann sogar ein paar Stadt- und Kreis-Büros zusammengelegt werden.

