Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Millionen-Schock beim Kreishausumbau

Die Kosten für die Sanierung des Kreishauses und einen Neubau klettern immer höher.
Die Kosten für die Sanierung des Kreishauses und einen Neubau klettern immer höher.

Als die Planer der Ludwigshafener Gesellschaft Sander Hofrichter Architekten im Mai 2021 die Machbarkeitsstudie zum Umbau und Teilneubau der Kreisverwaltung präsentierten, wurde die günstigste Lösung auf rund 30 Millionen Euro geschätzt. Am Montag berät der Kreistag über aktualisierte Pläne. 54 Millionen Euro kostet die billigste Variante.

Die Ludwigshafener Gesellschaft Sander Hofrichter Architekten hat in ihrer Machbarkeitsstudie drei Alternativen untersucht. Die erste Variante beinhaltet den Teilabriss bestehender Gebäude, die Sanierung des Büroturms der Kreisverwaltung und die Anbindung eines Neubaus. Die zweite Variante sieht einen Neubau auf dem Gelände am Unteren Sommerwaldweg und den Abriss der bestehenden Gebäude vor. Die dritte Variante betrachtet einen Neubau auf einem fiktiven Grundstück.

Die letztgenannte Variante wird von den Planern als wirtschaftlichste Variante betrachtet. Auf 54,3 Millionen Euro sind die Baukosten für einen Massivbau geschätzt. Allerdings, das war bereits 2021 diskutiert worden, gibt es aktuell kein geeignetes, baureifes Grundstück, wo sich dieser Neubau verwirklichen lässt. Die beiden anderen Varianten sind teurer. Der Teilabriss mit Anbau kostet 55,3 Millionen Euro, der Neubau auf dem Sommerwald 56,7 Millionen Euro. Alle Kostenschätzungen beziehen sich auf die Massivbauweise.

Ohne Landesförderung nicht möglich

Die Kostenschätzungen sind nicht nur wegen der Preisentwicklung im Bausektor aktualisiert worden, sondern weil die neue Kreistagskoalition auch Parameter wie die CO2-Bepreisung und die Holzhybrid-Bauweise berücksichtigt haben wollte. Herausgekommen sind geschätzte Kosten, die für den Landkreis Südwestpfalz eigentlich nicht zu finanzieren sind. Seit der Reform des kommunalen Finanzausgleichs ist das jährliche Haushaltsdefizit auf einen zweistelligen Millionenbetrag angewachsen. Die Kreisumlage stieg zuletzt um drei Prozentpunkte.

„Eine Investition in der vorgenannten Größenordnung ist ohne Förderung durch das Land nicht zu leisten“, heißt es in der Beschlussvorlage des Kreistags. Eine Förderung durch das Land sei die zwingende Voraussetzung, um eine der Varianten umsetzen zu können. Deshalb soll die Förderquote für jede Variante beim Land abgefragt werden.

Abteilungen ins Bananabuilding verlegt

Der Kreistag hatte sich vor drei Jahren für den Teilabriss von Gebäuden, die Sanierung des 50 Jahre alten Büroturms und den Bau eines weiteren Bürogebäudes auf dem Gelände der Kreisverwaltung entschieden. Auf rund 30 Millionen Euro waren die Kosten damals geschätzt worden. Diese Variante würde nun 55,3 Millionen Euro kosten. Allerdings ist der Flächenbedarf seit der ersten Betrachtung gestiegen. Das liegt daran, dass die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion einen Gesamtbedarf von 386,6 Stellen bei der Kreisverwaltung genehmigt hat. Dadurch ergibt sich eine benötigte Nutzungsfläche von 7732 Quadratmeter.

Der Kreis steckt in einer Zwickmühle, da der Sanierungsbedarf am Kreishaus groß ist und der Raumbedarf in den bestehenden Räumlichkeiten am Unteren Sommerwaldweg nicht gedeckt werden kann. Zuletzt wurden Büroflächen angemietet und einzelne Organisationsabteilungen wurden ausgelagert. So zogen etwa die Kreismusikschule, die Kreisvolkshochschule und die LAG Pfälzerwald in das Bananabuilding auf der Husterhöhe um.

Räume mieten, Büroturm sanieren

In dieser Woche, am Donnerstag und Freitag, wechseln die drei Einrichtungen im Gebäude noch einmal die Etage und sind deswegen geschlossen. Im Anschluss soll die Bauabteilung vom Kreishaus ins Bananabuilding umziehen. Dort stehen noch weitere Büroflächen zur Anmietung zur Verfügung. Dadurch eröffnet sich für die Kreisverwaltung eine weitere Option: Mit der Anmietung weiterer Büroflächen ließe sich der akute Raumbedarf decken. Möglicherweise könnte dadurch auf einen Neubau verzichtet werden.

In die Überlegungen soll deshalb die wirtschaftlich sinnvolle Sanierung des Gebäudebestands ohne einen Neubau einbezogen werden. Die Planer hatten vor drei Jahren ausgeführt, dass der jüngste Trakt der Verwaltungsgebäude, in dem der Kreistagssaal und das Jugendamt untergebracht sind, nicht mehr wirtschaftlich zu sanieren sei.

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