Hauenstein RHEINPFALZ Plus Artikel Kontaktbeschränkung ist im Kloster Alltag

Schwester Mirjam darf im kleinen Klosterladen des Hauensteiner Karmelklosters derzeit keine Kunden bedienen. Auf Bestellung könn
Schwester Mirjam darf im kleinen Klosterladen des Hauensteiner Karmelklosters derzeit keine Kunden bedienen. Auf Bestellung können aber Motivkerzen, Spruchkarten und anderes abgeholt werden

Der Konvent im Kloster der Unbeschuhten Karmelitinnen in Hauenstein lebt in strenger Klausur. Die aktuell acht Ordensschwestern im Alter von 51 bis 86 Jahren verlassen das Kloster nur in Notfällen, beispielsweise für einen Arztbesuch. Für sie sind die durch Corona bedingten Kontaktbeschränkungen per Ordensregel Teil des Alltags. Wirkt die Pandemie auch in ihre Gemeinschaft hinein?

„Wir leben als Gemeinschaft in unserer Klausur, gehen nicht nach draußen. Und unser Alltag mit Gebet und Arbeit läuft ja im Kloster selbst auch unbeeinflusst weiter“, informiert die Priorin des Klosters, Schwester Elia vom Erbarmen Gottes. „Und wir sind glücklich und dankbar, dass wir auch in den vergangenen Wochen und Monaten täglich die Messe mitfeiern durften und dass nun auch wieder Gläubige von draußen teilnehmen dürfen“, berichtet sie.

Aber sie sähen auch die Bilder von „draußen“, hörten die Berichte. „Und wir spüren auch, dass uns das Virus berührt, alles ist anders, ruhiger, stiller“, sagt sie. Die sonst um diese Zeit üblichen Gruppenbesuche der Kommunionkinder beispielsweise seien bereits im vergangenen Jahr ausgefallen und würden auch in diesem Jahr wohl nicht zustande kommen. Überhaupt gebe es deutlich weniger Kontakte nach „draußen“.

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Kerzen können telefonisch bestellt werden

Das rührt auch daher, dass der Klosterladen derzeit „nur bedingt“ geöffnet hat. Hier, an der Pforte des Klosters, werden unter anderem jene Motivkerzen, die die Schwestern im Kloster kunstvoll verzieren, angeboten. Es sind beispielsweise Tauf- und Kommunionkerzen oder Kerzen, die sich für viele Anlässe zum Verschenken anbieten.

Aufgrund der Corona-Bestimmungen muss der kleine Laden, der auch künstlerische Spruchkarten und Devotionalien anbietet, geschlossen bleiben. Aber die Waren könnten, so berichtet Schwester Miriam, die sich den Pfortendienst mit Schwester Stefana teilt, auch telefonisch (06392/1430) bestellt und abgeholt werden. Außerdem habe man eine kleine Auswahl an Motivkerzen auf einem Wagen gerichtet, der ins Freie gefahren werden kann, damit die Kunden dort auswählen können.

Weniger Osterkerzen und Hostien gefragt

Stichwort Bestellungen: „Wir spüren in diesem Jahr einen deutlichen Rückgang an Bestellungen von Osterkerzen, die in den Pfarreien in der Osternacht geweiht werden“, berichtet die Priorin. „Ob in diesem Jahr wieder die Osternacht gefeiert werden kann? Wir wissen es nicht.“ Und weil die Zahl der Gottesdienste im vergangenen Jahr überall maßgeblich reduziert worden sei, wurde die Osterkerze aus dem Jahr 2020 auch kaum entzündet, ist also „wie neu“, sodass manche Pfarreien lediglich die Jahreszahl verändern wollen: Aus 2020 mach 2021.

Einen deutlichen Rückgang erlebt das Kloster auch bei der Nachfrage nach Hostien aus den Pfarreien. In den Jahren zuvor waren die Schwestern des Konvents in der Hostienbäckerei beteiligt, per anno bis zu zwei Millionen des Brotes, das in der Messe konsekriert und bei der Kommunion den Gläubigen gereicht wird, zu backen. Auch hier schlagen die nicht stattfindenden Gottesdienste durch: „Wir haben das überschlagen: Die Bestellungen sind etwa um die Hälfte zurückgegangen“, sagt Schwester Elia.

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