Hauenstein
Kommentar: Es wird Zeit

Sprache stellt manchmal Fallen. Im Fall der Neuorganisation der Verwaltung der VG Hauenstein war seit April 2020 von einem Gutachten die Rede, das es möglich machen werde, die Verwaltung zukunftsfest aufzustellen. Die Wortmeldungen in den Ratssitzungen des vergangenen Jahres – „Alles auf den Prüfstand stellen“ oder „Das Gutachten ist die Grundlage aller weiteren Entscheidungen zur Personalstruktur“– machten deutlich, dass man im Rat einen großen Wurf von dem für 30. September angekündigten Gutachten der Kommunalberatung erwartete. Jetzt aber stellt sich heraus, dass wohl von einem „Gutachten“ gesprochen wurde, dass aber lediglich ein „Personalentwicklungskonzept“ gemeint und in Mainz beauftragt war. Dass auch dieser weniger komplexe Teil noch nicht vorliegt, spricht nicht für die Konsequenz, mit der bei allen hinderlichen Faktoren im Rathaus an dieser entscheidenden Aufgabe gearbeitet wurde.
Der neue Bürgermeister Patrick Weißler hat gut daran getan, den Ablauf des Verfahrens detailliert zu rekonstruieren. Manche Fragen bleiben trotzdem offen, beispielsweise die, warum es so unendlich lang dauern musste, bis die Begrifflichkeit geklärt war, und warum die Deadline so grandios verfehlt wurde. Diese Fragen zu klären, wird auch Aufgabe des Rates sein und sie sind nur zu klären mit bedingungsloser Transparenz – auch gegenüber der Öffentlichkeit.
Jetzt soll das umfängliche Gutachten also endlich erstellt werden. Und wenn es vorliegt, dann müssen sich Rat und Verwaltung sputen, die Empfehlungen der Kommunalverwaltung umzusetzen. Die Entscheidung darüber, ob die Verbandsgemeinde Hauenstein weiter selbstständig bleiben kann, rückt näher, Tag für Tag. Da ist keine Zeit mehr zu verlieren.
