Hauenstein
Klares Wählervotum für Patrick Weißler
Für Patrick Weißler entschieden sich 69,7 Prozent und damit mehr als zwei Drittel der Wähler. Der Außenseiter Thomas Weisgerber aus Kaiserslautern kam auf achtbare 30,3 Prozent. Ernüchternd die Wahlbeteiligung: Nachdem vor zwei Wochen noch 51,2 Prozent der Wahlberechtigten abstimmten, kamen bei der Stichwahl am Sonntag nur noch 44,1 Prozent in die Wahllokale.
Das Ergebnis war so erwartet worden, hatte doch beim ersten Wahlgang Patrick Weißler mit über 40 Prozent der Stimmen einen Vorsprung von 22 Prozent vor Thomas Weisgerber. Weißler konnte diesen Vorsprung nun auf annähernd 40 Prozent ausbauen und damit fast verdoppeln, was in dieser Deutlichkeit nicht zu erwarten war. Für ihn stimmten in absoluten Zahlen 2228 der insgesamt 3255 Wähler und damit mehr als doppelt so viele wie für Weisgerber, der 967 Stimmen sammelte.
Der neue Verbandsbürgermeister verfolgte die Auszählung der Stimmen sichtlich angespannt. Bei den recht schnell eingehenden Ergebnissen aus den einzelnen Stimmbezirken, die auf der Leinwand im Sitzungssaal des Rathauses öffentlich gemacht wurden, zeichnete sich aber sehr rasch ab, dass der Kandidat aus Schwanheim, den die FWG VG unterstützte, die Wahl mit großem Vorsprung gewinnen würde. Als das Endergebnis gegen 18.45 Uhr feststand, gab’s unter den rund 30 Interessierten spontanen Beifall.
Weißler in allen Orten vorne
Weißler lag in allen Ortsgemeinden vorne. Sein bestes Ergebnis erzielte er in Darstein mit 92,5 Prozent. In Dimbach, Lug, Schwanheim und Spirkelbach lag er zum Teil deutlich über 80 Prozent. Weisgerber erzielte seine besten Ergebnisse in Hinterweidenthal (39,9 Prozent) und Hauenstein (38,4 Prozent).
Im Gespräch mit der RHEINPFALZ zeigte sich Weißler zunächst „überrascht über den großen Vorsprung“, auch wenn das Endergebnis der Stichwahl „stimmig“ zum ersten Wahlgang passe. Thomas Weisgerber zollte er seinen „großen Respekt“ und dankte für den „immer fairen, eigentlich freundschaftlichen Wahlkampf“. Dank richtete er auch an die Wähler für das „übergroße Vertrauen“. Er werde alles daransetzen, dieses Vertrauen im neuen Amt, das er spätestens zum 1. November antreten werde, zu rechtfertigen.
Mitbewerber nimmt es sportlich
Thomas Weisgerber nahm das Ergebnis sportlich: „Der Wähler hat entschieden. Das ist Demokratie“, sagte er. Und: „Wer bei Wahlen antritt, muss auch mit einer Niederlage leben können“, kommentierte er das Wahlergebnis. Seinem Konkurrenten gab der bei der VG-Verwaltung als Bautechniker tätige Lauterer freilich eine Aufgabe mit auf den Weg ins Amt: „In meinem Tätigkeitsbereich muss sich zeitnah etwas ändern, um die permanente Arbeitsüberlastung des Personals zu beenden.“
Der bisherige Rathauschef Werner Kölsch, der aus gesundheitlichen Gründen Ende Juli aus dem Amt geschieden war, bestätigte Weisgerber „ein sehr achtbares Ergebnis“. Der Wahlsieg Weißlers aber sei nach dem ersten Urnengang zu erwarten gewesen. Er wünsche seinem Nachfolger eine „glückliche Hand“ und bot ihm seinen Rat an, „wenn der gewünscht sein sollte“.
Wahlbeteiligung noch niedriger
Auch bei der Stichwahl enttäuscht die Wahlbeteiligung. Sie lag mit 44,1 Prozent noch einmal um sieben Punkte unter der des ersten Urnengangs. Und wieder fällt Hinterweidenthal aus dem Rahmen. Gerade mal 22,9 Prozent gingen in der Teufelstischgemeinde zur Wahl.
Dass die Wahlbeteiligung eher schwach ausfallen würde, das hatte sich beispielsweise in den Hauensteiner Stimmbezirken schon früh angedeutet: Etwa zur Hälfte der Öffnungszeit, kurz nach 13 Uhr, zog man in der Marienschule ein fast ernüchterndes vorläufiges Fazit. „Sehr, sehr ruhig“, sagte Gemeindemitarbeiter Bernhard Seibel, der die Wähler am Eingang zur Schule an die Corona-Regeln erinnerte. Aus einem der vier Stimmbezirke war zu hören, dass zur „Halbzeit“ gerade mal 40 Wähler erschienen waren. „Zum gleichen Zeitpunkt vor 14 Tagen hatten bereits über hundert Personen abgestimmt“, meinte ein Wahlhelfer. Am Nachmittag zog die Wahlbeteiligung etwas an.
