Massweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Juniorkoch Max Borst zum Aufsteiger des Jahres nominiert

Max Borst, im „Feinschmecker“ derzeit beim Wettbewerb „Aufsteiger des Jahres“ nominiert, schreinert in seiner Freizeit. Ein Exem
Max Borst, im »Feinschmecker« derzeit beim Wettbewerb »Aufsteiger des Jahres« nominiert, schreinert in seiner Freizeit. Ein Exemplar dieser Arbeit: der Kuhkopf im Restaurant.

Max Borst, Juniorkoch im Maßweiler Sternerestaurant Borst, steht beim Restaurant-Magazin „Feinschmecker“ zur Wahl als „Aufsteiger des Jahres“. Die RHEINPFALZ hat ihn im Familienbetrieb besucht.

Das Kochen, so sagt Max Borst, wurde dem heute 28-Jährigen bereits in die Wiege gelegt. Das Restaurant der Eltern ist seit vielen Jahren Anlaufstelle von Gourmet-Fans in der Südwestpfalz. Seit zwei Jahren trägt es sogar den Michelin-Stern an seiner Fassade. Die eigentliche Ausbildung zum Koch hat Max Borst aber nicht im Betrieb seiner Eltern absolviert. „Mir war damals schon klar, dass ich die Ausbildung zum Koch woanders machen werde“, erzählt er. Hintergrund dieser Entscheidung sei ganz klar das Ziel gewesen, die Arbeitsweisen anderer Restaurants kennenzulernen, in deren Küchen ganz andere Ideen, Handlungsabläufe und Koch-Grundsätze gelten.

Gelernt hat Borst in der Zweibrücker Fasanerie sowie im Gasthaus Erfort in Saarbrücken. Nach der Lehre ging es dann an die Mosel, genauer gesagt ins Restaurant Schanz in Piesport. „Als ich da war, hatte Thomas Schanz noch zwei Sterne, jetzt sind es sogar drei. Er ist einer von zehn Gastronomen in ganz Deutschland, die aktuell drei Sterne tragen.“ Der Wechsel nach der Ausbildung direkt in eine Sterneküche beschreibt Borst rückblickend als „riesengroßen Schritt“. Die Zeit war nervenaufreibend und arbeitsintensiv.

Neue Impulse gesetzt

Der Koch macht deutlich: „Das schafft nicht jeder. Man braucht enorm viel Ehrgeiz. Dafür lernt man aber sehr viel.“ Das Gelernte, etwa gewisse Geschmackskompositionen, sind noch heute fester Bestandteil von Borsts täglicher Arbeit. Bevor es Borst 2022 zurück nach Maßweiler zog, kochte er noch in der „Schwarzwaldstube“ in Baiersbronn. Laut Borst das Lokal, das die längste Zeit durchgehend mit drei Michelinsternen ausgezeichnet ist – von 1995 bis heute.

Das Wissen aus den anderen Küchen brachte Borst dann in Maßweiler ein. Neue Impulse habe er damit bewusst gesetzt, Streitereien mit Vater Harry Borst gab es deshalb nicht. „Kochen ist ein stetiges Weiterentwickeln. Das fängt schon jeden Tag mit den Produkten an.“

Nominierung völlig überraschend

Borsts Fokus liegt auf der französischen Küche. Und dennoch probiert er Gerichte aus anderen Ecken der Welt aus. Besonders gerne mag er italienische Gerichte. „Die sind im Vergleich zur französischen Küche, in der viel mit Butter, Crème fraiche und Sahne gekocht wird, viel leichter im Geschmack“, erklärt er. Bei seinem persönlichen Lieblingsessen bleibt Borst dann aber streng pfälzisch: Saumagen mit Sauerkraut.

Dass er nun beim Voting zum „Aufsteiger des Jahres“ im Feinschmecker nominiert ist, macht den 28-Jährigen stolz. Die Anfrage, ob er beim Wettbewerb mitmacht, kam per Mail von der Gourmet-Zeitschrift. Für Borst völlig überraschend.

Schreinern und Radfahren

Der Koch hat neben dem Rühren in der Küche übrigens noch ein ganz anderes, dem Kochen völlig abgewandtes und dennoch handwerklich angehauchtes Hobby: das Schreinern. „Die Beistelltische im Restaurant habe ich gebaut, genauso den Kuhschädel hier an der Wand.“ Die Arbeit mit dem Holz hat sich der 28-Jährige über die Jahre selbst beigebracht, das Werkzeug und die Maschinen nach und nach angeschafft. Und wenn er dann noch etwas Freizeit hat, geht der gebürtige Maßweiler in der Umgebung Radfahren. Auf den Touren in Lokale zum Essen und Trinken einzukehren, „gehört dann auf jeden Fall dazu“.

Info

Mehr zum Wettbewerb gibt es unter www.feinschmecker.de/aufsteiger-des-jahres.

Zur Sache: Frühstück ausgezeichnet

Das Restaurant-Magazin „Feinschmecker“ kürt nicht nur den Aufsteiger des Jahres, sondern vergibt auch Auszeichnungen – jüngst für das Frühstück des Maßweilerer Sternerestaurants Borst. Das Gourmet-Magazin lobte die Eierspeisen sowie die Auswahl beim Schinken, der Salami und vor allem dem Käse. Das Mahl ist den Hotelgästen vorbehalten, sagte Restaurant-Chef Harry Borst bereits vor einigen Wochen zur RHEINPFALZ. Es würde immer wieder angepasst und mit neuen Zutaten bestückt.

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