Thaleischweiler-Fröschen RHEINPFALZ Plus Artikel HR-Group befürchtet keine Auswirkungen durch Reno-Insolvenz

280 Mitarbeiter beschäftigt die HR-Group an ihrem Logistikstandort in Thaleischweiler-Fröschen.
280 Mitarbeiter beschäftigt die HR-Group an ihrem Logistikstandort in Thaleischweiler-Fröschen.

Die Schuhhandelskette Reno ist zahlungsunfähig. In den Geschäften in Pirmasens und Zweibrücken gibt es derzeit hohe Rabatte, viele Regale in den Läden sind aber leer. Die HR-Group, die zum 1. Oktober das Reno-Filialgeschäft verkauft hat, sieht ihren Logistik-Standort in Thaleischweiler-Fröschen durch die Reno-Insolvenz nicht gefährdet.

Wer derzeit eine der Reno-Filialen in Pirmasens und Zweibrücken aufsucht, sieht viele leere Regale in den Läden. Die Stimmung unter den Angestellten ist gedrückt, äußern möchte sich keiner zur aktuellen Situation. Schuhe gibt es weiterhin zu kaufen, und das bei hohen Nachlässen.

In der Reno-Filiale in Pirmasens gibt es hohe Rabatte, viele Regale sind aber leer.
In der Reno-Filiale in Pirmasens gibt es hohe Rabatte, viele Regale sind aber leer.

Seit Dienstag hat der vorläufige Insolvenzverwalter Hamer von Valtier das Sagen. Das Unternehmen soll in vollem Umfang fortgeführt werden, hieß es. Von Valtier bemüht sich um eine vorläufige Insolvenzgeldvorfinanzierung, um die Löhne bis Ende Mai zu sichern. Gleichzeitig läuft die Suche nach einem Investor. Ziel sei der Erhalt des Unternehmens, das 1977 in Pirmasens von Franco Prosser und Dieter Götz zunächst als Schuhversandhandelsunternehmen gegründet worden war. Reno betreibt in Deutschland 180 Filialen und beschäftigt rund 1100 Mitarbeiter. Die Niederlassungen in Österreich und der Schweiz sind von der Insolvenz nicht betroffen.

Schon vor der Insolvenz viele Regale leer

Die HR-Group hatte das Filialgeschäft zum 1. Oktober an die cm.sports GmbH sowie deren Kooperationspartner GA Europe verkauft. Die neuen Eigentümer starteten mit einem Sonderverkauf, räumten die Lager und stellten die Kassensysteme um. Schon vor der Insolvenz fiel auf, dass der Warenbestand in den Läden übersichtlich ist, es bei der Frühjahrsware offenbar Lieferprobleme gab.

In einer am Freitag verbreiteten Pressemitteilung nannte das Unternehmen unter anderem das seit der Corona-Pandemie zurückhaltende Käuferverhalten und die Verlagerung des Geschäfts ins Internet, der Zusammenbruch der Lieferketten und die Energiekrise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Zuletzt habe die Inflation dem Unternehmen zugesetzt.

HR-Group plant keine Entlassungen

Die Osnabrücker HR-Group wollte sich gegenüber der RHEINPFALZ weder zur Reno-Insolvenz äußern noch diese kommentieren. Sie informierte über ihre Medienagentur aber darüber, dass die HR-Group keine größeren Auswirkungen der Reno-Insolvenz auf ihren Logistikbereich befürchte. Die HR-Group unterhielt lange zwei Logistikstandorte in Thaleischweiler-Fröschen und in Osnabrück, vor sechs Jahren führte sie diese beiden am Standort Thaleischweiler-Fröschen zusammen. „In den letzten Jahren wurde die Logistik der HR-Group in Thaleischweiler-Fröschen sukzessive zu einem Dienstleister für Schuhlogistik weiterentwickelt, der für verschiedene Partner und Kunden der HR-Group tätig ist“, teilte das Unternehmen mit. Reno sei einer davon. Aktuell seien rund 280 Mitarbeiter in Thaleischweiler-Fröschen beschäftigt. „Kurzarbeit oder Entlassungen sind derzeit nicht geplant“, so die HR-Group.

Das Reno-Outlet auf dem HR-Gelände ist geschlossen.
Das Reno-Outlet auf dem HR-Gelände ist geschlossen.

Auf dem Gelände der HR-Group in Thaleischweiler-Fröschen befand sich bis vor Kurzem noch ein Reno-Outlet. Dieses Geschäft ist mittlerweile geschlossen. Ein paar Meter weiter hat Anfang März ein „Markenschuh-Outlet“ eröffnet, das Schuhe der Marken anbietet, die sich auch im Sortiment von Reno finden. Dieses Schuhgeschäft gehört zur HR-Group.

Ein paar Meter weiter werden Schuhe aus dem Reno-Sortiment in einem „Markenschuh-Outlet“ verkauft.
Ein paar Meter weiter werden Schuhe aus dem Reno-Sortiment in einem »Markenschuh-Outlet« verkauft.
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