Thaleischweiler-Fröschen RHEINPFALZ Plus Artikel HR Group verkauft Reno-Filialgeschäft

Die rund 230 deutschen Filialen sowie weitere in Österreich und in der Schweiz sind von der cm.sports GmbH übernommen worden. Eb
Die rund 230 deutschen Filialen sowie weitere in Österreich und in der Schweiz sind von der cm.sports GmbH übernommen worden. Ebenso die insgesamt 1500 Arbeitsplätze in Filialen und Außendienst.

Über 20 Jahre waren Hamm und Reno fest verbunden, nun ist Schluss damit. Das Reno-Filialgeschäft hat den Eigentümer gewechselt. Die gute Nachricht: Mitarbeiter und Standorte werden übernommen. Am Logistik-Standort Thaleischweiler -Fröschen hält die Osnabrücker HR Group aber weiter fest und will diesen auch stärken.

Seit 1. Oktober arbeiten die Filialen des Reno-Schuhhandels unter dem Dach eines neuen Eigentümers. Die bisherige Muttergesellschaft, die HR Group mit Sitz in Osnabrück, hat die Reno Schuhcentrum GmbH mit ihren jeweiligen Tochtergesellschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz samt deren Standorten und den Onlineshops an den Einzelhandelsspezialisten cm.sports GmbH sowie seinen Kooperationspartner GA Europe verkauft. Wie die HR Group mitteilte, werden bei der Übernahme alle in den Reno-Filialen beschäftigen Mitarbeiter sowie der Außendienst übernommen. Die Standorte, die es auch in der Südwestpfalz gibt, werden unter dem Markennamen Reno weitergeführt.

In Deutschland hat Reno zuletzt nach weiteren Angaben eines Sprechers rund 230 Schuhverkaufs-Filialen betrieben, in Österreich rund 30 und in der Schweiz rund 15. Durch den Verkauf der Reno-Sparte gehen von der HR Group mit bisher etwa 2500 Mitarbeitern 1500 Arbeitsplätze von Filial- und Außendienstmitarbeitern an die cm.sports GmbH über. Vom Verkauf nicht berührt ist der Standort Thaleischweiler-Fröschen mit zuletzt bis zu 400 Beschäftigten, wo die HR Group ihre gesamte Logistik konzentriert hatte.

Konzentration auf Logistik und Systemgeschäft

Die Logistik ist ein Bereich, auf den sich die HR Group nun auch stärker konzentrieren will. Dieser Bereich habe sich, sagt Pressesprecher Pietro Nuvoloni von der Agentur Dictum Media GmbH, zuletzt auch erfreulich entwickelt. Dort werden längst nicht nur Reno-Schuhe auf ihren Weg in Filialen gebracht, sondern auch logistische Dienstleistungen für andere Anbieter übernommen. Neben der weiteren Optimierung der logistischen Abläufe für das eigene Handelsgeschäft soll auch das Dienstleistungsangebot für Drittkunden weiter ausgebaut werden. Derzeit spürten zwar auch sie eine Zurückhaltung infolge des Ukraine-Krieges, stellt Nuvoloni fest, aber dieser Bereich habe wegen des wachsenden Online-Geschäftes insgesamt gute Perspektiven. Mit dem Verkauf hat die HR Group vereinbart, dass die Reno-Filialen auch weiterhin von ihrer Logistik-Sparte mit beliefert werden.

Anders sieht es im stationären Handel aus, zu dem die Filialen zählen. Dieses Geschäft sei ein zunehmend schwieriges geworden, so Nuvoloni – ein Grund für die HR Group, eine strategische Neuausrichtung einzuleiten. Management und Gesellschafter hätten daher beschlossen, dass die HR Group sich auf das weitere Wachstum der Sparte Logistik konzentriert sowie auf ihr Systemgeschäft, also beispielsweise die Einrichtung von Flächen in Warenhäusern. Dienstleistungen in diesem Bereich übernimmt die HR Group ebenfalls für andere Handelsunternehmen in verschiedenen Marktsegmenten. Dazu gehören etwa Ladenbau, Kollektionsentwicklung, Warenbeschaffung und -steuerung und mehr. Die europäische Marktführerschaft soll dort nun ausgebaut werden.

Über 20 Jahre verbunden

Mit dem Verkauf der Reno-Sparte endet eine über 20-jährige Verbindung. Im Jahr 2000 hatte das Osnabrücker Schuhhandelsunternehmen Hamm von der Investmentgesellschaft Divaco AG eine Beteiligung an der finanziell angeschlagenen Reno-Gruppe in Höhe von 25 Prozent sowie die operative Führung übernommen. Damalige Befürchtungen, das kleinere Schuhhandelsunternehmen aus Osnabrück könnte den Standort am Schwarzbach schließen, traten nicht ein; in die Logistik wurde stattdessen investiert. 2005 schlossen sich Hamm und Reno unter dem Dach der neuen Holding HR Group GmbH & Co. KG zusammen.

Neuer Eigentümer will Reno weiterentwickeln

Bei dem neuen Reno-Eigentümer, der cm.sports GmbH mit Hauptsitz in Springe bei Hannover, handelt es sich laut HR Group um einen erfahrenen Experten mit reinem Fokus auf den Einzelhandel. Geschäftsführer sind Dieter Metz und Meike Müller, die ebenfalls – mit Christian Müller – die cm.solutions GmbH führt. Dieses Unternehmen hat beispielsweise 2021 den Schweizer Schuhfilialisten Karl Vögele AG übernommen, mit dem Ziel, diesen zum führenden Schweizer Schuhhändler zu entwickeln.

Reno wollen die neuen Eigentümer ebenfalls weiterentwickeln: Mit einer „klugen Vernetzung“ zwischen stationärem Geschäft und dem stark wachsenden Online-Geschäft solle der Vertrieb auf mehreren Kanälen vorangetrieben werden, heißt es. Dank erfahrener Mitarbeiter in den Filialen werde der Service für die Kunden sichergestellt und intensiviert werden. Demnächst solle es zeitlich begrenzte Sonderverkäufe geben: Zwecks Anpassungen beim Sortiment gebe es in den nächsten Monaten in den Reno-Filialen Sonderverkäufe über den Kooperationspartner GA Europe, einen Dienstleister für Bewertungen und Finanzierungen, um für das künftige neue Sortiment Platz zu schaffen. Die Frage, ob letztlich alle Filialen erhalten werden, blieb am Dienstag noch offen.

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