Contwig
Herr Bärmann vom „Bärmann“ kocht Wildschwein mal ganz anders
Contwig, Homburg, Heidelberg, Frankfurt. Die Liste an Orten, an denen Thomas Bärmann bereits in der Gastro-Szene gearbeitet hat, ist länger als gedacht. Begonnen hat die Koch-Karriere des 52-Jährigen bereits im jungen Alter. Seine Eltern haben das Restaurant in Contwig geführt, immer mal wieder musste Bärmann in der Küche mithelfen. „Mit 15 habe ich ein Praktikum als Koch gemacht und bin somit in den Beruf rein“, erzählt er im RHEINPFALZ-Telefoninterview. „Ich kannte ja alles durch den elterlichen Betrieb“, sagt Bärmann.
Etwas später hat er eine Lehre als Koch begonnen – in der Spelzenklamm in Schwarzenacker. Der Contwiger hat in den darauffolgenden Jahren an mehreren Standorten gekocht: Etwa im Wiesbadener Hof und in einem Sternerestaurant am Frankfurter Flughafen. Zudem besuchte er die Heidelberger Hotelfachschule und arbeitete beim Frankfurter Aktienkonzern Höchst in der Produktentwicklung, im Controlling und in der Lehrlingsbetreuung. Vor 16 Jahren übernahm er schließlich das Restaurant der Eltern in Contwig.
Wildschwein auf Asiatisch
Das Rezept – Gebratene Scheiben vom Wildschweinrücken mit Thaireis – hat Bärmann ausgewählt, weil es in seine Wild-Aktion im Herbst passt. „Das ist mal was anderes für die Leute, die nicht immer nur den normalen Wildbraten essen wollen“, sagt er. Das Gericht gehe kulinarisch in die asiatische Küche. Thomas Bärmann erklärt: „In Thailand haben die ja auch genug Wildschweine.“ Ein Lieblingsessen hat der Contwiger Gastronom übrigens nicht, „wenn auf einer Speisekarte Kutteln stehen, würde ich mir die aber nicht unbedingt bestellen“, gibt er zu. Kutteln sind Innereien vom Rind.
Apropos essen gehen: Bärmann arbeitet an sechs von sieben Tagen in der Woche, an seinem freien Tag bleibt selbst seine private Küche oft kalt. „Ich gehe an meinem freien Tag oft essen“, sagt Bärmann. Er kommt dann mit den Gastwirten ins Gespräch, tauscht mit ihnen etwa Rezepte aus. Zudem geht der Gastronom in seiner Freizeit oft und gerne wandern. „Hier in der Gegend, beispielsweise im Saar-Pfalz-Kreis, gibt es super Wanderstrecken“, empfiehlt Thomas Bärmann das benachbarte Saarland.
Auf Fertigprodukte verzichten
Der Kochtipp an die RHEINPFALZ-Leser seitens des Contwigers: auf Fertigprodukte so gut es geht verzichten – „so welche gehen gar nicht“, kommentiert er. Bärmann macht in seinem Laden teils sogar den Ketchup selbst, experimentiert herum, entdeckt dabei immer neue Speisen. „Es gibt oft Essen, die kommen nur zustande, weil man schaut, was noch da ist und was man daraus machen kann“, sagt er. Und wenn mal was schief geht? Wenn mal das Essen versalzen ist oder gar anbrennt? Dann ist das halt so: „Wer behauptet, ihm passieren gar keine Fehler, der liegt falsch“, sagt er.
