Dellfeld
Grundschule zieht an Fasching um
Im Sommer 2020, als der Architekt dem Verbandsgemeinderat die Pläne vorstellte, waren etwa anderthalb Jahre Bauzeit angepeilt. Ende 2021 sollten die Dellfelder Grundschüler aus den Ausweichcontainern wieder in die sanierte Schule umziehen. Doch die Arbeiten verzögerten sich, und als Verbandsbürgermeister Björn Bernhard im Herbst 2022 aus dem Urlaub kam, war er entsetzt, wie er im Verbandsgemeinderat sagte: In Dellfeld saßen die Schüler immer noch in Containern. „Nicht glücklich“ sei er damit gewesen, räumte Bernhard kurz vor Weihnachten im Gespräch mit der RHEINPFALZ ein: „Der Plan war, im August umzuziehen. Ich komm’ aus dem Urlaub zurück, und das Ding sieht noch aus wie vorm Urlaub.“
Als Umzugstermine hätten sich auch die Herbstferien oder das Jahresende angeboten, aber auch daraus wurde nichts. Smartboards und Möbel waren zwar da, und Bernhard sagte: „Es sieht schon ganz ordentlich aus.“ Aber es hing noch an Kleinigkeiten bei der Elektrik und den Fliesen, und die Türen mussten erst noch geliefert werden. Lieferschwierigkeiten hatte es auch bei den Fliesen und dem Bodenbelag gegeben, Firmen seien „nicht beigekommen“, und zwischendurch hatte sogar die Bauleitung gewechselt. Dazu kam allgemein, dass der Bau in die Hochphase der Coronazeit fiel. Und dann wurde auch noch der Platz knapp: Im Sommer wurden so viele Kinder eingeschult, dass es zwei erste Klassen gab, dafür aber keine Container zur Verfügung standen. Hier lobt Bernhard Dellfelds Bürgermeisterin Doris Schindler, die sofort einen Raum im benachbarten Bürgerhaus zur Verfügung gestellt habe.
Noch im Dezember wollte sich Bernhard wegen all den Schwierigkeiten gar nicht mehr auf einen möglichen Umzugstermin festlegen, sondern „warten, bis es fertig ist“ und „umziehen, wenn es soweit ist“. Jetzt ist es soweit: Am Mittwoch sagte Bernhard im Gespräch mit der RHEINPFALZ, dass die Schule in den Faschingsferien, also Ende Februar, zum Teil umziehen werde. Im März folge dann der Rest.
Doch die nächste Baustelle steht schon an: Wenn die für über vier Millionen Euro sanierte Schule wieder komplett genutzt werden kann, kommt die Turnhalle an die Reihe. Auch die diente teilweise als Ausweichquartier, etwa fürs Lehrerzimmer. Sie soll in den Osterferien entkernt und danach ein Jahr lang umgebaut werden. „Dann ist alles auf dem neuesten Stand in der Schule“, sagt der Verbandsbürgermeister.
Vielleicht sogar auf dem ganz neuesten Stand: Der Bürgermeister nennt das Stichwort „digitaler Sportunterricht“. Computer und Tablets in der Turnhalle? „Ich bin ein Freund des klassischen Sportunterrichts“, sagt Bernhard. Daran möchte er auch festhalten. Aber man solle schauen, ob man digitale Geräte bereits jetzt mit installiert. Die Frage sei: „Brauche ich das heute oder in 15 Jahren?“ Im digitalen Sportunterricht können die Lehrer beispielsweise Anleitungen per Video zeigen und Bewegungen aufnehmen und analysieren. Es wäre sogar möglich, Geräte wie die Spielekonsole Nintendo Wii einzusetzen, mit der man normalerweise zuhause im Wohnzimmer gegen einen virtuellen Gegner Tennis spielen und boxen kann oder Tänze einüben kann. Was man installieren könnte und wie viel das kosten würde, ist noch offen. Aber Bernhard findet, man solle schauen, ob man diese Idee bei der Turnhallen-Sanierung bereits berücksichtigt.