Zweibrücken-Land RHEINPFALZ Plus Artikel Großes Interesse an Idee, Autos zum Mieten bereitzustellen

Vor allem nach Kleinbussen soll die Nachfrage groß sein.
Vor allem nach Kleinbussen soll die Nachfrage groß sein.

Ob in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land demnächst für alle ein Neunsitzer-Bus zum Mieten bereitsteht, ist eine Entscheidung, die die Verwaltung zu fällen hat. Der Verbandsgemeinderat informierte sich über ein Angebot der Firma Mikar.

„Ich bin begeistert davon.“ Bürgermeister Björn Bernhard (CDU) machte keinen Hehl daraus, dass er von der Idee sehr angetan ist, für alle Bürger in der Verbandsgemeinde einen Neunsitzer-Bus zum Mieten anzubieten. Gerade für Vereinsausflüge oder Familienurlaube biete sich ein Mehrsitzer an. Björn Bernhard scheint nicht allein mit seiner Begeisterung. „Gleich nach dem ersten Zeitungsbericht hatte ich bereits eine E-Mail in der Sache bekommen.“ Die Verwaltung könne mit einem Anbieter einen Vertrag abschließen. Bernhard sagte, er wolle aber keinen Alleingang, sondern das Thema im Rat vorstellen und diskutieren lassen.

Rund 30 Minuten lang befasste sich der Verbandsgemeinderat am 4. Mai in Battweiler mit dem Thema. Tobias Haberzettl stellte das Unternehmen Mikar vor. Etwa seit fünf Jahren existiert das Unternehmen, das sich auf Carsharing im ländlichen Raum spezialisiert hat. Carsharing kommt aus dem Englischen, bedeutet „Auto teilen“ und beschreibt das Konzept, dass ein Fahrzeug von vielen Menschen nutzbar ist, sofern sie es im Vorhinein buchen. Bei Mikar funktioniert das nach Haberzettls Worten mit einer App. Mikar biete in rund 100 Kommunen Autos zum Teilen an, überwiegend in Orten mit mehr als 1000 und weniger als 40.000 Einwohnern. Der Renner bei Mikar sei ein Neunsitzer. „Ein Auto, das keiner daheim hat“, so der Firmenvertreter. Der Bedarf sei da: Haberzettl sprach von im Schnitt 14.000 Kilometern, die die Fahrzeuge der Mikar-Flotte pro Jahr zurücklegen. Das Unternehmen mit Sitz in Niederbayern hat laut Haberzettl 20 Mitarbeiter. Es wachse aber stetig; derzeit sei eine Niederlassung in Thüringen in Planung.

Über Reklame finanzieren

Das Auto wird über Werbung auf dem Fahrzeug finanziert. Haberzettl nannte auf Nachfrage des Beigeordneten Thomas Hohn (FDP) die Summe von 45.000 Euro in vier Jahren, die zusammenkommen müsse. „Wir leasen die Fahrzeuge nicht, wir kaufen sie“, stellte Haberzettl klar. Die Werbeflächen auf dem Auto – Mikar bietet Neunsitzer von Renault und Opel an – seien ab 800 Euro zu haben, bei vier Jahren Laufzeit. Auf die Frage des Beigeordneten David Betz (SPD), welche Rolle denn die Kommune in der Sache spiele, Mikar könne doch auch ohne die Verwaltung einfach ein Auto bereitstellen, sagte Haberzettl, dass Mikar insbesondere bei der Akquise der Werbepartner die Kommune brauche.

Klaus-Martin Weber (CDU) fragte, ob sich über Werbung auch ein E-Fahrzeug zum Teilen finanzieren ließe. Nach Haberzettls Einschätzung ist es dafür noch zu früh. „E-Car-Sharing im ländlichen Raum dauert noch ein paar Jahre.“ Mikar habe zwar kleinere E-Fahrzeuge im Angebot. Diese seien aber fürs Teilen in einer Gemeinde nicht geeignet, da sie fürs stundenweis Mieten zu teuer seien. Sie seien eher für Verwaltungen geeignet, die ihren Fuhrpark schrittweise verkleinern möchten, so Haberzettl.

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