Zweibrücken-Land RHEINPFALZ Plus Artikel Verbandsgemeinde möchte Car-Sharing anbieten

Beim Car-Sharing kann man sich unkompliziert und für kurze Zeit ein Auto mieten, wenn man es braucht.
Beim Car-Sharing kann man sich unkompliziert und für kurze Zeit ein Auto mieten, wenn man es braucht.

Wer kein Auto hat, aber ab und zu eins braucht, der kann vielleicht bald auf ein neues Angebot der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land zurückgreifen. Interessant ist das auch für Leute, die mal mit einer Gruppe wegfahren möchten.

In Contwig und Zweibrücken könnte es bald ein kleines Elektroauto und einen Neunsitzer geben, den man sich dann ausleihen kann, wenn man ihn braucht. Verglichen mit einem Mietwagen wären diese Autos deutlich günstiger, und das Ausleihen wäre einfacher. Eine Firma aus Deggendorf in Bayern stellt sich am Mittwoch im Verbandsgemeinderat vor. Danach könnte es recht schnell gehen.

Car-Sharing – Auto teilen – nennt sich die Idee, die es schon mehrere Jahrzehnte gibt, die aber zunächst vor allem in Großstädten richtig genutzt wurde. Dabei stellt eine Firma Autos zur Verfügung, die sich jeder gezielt so lange ausleihen kann, wie er sie braucht – auch stundenweise. Wer kaum Auto fährt, aber hin und wieder doch auf eins angewiesen ist, könnte damit ganz auf ein eigenes Auto oder einen Zweitwagen verzichten. In der Südwestpfalz wäre die Verbandsgemeinde damit Vorreiter. Weder in Zweibrücken noch in Pirmasens gibt es Car-Sharing.

Er habe sich um das Thema bemüht, weil es aus Umweltschutzgründen und angesichts der steigenden Preise fürs Autofahren immer aktueller werde, sagt Verbandsbürgermeister Björn Bernhard. Er habe drei Unternehmen kontaktiert und dann entschieden, dass sich die bayrische Firma Mikar als Erstes vorstellen soll. „Das war die Firma, die am besten zu uns passt, auch finanziell“, sagt Bernhard. Für die Verbandsgemeinde wäre das Angebot kostenlos, und sie müsste sich nicht um die Wartung kümmern.

Die Firma würde ein kleines Elektroauto, etwa einen Renault Zoe oder einen Opel Corsa E, anbieten, den man für 35 Euro am Tag oder für 3,90 Euro die Stunde nutzen kann. Einen Neunsitzer-Diesel bekäme man für 50 Euro am Tag oder 4,90 Euro die Stunde. Je nach Preismodell können noch elf Cent pro Kilometer dazukommen. Car-Sharing sei vielleicht eher ein Thema für die Städte, und es werde „erst mal schwierig, bis es anläuft“, räumt Bernhard ein. Aber vor allem von dem Neunsitzer ist er begeistert. Der biete sich auch für Vereine oder für Ausflüge für zwei Familien an, nennt er Beispiele.

Eine Anmelde-, Mitglieds- oder Jahresgebühr müssten die Nutzer nicht zahlen. Die Autos würden über Werbung örtlicher Firmen finanziert – ähnlich wie der frühere Bürgerbus der Verbandsgemeinde Wallhalben. Die Verbandsgemeinde würde helfen, Sponsoren zu finden. Eine örtliche Werkstatt, mit der Mikar einen Vertrag abschließen würde, würde die Autos warten.

Die Autos sollen zentral stehen, am besten auf einem Gelände der Verbandsgemeinde, wünscht sich Mikar. Hierfür käme der Parkplatz beim Verwaltungsgebäude in Zweibrücken in Frage. In der Verbandsgemeinde selbst böten sich in Contwig das Freibad oder die Werke bei der Kläranlage an. Müsste noch eine Ladesäule fürs E-Auto gebaut werden, bekomme man das auch hin, sagt der Verbandsbürgermeister. Er kann sich auch vorstellen, dass die Verwaltung gelegentlich ein Auto nutzt, wenn mal ein dritter Dienstwagen gebraucht wird.

Die Firma Mikar informiert am Mittwoch den Verbandsgemeinderat, der in Battweiler tagt (18 Uhr, Konrad-Loschky-Halle). Zustimmen muss der Rat nicht. Möglicherweise komme man aber zu dem Schluss, dass sich noch eine weitere Firma vorstellen soll, sagt Bernhard. Ist das nicht nötig, könnte es schnell gehen. „Die wären gerne schon gestartet“, sagt Bernhard lachend auf die Frage, wann es losgehen könnte. Einen Zeitplan gibt es nicht, aber auch er möchte möglichst bald beginnen.

Laut Jennifer Stern von Mikar hat die Firma derzeit 120 Fahrzeuge in 100 Kommunen im Einsatz. Zwischen Karlsruhe, Mainz und Trier ist sie noch gar nicht vertreten, aber im Saarland sei man derzeit aktiv, um neue Standorte zu finden. Orte wollte Jennifer Stern noch nicht nennen. Mikar sei spezialisiert auf Kommunen im ländlichen Raum und biete vor allem die Kleinbusse an, weil man einen solchen eben nicht zuhause stehen hat. Im Dorf sei es noch nicht so sinnvoll, „wie in der Großstadt, einen Renault Zoe hinzustellen“. Oft komplettiere Mikar auch das Angebot anderer Car-Sharing-Anbieter: „Wir sind da die Ergänzung, nicht der Gegner.“

Wer ein Auto buchen will, macht das über eine App, die dann auch das Auto öffnet. Der Schlüssel liegt dann im Handschuhfach. Das Auto muss man vollgetankt zurückgeben oder wieder an die Ladesäule hängen.

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