Wirtschaftsleben
Großer Bahnhof fürs neue Bahnhotel in Dahn
Das Interesse am neuen Themenhotel war schon im Vorfeld groß. Mehrfach war Gastronom Matthäus Burkhart damit im Fernsehen, hat Interviews gegeben, Anfragen beantwortet. Erste Buchungen liegen längst vor. Aber nicht nur Freunde nostalgischer Schienenkultur sind fasziniert von dem ungewöhnlichen Hotel, das um einen originalgetreu restaurierten Esslinger Triebwagen aus dem Jahr 1958 herum gebaut wurde. Auch Eisenbahner der heutigen Generation können sich dafür begeistern: Im Sommer wird die Deutsche Bahn dort mit einer Mitarbeiter-Gruppe eine Tagung mit Übernachtung abhalten. Was dort, am ehemaligen Bahnhof Dahn-Reichenbach, mit Restaurant, Ferienwohnungen in Bahnwaggons und nun dem neuen Bahnhof-Hotel entstanden ist, hat sich längst auch über die Eisenbahner-Kreise hinaus herumgesprochen.
Es ist ein gastronomisches Angebot, das einmalig ist in einem weiten Umkreis – ein Alleinstellungsmerkmal auf weiter Flur, formuliert es der Bauherr. Die besondere Idee, in einem Themenhotel modernen Komfort im Industriestil und detailgetreue Bahngeschichte zu vereinen, hat daher auch Kreditgeber und Förderer überzeugt – trotz der damals pandemiebedingt unsicheren Zeiten. Und so hat das Land 2021 das mit rund 3,5 Millionen Euro geplante Hotelprojekt mit 575.000 Euro unterstützt.
Belegschaft wird aufgestockt
Die Baukosten sind am Ende noch etwas gestiegen auf knapp vier Millionen Euro, stellt Matthäus Burkhart fest, allerdings hätten sie von Anfang auch einen Puffer eingebaut. Mit dem neuen Hotel wird sich der ausgebildete Koch noch stärker auf den Übernachtungsbetrieb konzentrieren – gemeinsam mit seiner Tochter Elena (24), die nach ihrer Ausbildung im elterlichen Betrieb mitarbeitet. Die Küche des Restaurants überlässt er seinen drei Vollzeit-Köchen. Aktuell suchten sie aber noch einen Koch, sagt er, um das bestehende Team auch stärker zu entlasten.
Mit dem neuen Hotel kommen zu den sieben Ferienwohnung im Ferienbahnhof 20 Zimmer hinzu. Damit wird die Belegschaft von etwa 30 Mitarbeitern auf 40 bis 45 aufgestockt. Mit der Personalsuche hätten sie aber bisher kein Problem gehabt, stellt Burkhart fest.
Einen Lebenstraum verwirklicht
Mit dem Themenhotel hat sich der Mittfünfziger einen Lebenstraum erfüllt. Denn er ist Eisenbahn-Fan durch und durch. Gäste seines Lokals wissen es: Sie speisen gemeinsam mit Zeitzeugen der Eisenbahngeschichte – mit alten Signallampen, Zuglaufschildern und vielen weiteren Sammlerstücken. Wie viele Utensilien der Wirt zusammengetragen hat, weiß er gar nicht. Den Grundstein dafür gelegt hatte Vater Willi, der das ehemalige Bahnhofsgebäude 1983 erwarb, ein Lokal dort einrichtete – und Sohn Matthäus die Sammelleidenschaft vererbte.
Diese wird übrigens in der Familie bleiben. Denn mit Tochter Elena ist inzwischen die dritte Generation an Bord. Und auch ihre jüngere Schwester will nach dem Abitur im Familienbetrieb mitarbeiten. Gute Aussichten für Eisenbahnfans und Nostalgiker.
