Knopp / Wiesbach
Gerichtsverfahren wegen illegaler Spieler: SG Knopp/Wiesbach zahlt Geldauflage
Das Verfahren wurde gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt, teilte der Direktor des Zweibrücker Amtsgerichts, Klaus Biehl, diese Woche mit. Die Spielgemeinschaft Knopp/Wiesbach hatte in den vergangenen Jahren illegal Fußballspieler aus Südamerika – vorwiegend Brasilianer – eingesetzt und spielte sogar in der Bezirksliga Westpfalz, ehe die Mannschaft abgemeldet wurde und in der C-Klasse wieder neu startete.
Der Verein hatte „Spieler aus dem nichteuropäischen Ausland eingesetzt, sich aber nicht mit den ausländerrechtlichen Vorschriften auseinandergesetzt und war deshalb in den Blick der Staatsanwaltschaft geraten“, erklärte Klaus Biehl. Dabei soll es vor allem um drei Spieler gegangen sein, die sich illegal in Deutschland aufhielten. Bevor es nun zu einer öffentlichen Verhandlung kommen konnte, hatte sich der von der Spielgemeinschaft beauftragte Rechtsanwalt an die Staatsanwaltschaft gewandt und erwirkt, dass das Verfahren gegen die Zahlung einer Geldauflage eingestellt wird. Gut 8000 Euro kostet das den Verein. Nutznießer ist der Kinderschutzbund.
Einen ähnlichen Fall hat kürzlich das Amtsgericht Rockenhausen abgeschlossen und den TuS Rüssingen – der Ort liegt im Donnersbergkreis zwischen Eisenberg und Kirchheimbolanden – mit einer Geldstrafe von 17.000 Euro belegt. Der Fußballverein in der etwas mehr als 500 Einwohner zählenden Gemeinde hatte zwischen 2019 und 2022 illegal Fußballer aus Südamerika in die Pfalz geholt und gegen das Aufenthaltsgesetz verstoßen. Die Spieler waren erwerbstätig, aber nicht der Ausländerbehörde gemeldet worden. Da der Verein von dieser Praxis nicht abrückte, wurde der Vereinsvorsitzende zu einer einjährigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.