Contwig
Geldautomat neben Kindergarten aufgebrochen – anfangs Angst, dass Sprengstoff im Gebäude ist
Am frühen Dienstagmorgen gegen 4.20 Uhr haben Unbekannte versucht, die beiden Geldautomaten der Sparkasse am Contwiger Rathausplatz zu sprengen oder aufzubrechen. Eine Explosion gab es laut Anwohnern nicht. Ersten Erkenntnissen zufolge war dies der zweite erfolglose Versuch, dort an Geld zu kommen. Bereits am 8. September 2023, vor der Contwiger Kerb, haben Unbekannte erfolglos versucht, die beiden Automaten zu sprengen.
Als die Polizei vor Ort war, waren die Automatensprenger bereits weg. Die Leitstelle Landau hat die Contwiger Feuerwehr alarmiert, die ab 6 Uhr einsatzbereit Wache schob. Eine Familie, die über der Sparkassenfiliale wohnt, musste ihre Wohnung verlassen. Die Sparkasse, der Kindergarten im Rathaus daneben und der Drogeriemarkt am Rathausplatz blieben geschlossen. Denn es war nicht klar, ob die flüchtigen Täter im Sparkassengebäude Sprengstoff hinterlassen hatten.
Um dies zu klären wurde der Platz abgesperrt, und die Polizei hatte Sprengstoffexperten angefordert. Die kamen gegen 8.10 Uhr mit einem großen silberblauen Bus mit Anhänger und Wiesbadener Kennzeichen. Gegen 9 Uhr gaben die Entschärfer des Bundeskriminalamts Entwarnung: „Die mutmaßlichen Geldautomatensprenger haben keinen Sprengstoff in der Bank zurückgelassen.“ Die weiträumige Absperrung wurde aufgehoben.
Vor dem Rathausplatz standen Erzieherinnen des Kindergartens und Angestellte von Sparkasse und Drogeriemarkt in kleinen Gruppen und unterhielten sich. Bürgermeisterin Nadine Brinette hielt sich vor Ort auf dem aktuellen Stand und sagte, dass laut Bankmitarbeitern wohl kein Geld erbeutet werden konnte. „Die haben es ja schon an der Kerb probiert, aber das Kerwegeld blieb da im September. Hoffentlich merken sie jetzt mal, dass sie in Contwig keinen Stich machen“, sagte sie mit Blick auf den offenbar gescheiterten Raubzug und das Festzelt vor dem Rathaus, wo am Dienstagabend mit der Mallorcaparty der Tanz in den Mai anstand. Allerdings sprach sie nur für die Sparkassenfiliale am Rathaus. Bereits am 10. März haben Automatensprenger den Geldausgabeautomaten im Wasgaumarkt Contwig gesprengt, eine Bäckereiangestellte verletzt und erheblichen Sachschaden angerichtet.
Die Schadenshöhe an den diesmal betroffenen Geldautomaten ist noch nicht ganz klar. Jedoch scheinen die Sicherungsmaßnahmen der Sparkasse nach dem letzten Sprengversuch erfolgreich gewesen zu sein, wie ein Sparkassenmitarbeiter nicht ohne Stolz betonte. Sein Kollege, der für die Sicherheit der Automaten zuständig ist, durfte dann vor Ort ein Überweisungsformular einer Kundin entgegennehmen, die dieses eigentlich in den Briefkasten am Gebäude einwerfen wollte, aber wegen der Polizeiabsperrung nicht konnte.
Der Kindergarten blieb geschlossen
Gegen 8 Uhr verkündete Bürgermeisterin Brinette den wartenden Kindergartenerzieherinnen, dass sie nach Hause gehen können und für den Rest des Tages frei haben. Die rund 50 Kinder mussten von ihren Eltern betreut werden, da die Kindergartenräume nicht betreten werden konnten. Kurz vor 8 Uhr trafen dann auch Kriminalbeamte in einem Zivilfahrzeug ein.
Sprengstoff fanden die Beamten an den Geldautomaten nicht. Die Polizei geht von mindestens vier Tätern aus. Sie seien vermutlich mit einem dunkelfarbenen Audi geflüchtet. Eine Fahndung läuft. Während der Absperrung trat eine Frau mittleren Alters zu den beiden Streifenpolizisten, die seit 6 Uhr ihre Kollegen der Nachtschicht am Tatort abgelöst hatten, und berichtete von einer Beobachtung am selben Morgen an der Sparkasse Zweibrücken. Dort, an der Gebäuderückseite der Filiale am Schlossplatz, zum Parkhaus hin, sei ihr im Rückspiegel ein großer Audi mit den Anfangsbuchstaben ME (steht für Mettmann in Nordrhein-Westfalen) aufgefallen. Der Fahrer habe die Kapuze ins Gesicht gezogen gehabt, ein zweiter Mann sei zum Geldautomaten dort gelaufen und habe sich auffällig verhalten.