Münchweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Fritz-Claus-Hütte: Vom PWV zur neuen Heimat des PBC Münchweiler

Der Name bleibt: Die Fritz-Claus-Hütte ist jetzt das Vereinsheim des PBC Münchweiler 1995.
Der Name bleibt: Die Fritz-Claus-Hütte ist jetzt das Vereinsheim des PBC Münchweiler 1995.

Der Münchweilerer Badminton-Club hat sich mit der Fritz-Claus-Hütte ein eigenes Vereinsheim geschaffen. Sie wurde aufwendig saniert – und wird jetzt auch vermietet.

Der Pfälzische Badminton-Club (PBC) 1995 Münchweiler investiert, renoviert und saniert die Fritz-Claus-Hütte, die früher vom Pfälzerwald-Verein betrieben wurde. Profitieren sollen von dem Großprojekt vor allem Kinder und Jugendliche. Auch Vereine ohne eigene Räumlichkeiten, Privatpersonen und Institutionen haben die Möglichkeit, die renovierte Hütte anzumieten.

Der PBC-Vorsitzende Hans Steinbach und Schatzmeister Reiner Cossmann zeigen sich rundum zufrieden mit den bisherigen Fortschritten. Als harmonisch bezeichnen sie die Verhandlungen mit den PWV-Liquidatorinnen Sabine Zimmermann und Martina Belzer. Die PWV-Hütte aus dem Jahr 1971 sei zu einem akzeptablen Preis erworben worden. Die beiden Vereinsvertreter sind froh darüber, dass auch teils nicht in dieser Höhe erwartete Spenden- und Fördergelder für ihr Großprojekt flossen. Dennoch galt es, sehr viel Eigenleistung einzubringen, um das Hütten-Übernahme-Projekt zu stemmen.

Alles kommt auf den Prüfstand

Im März 2023 war klar: Die Münchweiler Ortsgruppe des Pfälzerwald-Vereins wird nach 118 Jahren aufgelöst, die Fritz-Claus-Hütte soll verkauft werden. Im damaligen RHEINPFALZ-Artikel stand, das möglicherweise schon ein Käufer gefunden sei. Doch der PBC nahm sofort Kontakt auf und bekundete seinerseits Interesse. Hans Steinbach: „Die Verhandlungen waren sehr entgegenkommend in allen Belangen, wertschätzend, vertrauensvoll und sehr harmonisch. Die Frauen sagten, wir seien ein Glücksfall für sie und den aufgelösten PWV.“ Dankbar zeigten sich die beiden PBC-Vertreter gegenüber den Liquidatorinnen, die ihnen die massive Sitzbank-Garnitur im überdachten Freisitz geschenkt haben: „Darauf sind wir sehr stolz“, betonen Steinbach und Cossmann.

Hans Steinbach und Reiner Cossmann freuen sich über das Vereinsemblem im hellen Gastraum ihres neuen Vereinsheimes.
Hans Steinbach und Reiner Cossmann freuen sich über das Vereinsemblem im hellen Gastraum ihres neuen Vereinsheimes.

Sie berichten: Bei der Besichtigung der PWV-Hütte und des 2200 Quadratmeter großen Areals sei schnell klar geworden: Es gibt sehr viel zu tun. Alles kam auf den Prüfstand: Was ist da? Was geht noch? Was ist kaputt?

Besonders das Dach, dessen 400 Quadratmeter Eterniteindeckung viele undichte Stellen aufwies, stellte eine große Herausforderung dar. „Da hat uns die Realität eingeholt“, sagt Steinbach. Schnell sei klar gewesen, dass trotz guter Eigenmittel finanzielle Unterstützung benötigt werde. Schatzmeister Cossmann wandte sich an verschiedene Stiftungen und erhielt erfolgreich Spenden von der Daniel-Theysohn-Stiftung, der Stiftung Lieselott und Karl Rheinberger sowie der Adrien und Ottmar Hornbach Stiftung.

Viel Förderung, aber auch viel Eigenleistung

Auch eine Leader-Förderung, EU- und Landesgelder zur Stärkung des ländlichen Raums, gibt es für die Renovierung. Landrätin Susanne Ganster informierte bei der offiziellen Vorstellung der renovierten Hütte über die Zusage von rund 52.000 Euro aus dem Leader-Topf. Leider seien diese Mittel noch nicht eingegangen.

Insgesamt investierte der PBC rund 100.000 Euro in die Instandsetzung, wobei allein das Dach 50.000 Euro kostete. Neben der finanziellen Investition leisteten die Vereinsmitglieder umfangreiche Eigenarbeit. Unter anderem wurden eine neue Heizung installiert, das Dach neu eingedeckt, die Geschossdecke des Gastwirtschaftsraums gedämmt, die Beleuchtung auf stromsparende LED-Leuchten umgestellt, eine Akustikdecke im Gastraum eingebaut, der Innenputz ausgebessert und ein neuer Anstrich vorgenommen. Das Außengelände wurde mit Spielgeräten und einem Insektenhotel gestaltet und soll überwiegend naturbelassen bleiben. Ein speziell ausgestatteter Spielplatz bietet Kindern und Jugendlichen Freiräume zur Entfaltung. 75 Sitzplätze gibt es in der hellen, lichten Fritz-Claus-Hütte. Im Außenbereich mit überdachtem Freisitz und offenem Sitzbereich können bis zu 250 Personen Platz finden.

„Hier ist Jugendarbeit gut möglich“

Der Kauf der Hütte war vor allem wegen der Schließung der Rotensteinhalle notwendig geworden, erläutern die PBC-Vertreter. Der Verein habe keinen Ort mehr gehabt, „wo für Erwachsene oder Kinder und Jugendliche Sitzungen, Freizeitveranstaltungen und sonstige Events hätten stattfinden können“, sagt Steinbach. Mit der renovierten Hütte möchte der PBC attraktive Anreize für den Nachwuchs schaffen und den Vereinsbestand sichern. „Hier ist Jugendarbeit gut möglich.“

Im August ist eine Kinderfreizeit geplant. Am Mittwoch, 30. August, wird das 30-jährige PBC-Bestehen gefeiert – einer Feier des Silbernen Jubiläums hatte im Jahr 2020 Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht. Sommer- und Vereinsfest sowie Weihnachtsfeier werden künftig in der Fritz-Claus-Hütte gehalten. Der PBC beteiligt sich am Kienholzfest und bietet danach ein Helferfest in der Hütte an.

Der gemeinnützige Verein Pfälzischer Badminton-Club 1995 Münchweiler zählt 136 Mitglieder. Darunter sind etwa 75 Kinder und 30 aktive Erwachsene. Für sie bleibt das größte Problem nach dem Ausfall der Rotensteinhalle: Im näheren Umkreis seien kaum Hallen zur Anmietung frei, erklärt Steinbach.

Info

Der PBC bietet die Fritz-Claus-Hütte zur Vermietung an. Ansprechpartner ist die Vorstandschaft. Mehr über den PBC gibt es auf der Homepage www.p-b-c.de.

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