Wiesbach RHEINPFALZ Plus Artikel Freizeitgebiet am Sportplatz: Die Container sind schon mal da

Die Container, die den Freizeitraum auf dem zukünftigen Freizeitgebiet beinhalten, sind bereits in Wiesbach zwischengelagert.
Die Container, die den Freizeitraum auf dem zukünftigen Freizeitgebiet beinhalten, sind bereits in Wiesbach zwischengelagert.

Wiesbach will am Sportplatz Container als Treffpunkt aufstellen. Dafür braucht es erst einen Bebauungsplan. Die Planung läuft, doch der Ärger über Auflagen bleibt.

Die Gemeinde Wiesbach beabsichtigt, am Sportplatz Container aufzustellen. Die sollen unter anderem als Jugendraum genutzt werden, aber auch Erwachsenen offenstehen, zum Beispiel, wenn diese dort gemütlich ein Bier trinken wollen, ohne sich deshalb in einem Biergarten verabreden zu müssen. Um die Container am Sportplatz aufstellen zu dürfen, muss ein Bebauungsplan her. Bislang gilt das für die Container vorgesehene Gebiet als Außenbereich, die Kreisverwaltung lehnt jegliche Bebauung als „wesensfremd“ ab.

Schon im Oktober hat der Wiesbacher Rat erste Schritte für die Erstellung eines Bebauungsplans „Freizeitgebiet am Sportplatz“ eingeleitet; im Bauleitplanverfahren für eine Fläche neben dem Sportheim. Der notwendige Aufstellungsbeschluss erfolgte schon damals in der Ratssitzung. Seitdem wurde ein Ingenieurbüro gesucht, das die entsprechenden Planungsleistungen erbringen kann. Hierfür hat man sich nun das Illinger Büro Kernplan ausgesucht und berappt dafür – nach einstimmigem Ratsbeschluss – 6500 Euro.

Ambivalente Stimmung bei Fördergeldern

Die Idee, in Wiesbach ein Freizeitgebiet mit Containern anzubieten, ist ein Ergebnis aus dem Regionalen Zukunftsprogramm des Landes. Hierfür wurden Gelder freigegeben, was in den Dörfern und Verbandsgemeinden nicht nur für Applaus in Richtung der Landesregierung sorgte, weil die Vergabe der Mittel zu sehr an Bedingungen geknüpft sei. Ähnliches erleben die Dörfer in der Verbandsgemeinde derzeit mit dem Rheinland-Pfalz-Plan für Bildung, Klima und Infrastruktur. Der ist aus dem Bundessondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“ entstanden. Die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land erhält hieraus neun Millionen Euro. Die dürfen aber nur für Maßnahmen zum Bevölkerungsschutz, für die Verkehrsinfrastruktur, für Krankenhäuser, Rehabilitation, Pflege, Energie, Wärme, Bildung, Betreuung, Wissenschaft, Forschung, Entwicklung und Digitalisierung ausgegeben werden.

Wiesbach kann keine dieser Maßnahmen eigenständig in Angriff nehmen und steht damit nicht alleine da. Auch, weil das Mindestinvestitionsvolumen für eine solche Maßnahme in einem Dorf 250.000 Euro aufweisen müsste. Deshalb wird die Verbandsgemeinde die ihr zustehenden Mittel für zentrale Aufgaben verwenden: also für den Bau von Feuerwehrhäusern in Riedelberg, Dellfeld und Käshofen, für die Modernisierung der Grundschule Bechhofen, die Sanierung von Trinkwasserleitungen und der Sanierung des Schwimmbads in Contwig. Dadurch sinkt zwar der Umlagebedarf, und etwas mehr Geld verbleibt in den Dörfern. Das sorgt in Wiesbach aber nicht nur für Begeisterung.

„Als würden wir Geld sinnlos verprassen“

Ratsmitglied Werner Wagner verschaffte seinem Unmut Luft. Das Geld für die Investitionen sei zwar gut verteilt, aber „was mich wieder daran stört, ist, dass es nicht für unseren Straßenbau oder für den Kindergarten verwendet werden darf. Wir haben einen Antrag für einen Zuschuss für den Ausbau des zweiten Teils der Schulstraße gestellt; der ist abgelehnt worden. Es ist irgendwo schön, wenn Fördergelder kommen. Was mich nervt, ist, dass dann immer wieder ein Beipackzettel dabei ist, in dem steht, was man mit dem Geld nicht machen darf. Als würden wir Geld sinnlos verprassen.“

Die Container, die für den Freizeitraum vorgesehen sind, wurden für eine Zwischenlagerung übrigens bereits nach Wiesbach gebracht. Sie stehen derzeit noch auf einer Freifläche vor dem Sportplatz. Wenn der Bauplan genehmigt ist, werden sie neben dem Sportheim aufgestellt und eingezäunt. Ortsbürgermeister Klaus Buchmann prognostiziert, dass sie in sechs bis neun Monaten genutzt werden können.

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