Nachruf Feuerwehrmann trotz Rollstuhl: Schmitshauser Thomas Groß ist tot
Thomas Groß war nicht nur in und um Schmitshausen äußerst bekannt, sondern auch in Schmitshausens Partnergemeinden in Luxemburg, Frankreich und Italien. „Thomas ist ein Guter, nein, der Beste, den wir haben“, sagte Feuerwehrmann Kai Wosnitza 2015 über den damals vermutlich einzigen aktiven Feuerwehrmann im Rollstuhl in ganz Rheinland-Pfalz.
Thomas Groß war immer da, wenn es bei der Schmitshauser Feuerwehr etwas zu tun gab. Er gab seinen Kameraden viel, und die gaben ihm viel zurück. Im alten Feuerwehrhaus trugen sie ihn mit seinem Rollstuhl, wohin er allein nicht kam. Und als das Feuerwehrhaus am Ortsausgang gebaut wurde, bekam es einen Außenaufzug, damit er mit Rollstuhl in den Gemeinschaftsraum im zweiten Stock kam. Die Feuerwehr Schmitshausen veranstaltet seit Jahren einen „Run for Life“ rund um die Gemeinde, um Spendengelder zu sammeln. Diese kamen allerdings nicht Thomas Groß selbst zugute, sondern der Forschung gegen seine Krankheit. Denn die ist unheilbar.
Die seltene Krankheit ist kaum erforscht
Nachdem Thomas Groß im Jahr 2000 von der Jugendfeuerwehr in den aktiven Dienst der Feuerwehr eintrat, kam irgendwann die Diagnose, dass er eine schleichende, nicht aufzuhaltende Krankheit hat, die dafür sorgt, dass ab den Halswirbeln nach unten hin das Rückenmark schwindet. Deshalb kommen die Befehle vom Gehirn weiter unten nicht mehr an. Den Truppmann-Lehrgang, den Thomas Groß damals ins Auge gefasst hatte, musste er absagen. „Querschnittsgelähmt ist er nicht“, sagte 2015 sein Vater Karl, ebenfalls Feuerwehrmann in Schmitshausen. Was die starken Einschränkungen angeht, war die Krankheit jedoch vergleichbar. „Das ist eine sehr seltene Krankheit. Sie ist so selten, dass sie nur bei 30 bis 40 Menschen in ganz Deutschland vorkommt und deshalb kaum erforscht wird.“ Deshalb wünschten sich Thomas Groß und seine Familie, dass die Spendengelder aus den Schmitshauser Läufen in die Forschung investiert werden.
Seine Feuerwehrkameraden schätzten Thomas Groß für seine große Geduld, seine Hilfsbereitschaft, seine Pünktlichkeit und seine Einsatzfreude. Zu Einsätzen wie Bränden oder Unfälle konnte er zwar nicht mit ausrücken, doch viele Jahre lang verpasste er trotz des Rollstuhls keinen Gerätedienst, keine Übung, keinen Arbeitseinsatz. Und auch auf Dorffesten, Weihnachtsmärkten und beim Austausch mit den Schmitshauser Partnergemeinden, besonders mit deren Feuerwehren, war er regelmäßig dabei. Thomas Groß starb am 28. Dezember 2025 im Alter von 42 Jahren an den Folgen seiner schweren Krankheit. Er wird am Mittwoch, 7. Januar, um 14 Uhr auf dem Schmitshauser Friedhof beerdigt.