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Ein Gesangsverein hat Angst, dass ihm nach Corona eine Baustelle den Todesstoß versetzt
Der Sängerbund, so Blatt, finanziert sich und sein Vereinsheim über drei Quellen: die Mitgliedsbeiträge, Eintritte von Konzerten und wenn das Vereinsheim für private Feiern gebucht wird. Durch die Corona-Pandemie sind die Einnahmen bereits weggebrochen, bei einer Vollsperrung der Hohlbachstraße befürchtet Blatt, dass auch kaum einer mehr das Vereinsheim mietet.
Die Fixkosten des Sängerbundes liegen laut Blatt monatlich im vierstelligen Bereich, neben dem Chorleiter müsse auch das Sängerheim bezahlt werden. Aktuell sei ein Schaden am Dach aufgetreten. Entweder wird dieser repariert, oder das Sängerheim werde mit der Zeit marode und verfällt. „Die Baustelle könnte uns die Existenz kosten", warnt Blatt eindringlich.
„Nach Ausbruch der Pandemie haben wir ganz zu Beginn für die Monate April, Mai und Juni Bundeshilfe für unsere Fixkosten im Sängerheim bekommen, und danach war der Verein – wie fast alle anderen Vereine auch – auf sich selbst gestellt. Und jeder Immobilienbesitzer weiß, dass auch eine leerstehende Immobilie laufende Kosten produziert“, sagt Blatt.
Bislang sei das Vereinsheim bereits für private Veranstaltungen gebucht, die im Baustellenzeitraum liegen. Laut Blatt stehen noch Gespräche mit Bürgermeisterin Nadine Brinette an. Die zweite Vorsitzende hofft, dass es möglich ist, den Ausbau der Hohlbachstraße irgendwie anders zu gestalten, vielleicht so, dass die Straße gar nicht komplett gesperrt werden muss. Das wünschen sich auch Anwohner der Sackgasse, die sich unter anderem fragen, wo sie parken sollen und wie weit sie ihre Einkäufe nach Hause tragen müssen.
Wenn sich eine Vollsperrung vermeiden ließe, wäre das auch Bürgermeisterin Brinette am liebsten. „Ich will alles in meiner Macht stehende tun, um den Ausbau der Hohlbachstraße für alle Beteiligten so angenehm wie möglich zu gestalten", verspricht sie. Und dazu gehört auch die aktuelle Diskussion, ob eben die Hohlbachstraße auch ohne Vollsperrung ausgebaut werden könnte.
Bei einem Treffen mit dem Vorstand des Sängerbundes „will ich die Ängste nehmen“, sagt die Bürgermeisterin. Ebenso folgen Gespräche mit dem Architektenbüro und dem Bauamt, in denen die Details des Straßenausbaus weiter geklärt werden sollen. Dass die Baustelle das Ende des Sängerbundes bedeutet, will auch die Bürgermeisterin verhindern.