Contwig
Der Ausbau der Hohlbachstraße bereitet den Anwohnern Sorgen
Hohlbachstraßen-Anwohner Axel Neumann ist entsetzt über die Ausbaupläne für seine Straße. Er befürchtet enorme Einschränkungen für die Anwohner. Viele seien alt und auf ein Auto angewiesen. Zudem wisse keiner so ganz genau, was auf ihn zukommt. Bürgermeisterin Nadine Brinette versteht die Sorgen, beschwichtigt jedoch.
„Wer glaubt, dass der Ausbau in acht oder zehn Monaten fertig ist, der zieht seine Hose auch mit der Beißzange an“, so lautet Neumanns heftige Kritik zu den Ausbauplänen für die Hohlbachstraße. Zum Hintergrund: In der Sitzung am Mittwoch hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen, die Sackgasse zwischen Contwig und Stambach über eine anvisierte Bauzeit von rund acht Monaten auszubauen. Baubeginn soll Mitte September sein.
Anwohner befürchtet, abgeschnitten zu werden
Neumann befürchtet, dass er und seine Nachbarn verkehrstechnisch abgeschnitten werden. Er hat sich konkrete Fragen aufgeschrieben, die für ihn bis dato nicht geklärt sind: Was ist mit Notarzt, Feuerwehr und Polizei? Wie können die Hohlbachsträßler ihre Einkäufe ans Haus bringen? Was ist mit der Müllabfuhr, der Post und den Paketdiensten? „Der blaue Eimer ist so schwer, dass ich ihn gerade einmal vor die Haustüre schaffe. Soll ich den jetzt bis zur Hauptstraße herunterfahren?", fragt Neumann.
Ebenso müssten viele der Hohlbachstraßen-Anwohner regelmäßig zur Dialyse, viele haben ein hohes Alter. Eben mal schwere Sachen die gesamte Baustelle hinauf zu schleppen, das sei für sie nicht so einfach. Neumann will sich vor Baustellen-Beginn noch schnell eine neue Spülmaschine kaufen, seine ist stark in die Jahre gekommen und macht die ersten Probleme. Ebenso ordert er frisches Heizöl, weil er nicht weiß, ob der Laster bis zu seinem Haus fahren kann, wenn erst die Baustelle da ist.
Brinette: Ausbau soll so angenehm wie möglich sein
Die Contwiger Bürgermeisterin Nadine Brinette räumt im Gespräch mit der RHEINPFALZ mehrere Sorgen Neumanns direkt aus: Jedwede Rettungswege seien immer gewährleistet, selbiges gelte für Zulieferdienste – also auch für Heizöl und Post. Beim Müll könnte es ein ähnliches Abfuhrsystem wie beim Ausbau der Fasaneriestraße geben. Das heißt, die Anwohner stellen ihre Tonnen wie gehabt vors Haus, und die werden dann die Sackgasse hinunter zur Durchgangsstraße gerollt, wo das Müllauto sie abholt. In Reifenberg, wo die Ortsdurchfahrt ausgebaut wird, macht das die Baufirma. Deshalb sollten die Hausbesitzer ihre Hausnummern auf die Tonne malen – nicht die Namen, denn die kennen die Bauarbeiter ja gar nicht.
Wo die Anwohner parken können, steht noch nicht fest
Wo die Anwohner während der Bauzeit parken können, werde derzeit noch diskutiert, sagt Bürgermeisterin Brinette. Die Hohlbachstraße mündet in die Durchgangsstraße zwischen den Ortsteilen. Dort zu parken geht nicht. Die angrenzenden Märkte – Wasgau und Aldi – haben zwar Parkplätze, aber die sind für Kunden gedacht. Das Freibad hat Parkplätze, die im Herbst frei sein dürften, aber schon vom unteren Teil der Straße sind es 300 Meter bis dorthin. Wer weiter oben wohnt, muss über einen halben Kilometer laufen.
Generell komme es bei den Ausbaudetails letztendlich auf die Baufirma an, sagt Brinette. Sie versteht die Angst der Anwohner, versucht aber zu beruhigen: „Wir werden versuchen, es den Anwohnern so angenehm wie möglich zu gestalten."
Ein halbseitiger Ausbau der Straße – diese Idee schlug Neumann gegenüber der RHEINPFALZ vor – geht laut Brinette nicht, da das nicht erlaubt sei. Es dauert auch länger, wäre somit teurer, und die Straße ist danach anfälliger für Schäden, weil zwischen beiden Fahrbahnhälften eine Naht entsteht.
Anwohnerversammlung für Ende August geplant
Die Bürgermeisterin plant für Ende August eine Anwohnerversammlung, in der die Hohlbachsträßler über alle Einzelheiten zum anstehenden Straßenausbau informiert werden sollen.