Hornbach Drei Pferde erschossen – Tierschutzpartei: Strafe „lächerlich“
Ein über 80-jähriger Landwirt hatte im Februar drei Pferde und einen Fuchs auf einer Koppel bei Hornbach erschossen. Gegenüber den Ermittlungsbehörden hatte er ausgesagt, dass er zunächst einen Fuchs erschossen habe und danach in seinem Wärmebildobjektiv weitere „rote Punkte“ gesehen habe. Er habe auf die Punkte geschossen, ohne genau zu erkennen, um welches Tier es sich handelte. Wegen wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und Sachbeschädigung muss er eine Geldstrafe von 1200 Euro zahlen, und es wurde ein Jagdverbot von einem Jahr verhängt.
„Von blankem Entsetzen befallen“
Diese Strafe empfindet die Tierschutzpartei Rheinland-Pfalz als lächerlich. Die zweite Vorsitzende Barbara Schwarz aus Dahn schreibt in einer Stellungnahme: „Man muss sicherlich kein Mitglied der Tierschutzpartei sein, um nicht von blankem Entsetzen befallen zu werden.“ Der Landwirt habe nicht nur von zuhause aus auf Füchse geschossen, „sondern nebenbei – welch folgenschwere Verwechselung dank Wärmebildkamera – auch noch drei Pferde ermordet“.
„Hat dieses einjährige Jagdverbot noch etwas mit dem Rechtsempfinden der Bürger zu tun?“, fragt Barbara Schwarz, die im Februar auch als Direktkandidatin der Südwestpfalz für den Bundestag antrat. Sie zieht einen Vergleich zu einem Autounfall: „Wäre nicht einem Autofahrer diesen Alters bei einem Unfall mit weniger als drei Toten sofort und lebenslänglich die Fahrerlaubnis entzogen worden, inklusive Gefängnisstrafe aufgrund der Todesopfer?“ Aber Jäger hätten „de facto Freibriefe für was immer sie tun“.
„Widerwärtiges Tun wird mit lächerlichen Bußen geahndet“
Nicht alleine die Entscheidung der Justiz sei zu beanstanden, „vielmehr unsere Jagdgesetze, die weder mit dem Tierschutzgesetz, dem im Grundgesetz unter Artikel 20a verankerten Tierschutz, noch mit Rechtsstaatlichkeit vereinbar sind. Jäger – weiterhin geltender Nazi-Gesetzgebung sei Dank – mit ihren Waffen unterliegen keinerlei staatlicher Kontrolle, und ihr widerwärtiges Tun wird mit lächerlichen Bußen geahndet.“
„Beliebtes Opfer solcher Barbaren: Füchse, die Gesundheitspolizei im Walde, die sich hauptsächlich von Mäusen ernähren, Familien bilden, liebevolle Eltern sind“, schließt Schwarz, und sie fordert: „Das Ermorden unserer Wildtiere durch Hobbyjäger muss endlich aufhören.“