Wochenend-Meinung Die Züge müssen zuverlässig fahren
Ich bin keiner, der genüsslich auf die Bahn schimpft, weil sie angeblich immer zu spät kommt, wenn sie überhaupt fährt. Im Gegenteil: Ich liebe es, mich im Zug durch die Gegend fahren zu lassen, gemütlich aus dem Fenster zu schauen, in Ruhe zu lesen oder vor mich hin zu dösen und dann entspannt an meinem Ziel anzukommen. Leider ist das seit einiger Zeit nicht mehr so einfach. Denn ob die Bahn kommt oder nicht, wird immer wieder zum Glücksspiel.
Am Freitag vor Weihnachten stand ich am Bahnsteig am Zweibrücker Hauptbahnhof, und der Zug sollte erst pünktlich fahren, dann mit fünf Minuten Verspätung, und als die fünf Minuten Verspätung schon zehn Minuten angedauert hatten, wurde er plötzlich gestrichen: „Kurzfristiger Personalausfall“. Echt jetzt? Ist der Lokführer in Bierbach ausgestiegen, oder was?
Zu oft werden Fahrten wochenlang gestrichen
Dazu kommt, dass mittlerweile immer wieder planmäßig Fahrten gestrichen werden, und das über Wochen hinweg. An Weihnachten war es mal wieder soweit: Bis nächste Woche fahren nachmittags und abends kaum noch Züge zwischen Saarbrücken und Pirmasens. Zwischen Kaiserslautern, Homburg und Saarbrücken wurde der Fahrplan ausgedünnt. In anderen Teilen der Pfalz sieht es ähnlich aus.
Sowas ist nicht nur ärgerlich, es führt dazu, dass man das Vertrauen in die Bahn verliert. Wer mit dem Zug nach Saarbrücken oder Kaiserslautern zur Arbeit fahren möchte, aber Angst haben muss, dass er abends nicht mehr heimkommt, der wird sich dreimal überlegen, ob er das Risiko eingeht. Da reicht es auch nicht, dass die Bahn größtenteils ja tatsächlich pünktlich kommt. Mittlerweile ist da zu viel Hoffen und Bangen im Spiel.
Da hilft auch kein Deutschlandticket, das an sich eine tolle Sache ist, mit der sich ganz einfach Fahrtkosten sparen lassen – auch dann, wenn man keinen Bahnanschluss im Dorf hat und erst mit dem Auto hinfahren muss.