Hinterweidenthal / Dahn
Die Sache mit dem Testen: Wie es Nachbarn machen

Kritisch sieht auch Gabor Nemeth vom Café Zürn, das in Hinterweidenthal und in Dahn vertreten ist, eine Öffnung der Außengastronomie unter diesen Umständen. Es könne nicht ihre Aufgabe sein, die Gäste zu testen, findet er. Kosten und Zeitaufwand seien zu hoch – sowohl für sie als Cafébetreiber als auch für den Gast, der gerade mal eine Tasse Kaffee trinken wolle. Und dann die Ungewissheit mit dem Inzidenzwert als Maßstab für Öffnungen: Nehme er Reservierungen für den Sonntagsbrunch an, müsse er allen wieder absagen, wenn der Wert plötzlich steige. „Wir haben leider immer noch kein klares Konzept“, sagt er resigniert. Vor allem nicht für ein schnelles Testen.
Wie es besser laufen könnte
Dabei gebe es Beispiele, wie es funktionieren könnte. Etwa in Österreich. Von dort hat er Besuch eines Familienmitgliedes bekommen. Und dieses hat sich im Rathaus des Wohnortes testen lassen. In Orten mit über 500 Einwohnern seien Testzentren eingerichtet worden, die vom Roten Kreuz betrieben würden, weiß Nemeth. Das negative Ergebnis wurde dann sogleich mit Hilfe der dortigen Gesundheits-App auf das Smartphone übertragen.
Der junge Mann trat gleich danach seine Reise an und an der Grenze zu Deutschland wurde sein negatives Testergebnis per QR-Code direkt von den österreichischen Grenzbeamten abgelesen, die mit den Deutschen zusammenarbeiten. Alles in allem eine schnelle und unkomplizierte Sache, stellt der Gastro-Fachmann fest. Ganz anders in Deutschland. Hier beginne das Problem teilweise schon mit dem Warten auf einen Testtermin, von einer einheitlichen Gesundheits-App einmal ganz zu schweigen.
