Liederschiedt RHEINPFALZ Plus Artikel Deutsch-französischer Kindergarten: Eine einzigartige Einrichtung

Etienne Megel ist seit 2017 Bürgermeister von Liederschiedt.
Etienne Megel ist seit 2017 Bürgermeister von Liederschiedt.

Von Beginn an begleitet Etienne Megel den deutsch-französischen Kindergarten. Seit 2017 ist der heute 60-Jährige Bürgermeister von Liederschiedt. „Ich war bei der Einweihung dabei“, erzählt er der RHEINPFALZ. Megel erinnert sich, dass es am Anfang ein paar Probleme gab. „Da hat man nicht so gut miteinander geschafft“, sagt er. Das habe sich aber längst gegeben. „Vor Covid gab es einen besseren Austausch, jetzt bleibt halt jeder auf seiner Seite“, kennt er die Folgen der Pandemie für den Kindergarten.

Dass die deutschen Gemeinden Schweix und Hilst Probleme haben, die Kosten für den Kindergarten zu tragen, hat Megel mitbekommen. „An unseren Kosten kann es nicht liegen“, meint er. Megel steht auch dem Sivu vor, dem Syndicat intercommunal à vocation unique, wie der französische Zweckverband heißt, in dem die Gemeinden Liederschiedt, Hapelschiedt und Roppeviller vertreten sind. Der Sivu stellt einen Haushalt auf und er stellt den deutschen Gemeinden die anteiligen Betriebs- und Unterhaltungskosten in Rechnung. 2020 waren das 24.460 Euro, die sich Schweix und Hilst teilten.

Deutsche Gemeinden werden gehört

Mitentscheiden können die beiden deutschen Gemeinden nicht. Sie sitzen aber mit am Tisch und werden gehört. „Wir wollten das einmal ändern, dass die Deutschen mitstimmen können. Aber das wäre rechtlich sehr kompliziert geworden“, räumt Megel ein. Auch die im Sivu zusammengeschlossenen französischen Gemeinden teilen sich die Kosten. „Für uns sind das immer zwischen 13.000 und 16.000 Euro“, beziffert Megel den Anteil seiner Gemeinde.

„Derzeit gehen keine Liederschiedter Kinder in die école maternelle“, berichtet er. Es gibt im Dorf keine Kinder im Vorschulalter. „Im vergangenen Jahr sind aber drei auf die Welt gekommen“, ergänzt er. 16 Kinder besuchen derzeit die französische école maternelle, 17 Kinder gehen in den deutschen Kindergarten. „Es gab noch nie eine Phase, wo es eng war“, sagt er mit Blick auf die Kinderzahlen. „Wir sind auf Kinder von auswärts angewiesen“, räumt er ein. Dazu zählen sechs Kinder aus Bitsch. „Die Eltern wissen, dass wir etwas Einzigartiges sind“, sagt Megel, Werbung müsse man nicht machen.

Kostenloser Bustransport

Die französischen Kinder werden kostenlos mit dem Bus zur école maternelle gebracht. Vor Kurzem habe es aber ein Problem mit der Busbeförderung gegeben. Eine Familie aus Bitsch, die ihre Kinder zum Bus nach Haspelschiedt bringt, hätte Geld dafür zahlen sollen. 240 Euro je Kind und Jahr. „Wir konnten das aber so regeln, dass das auch für diese Kinder umsonst ist“, bemerkt Megel.

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