Bechhofen / Reifenberg / Battweiler Der Tyrann vom Karlsberg, den seine Untertanen Hundskarl nannten
Der 1746 in Düsseldorf geborene Karl II. August Christian war von 1775 bis 1795 Herzog von Pfalz Zweibrücken. 1777 kaufte Karl August den Louisenhof auf dem Buchenberg bei Sanddorf. Daraus entstand später durch umfangreiche Baumaßnahmen bis 1792 Schloss Karlsberg. Zum Schloss gehörten noch eine Garnison, der Landschaftspark, die Karlslust, mit Menagerien, eine Waffensammlung, Gemäldegalerie und Bibliothek. Ab 1779 verlegte der Herzog seine Residenz endgültig auf den Karlsberg.
Der Herzog war ein leidenschaftlicher Jagdherr, wozu er riesige Hundemeuten hielt, die seine Untertanen zu verpflegen hatten. Außerdem mussten sie im Frondienst unzählige Wildzäune in seinen Waldungen stellen. Für die Winterfütterung des Wildes hatten sie zudem das Heu einzufahren, was das Verhältnis zur Herrschaft zusätzlich verschlechterte. In Battweiler gibt es am Dorfrand nach Reifenberg die Flurbezeichnung Hundsstallgarten, wo nach der Überlieferung Hunde für den Herzog gehalten wurden. Aus diesem Grund gab die Bevölkerung dem Herzog den Namen „Hundskarl“.
Standesgenossen des Herzogs witzelten, dass er ganze Regimente von Jagdhunden halten würde. Zwischen Reifenberg, Battweiler und dem Stockbornerhof gehörte fast der gesamte Wald dem Herzog, wo er zur Jagd ging und Edelhirsche in einer Umzäunung hielt, berichtet Ludwig Härich in seiner Ortsgeschichte über Reifenberg. Das Heu für das Wild mussten die Bauern in der Wildbretscheune beim Stockbornerhof lagern. Diese Bezeichnung hat sich im Staatsforst bis heute gehalten.
Adolph Freiherr von Knigge schreibt 1792 folgende Zeilen zum Schloss: „In der That ist die Pracht, welche da im Schlosse herrscht, unglaublich, ….. Der Reichtum der, mit dem seltensten Geschmacke angebrachten Vergoldungen, Spiegel, Kronleuchter u. d. gl. blendet die Augen.“ Mit dieser Prunksucht verursachte der Herzog einen riesigen Schuldenberg.
Mit dem Einmarsch der französischen Revolutionstruppen 1793 endete die Ära des Herzogs auf dem Karlsberg mit der Flucht ins Exil nach Mannheim. Bereits im Sommer des gleichen Jahres wurde das Schloss niedergebrannt und dem Erdboden gleich gemacht. Was letztlich noch von Wert war, wurde von den Bewohnern aus der Umgebung geplündert, die froh waren, dass der Tyrann fliehen musste.
