BECHHOFEN / KÄSHOFEN RHEINPFALZ Plus Artikel Der Karl-II-August-Pfad bei Bechhofen: Auch für Kinder eine spannende Entdeckungstour

Der Blick von der gemütlichen Waldliege auf Bechhofen.
Der Blick von der gemütlichen Waldliege auf Bechhofen.

Die Morgensonne strahlt über Bechhofen, und wir haben einen blauen Himmel bis zum Horizont. Beim freien Blick von der Rosenkopfer Straße hinab fällt sofort ins Auge, dass die Talgemeinde, umgeben von einer riesigen Waldlandschaft, Naherholung unmittelbar vor der Haustür hat. Eine Wanderung auf Teilen des Karl-II-August-Pfads.

Beim Bistro gegenüber dem Einkaufsmarkt gibt es für Wandergäste eine Parkmöglichkeit. Die nicht zu übersehende Wandertafel davor weckt sofort Wanderlust, um die vielen Besonderheiten am Karl-II-August-Pfad zu entdecken. Nur wenige Meter quer über die Straße und in die Ebertstraße, dann beginnt die Wanderroute. Weiter zum Hohlweg mit den beeindruckenden knorrigen, uralten Eichen, und schon ist man mitten drin im Naturerlebnis auf diesem 15 Kilometer langen Qualitäts-Wanderweg.

Gleich danach hat man vom Waldessaum und den begleitenden Viehweiden wieder einen freien Blick auf die Dorfsiedlung. Von jetzt an erfreut die Wanderer der weiche Waldpfad durch den Vierherrenwald zum Großen Kehrberg mit der Kehrbergütte des Pfälzerwald-Vereins Homburg auf 355 Metern Höhe. Schade, dass die Einkehrmöglichkeit wegen Corona noch geschlossen ist. Hier an der Pfälzerwald-Hütte trifft man auch auf den Pfälzer Jakobsweg, der von dort weiter bis zur Klosterstadt Hornbach geht.

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Nach rund 1,5 Kilometern kommt der Waldpark Karlsberg, wo einst der „Sonnenkönig“ des Herzogtums Zweibrücken sein „Versailles“ erbaute, unter rücksichtsloser Ausbeutung seiner Untertanen. Die gewaltige Schlossanlage wird einem eigentlich nur durch die Federzeichnung des Hofmalers des Herzogs, Philipp LeClerc, irgendwie deutlich. Er hat das „Cháteau de Carlsberg“ im Jahre 1790 eindrucksvoll dargestellt, sodass wir überhaupt eine Vorstellung entwickeln können, was einst in dieser Waldlandschaft für ein Prachtbau stand, dessen Anziehungskraft heute wohl vergleichbar wäre mit dem Schloss Neuschwanstein, wäre er nicht zerstört worden.

Doch um Schloss Karlsberg hat der Schrecken des Krieges auch gewütet. Von dem herrschaftlichen Sitz selbst blieb so gut wie nichts erhalten. Die Ruine der Orangerie unterstreicht hingegen, dass Karl August keine Miniaturbauwerke schuf. Diese noch letzten historischen Spuren des vor den Truppen Napoleons flüchtenden Herzogs bringen den Wanderer aus dem Rhythmus. Bei der weiteren Beachtung von Hirschbrunnen, Bärenzwinger, Schwanenweiher, Tschifflick-Pavillon und Karlsbergweiher reicht kaum ein Tag für diesen Wanderweg, obwohl wir schon wieder Sommerzeit haben und es abends länger hell ist.

Darum empfiehlt die RHEINPFALZ für dieses Gesamtensemble „Waldpark Karlsberg“ einen eigenen Entdeckungstag einzuplanen. Der Schlossberg und die „Karlslust“ mit ihren Weihern, Quellen, Ruinen und Herzogsterrassen sind auch für Kinder eine spannende Entdeckungstour. Aber sicher nicht mehr, wenn man von Bechhofen schon sechs Kilometer gewandert ist und es zum Endpunkt noch weitere neun Kilometer sind. Deshalb der Rat, von Sanddorf aus über den Parkplatz Schießhaus auf den Schlossberg anzuwandern oder von der Pfälzerwald-Hütte auf dem Kehrberg aus, die auch angefahren werden kann.

Im Lambsbachtal wird’s gemütlicher

Nun führt unser Wanderweg weiter abwärts, bis wir das Lambsbachtal erreichen. Hier beginnt der gemütlichere Teil der Rundwanderung, was zum Ausklang von rund drei Kilometern entlang des Lambsbach sehr angenehm ist. Auch der Talbereich belohnt den Wanderer mit der Karl-August-Quelle, dem ehemaligen Käshofer Wasserhaus bis zur Abzweigung zu den Bechhofer Weihern. Nun ist es – vorbei an Weiden und dem idyllischen Waldrand – noch ein Kilometer bis zum Dorf.

Auf jeden Fall sollte man für die 15 Kilometer dauernde Rundtour gut zu Fuß sein, denn es geht schon häufiger auf und ab, bis das Lambsbachtal erreicht ist. Das Höhenprofil der Tour bestätigt, dass es kein Spazierweg ist, sondern ein Ansporn für regelmäßige Wanderer. Eine gute Lösung dürfte die Aufteilung der Strecke in zwei Etappen sein. Wer auf einem Premium-Wanderweg unterwegs ist, der folgt immer der Beschilderung mit der blauen Spitze.

Info

Topographische Wanderkarte 1:25.000, Westpfalz Süd mit Randbereich Saarpfalz, Sickinger Höhe, Schwarzbachtal, Pirminiusland und Pfälzer Mühlenland. Bei der Tourist-Information in Wallhalben, Telefon 06334/441-239, kann man auch ein Wanderbüchlein mit 20 Rundtouren anfordern. Im Internet unter pfaelzer-muehlenland.de und wanderarena.com gibt es weitere Infos zur Tour.

Merla aus Limbach freut sich mit ihren Eltern und Großeltern über die sonnige Ruhepause am Hirschbrunnen.
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Vom Karlsbergweiher hatte man einst einen freien Blick zur Ruine Orangerie.
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Am Bechhofer Dorfplatz steht eine Wandertafel mit Hinweisen zum Karl-II-August-Pfad.
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