Wilgartswiesen
Das Thema Windkraft auf dem Langerkopf ist durch
Das durch die militärische Nutzung belastete Areal war immer wieder als möglicher Standort von Windkraftanlagen ins Gespräch gebracht worden. Selbst Michael Grünfelder, der Leiter des Forstamtes Hinterweidenthal, räumte ein, dass das drei Hektar große Areal zur „Nutzung im Sinne von Wald enorm schwierig“ geworden wäre. Eine große Fläche sei nach wie vor versiegelt. „Da drängt sich die Nutzung mit Photovoltaik auf“, bemerkte er am Mittwochmorgen beim Ortstermin mit der rheinland-pfälzischen Klimaschutzministerin Katrin Eder.
„Das rund drei Hektar große Gebiet ist teilweise durch die ehemalige militärische Nutzung mit Beton versiegelt. Es wäre verwerflich, wenn diese Fläche nicht für die Gewinnung Erneuerbarer Energien genutzt wird. Eine PV-Flächenfreianlage stört weder das Landschaftsbild noch gefährdet sie den Status als Biosphärenreservat“, sagte Eder. Die Klimaschutzministerin, die seit gut zehn Monaten im Amt ist, bemerkte, dass diese Fläche in den Überlegungen des Landes als möglicher Standort für Windkraftanlagen zuletzt keine Rolle mehr spielte. „Das Gebiet liegt in der Kernzone des Pfälzerwaldes. Die Landesregierung will den Status des Biosphärenreservates aber nicht gefährden“, nannte sie den Grund, warum hier der Vorstoß des Verbandsgemeinderates nicht zum Zuge kam. Da sich das MAB-Komitee, das über den Biosphärenstatus befindet, entschieden gegen Windkraftanlagen ausgesprochen habe, „bietet sich eine Freiflächen-Photovoltaikanlage an“, so Eder.
Kommunen sollen beteiligt werden
Landesforsten als Besitzer des Geländes, die Kreisenergiegesellschaft und die Verbandsgemeinde Hauenstein führen bereits Gespräche über mögliche Betreibermodelle. „Wir wollen, dass die Kommunen drumherum etwas haben“, sagte Eder. Sie sollen einen Pachtanteil erhalten. „Wenn die Wertschöpfung vor Ort erfolgt, erhöht das die Akzeptanz“, sagte sie.
Grünfelder räumte ein, dass die Fläche nicht ideal sei, um eine Photovoltaikanlage zu errichten. „Wir haben hier einen 1,8 Kilometer langen Schlauch“, sagte Lukas Mock von der Forstabteilung im Klimaschutzministerium. Die Anlage orientiert sich an den vorhandenen Betonwegen und wird eine Gesamtfläche von etwa einem Hektar beanspruchen. Bürgermeister Patrick Weißler sprach davon, dass eine kleine Anlage mit einer Leistung von 749 Kilowatt/Peak errichtet werden soll. „Das ist zumindest ein Anfang, wir setzen damit ein Zeichen, dass wir hier erneuerbare Energie gewinnen“, ergänzte er. „Der Ertrag ist nicht gigantisch, aber er ist da“, betonte er. Landrätin Susanne Ganster bemerkte, dass sich die Anlage erst seit dem Wegfall der Erneuerbare-Energie-Umlage rechne.
Die Überlegung, auf dem Langerkopf eine Photovoltaikanlage zu errichten, gibt es schon länger. Sie war aber lange aus wirtschaftlichen Gründen nicht weiter verfolgt worden. Wenn die Anlage steht, wird sie eingezäunt, laut Grünfelder ist auch eine Videoüberwachung vorgesehen.