Hornbach RHEINPFALZ Plus Artikel Das außergewöhnliche Hotel in alten Klostermauern [mit Bilderstrecke]

Zum Abschluss spielten und sangen Bernd Nickaes und Daisy Black „Sing Hallelujah“.
Zum Abschluss spielten und sangen Bernd Nickaes und Daisy Black »Sing Hallelujah«.

Vor 25 Jahren wurde aus einer Ruine eines der außergewöhnlichsten Hotels in ganz Deutschland. Wie stolz Hornbach auf sein Klosterhotel ist, zeigte der Festakt am Sonntag.

„Ich hab’ fast das Gefühl, es ist Weihnachten“, sagte Moderator Martin Seidler am Sonntagnachmittag in der Hornbacher Klosterkirche. Und schob nach: „Die Kirche ist voll.“ Zu feiern gab es zwar nicht Christi Geburt, aber dennoch ein für Hornbach äußerst bedeutsames Ereignis: 25 Jahre Klosterhotel, „ein wahres Schmuckstück mit Geschichte“, wie es Martin Seidler ausdrückte, der auch aus den SWR-Sendungen „Landesschau“ und „Kaffee oder Tee“ bekannt ist. Er nahm die 350 Gäste – „Weggefährten“, wie sie Hotelbetreiberin Christiane Lösch nannte – mit auf eine Zeitreise ins Jahr 2000.

Die Betreiberfamilie Christiane, Franziska und Edelbert Lösch (von links) mit Moderator Martin Seidler.
Die Betreiberfamilie Christiane, Franziska und Edelbert Lösch (von links) mit Moderator Martin Seidler.

An die Zeit vor über einem Vierteljahrhundert erinnerte sich auch Christiane Lösch gleich zu Beginn, als sie schildere, wie sie, ihr Mann Edelbert und Tochter Franziska noch einmal Fotos von den Anfängen heraussuchten. Vom Umbau einer Klosterruine zu einem Vier-Sterne-Superior-Hotel, das unter den 12.000 Hotels in Deutschland „etwas wirklich Besonderes“ sei. Und sie erzählte, wie sie sich beim Anblick der Fotos der Ruine, der zerfallenen Mauern und der Bagger im Kreuzgang fragte: „War es wirklich so? Waren wir zu naiv? Haben wir das nicht gesehen?“

Politische Wegbegleiter und die Hoteliersfamilie Lösch (von links): Edelbert Lösch, Ex-Bürgermeister Reiner Hohn und sein Sohn u
Politische Wegbegleiter und die Hoteliersfamilie Lösch (von links): Edelbert Lösch, Ex-Bürgermeister Reiner Hohn und sein Sohn und Nachfolger im Amt Thomas Hohn, Landrätin Susanne Ganster, Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt, dahinter Verbandsbürgermeister Björn Bernhard, Christiane Lösch und Tochter und künftige Hotelchefin Franziska Lösch.

Gut möglich, dass die Löschs tatsächlich im Vorfeld nicht alles gesehen hatten: Der frühere Bürgermeister Reiner Hohn verriet, dass er für die Anfahrt bewusst einen Weg gewählt hatte, der durchs alte Stadttor führte, um „nur die schönste Seite Hornbachs“ zu zeigen. Hohn war Gast in einer von drei Talkrunden, die Teil des knapp zweistündigen Festaktes waren und bei denen die Gäste viel Zwischenapplaus spendeten. Landrätin Susanne Ganster, nach ihrem Vorgänger Hans Jörg Duppré gefragt, nannte das Klosterhotel „eine der klügsten Ideen, die er hatte“. Der Hamburger Rechtsanwalt Rüdiger Warnke, der den Erbpachtvertrag mit der Betreiberfamilie ausgehandelt hatte, bescheinigte dem Ehepaar Lösch „Mut, Kraft, Zuversicht“ und schilderte, wie ihn die beiden damit „zutiefst beeindruckt“ hätten: „Das bekommen Sie in keinem Vertrag geregelt.“

„Das Gold unserer Branche“ nannte Christiane Lösch aktuelle und frühere Mitarbeiter aus der Küche und der Patisserie.
»Das Gold unserer Branche« nannte Christiane Lösch aktuelle und frühere Mitarbeiter aus der Küche und der Patisserie.

Verbandsbürgermeister Björn Bernhard erinnerte daran, dass die Verbandsgemeinde im Kloster ein Trauzimmer hat, und er hatte nachgeschaut, wie viele Ehen dort in den 25 Jahren geschlossen wurden: 3082 – 125 Hochzeiten im Jahr, die Gäste nach Hornbach bringen. Das hatte auch die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt in ihrer Festrede aufgegriffen, als sie das Hotel eine „Botschafterin für unsere Region“ nannte. Es sei ein Haus, das Maßstäbe setzt, „und es trägt zur Attraktivität unseres Landes als Tourismusstandort bei“. Zu den Gästen, die bereits in Hornbach übernachtet haben, zählen auch Prominente, darunter Iris Berben, Jan Josef Liefers und Andreas Bourani.

Auf die Frage, mit welchem Motto er an die Aufgabe herangegangen sei, eine Klosterruine umzuplanen, antwortete der Kaiserslauterer Architekt Klaus Meckler: „Disziplin und Respekt.“ Dass die Entwicklung des Klosterhotels noch nicht am Ende ist, deutete Hornbachs neuer Bürgermeister Thomas Hohn an: „Es vergehen keine drei Tage, an denen Edelbert Lösch nicht irgendeine Idee hat und die Unterstützung der Stadt braucht“, sagte er mit einem Schmunzeln. Welche Pläne schon bald umgesetzt werden, verriet Franziska Lösch: ein neuer Küchenanbau mit einer Metall-Kupferfassade und daneben die Erweiterung der Klosterschänke mit einem Glaskubus. Außerdem wird die alte Hornbacher Metzgerei umgebaut. Dort entstehen Büroräume und ein kleiner Laden.

Die stellvertretende Hotelleiterin Jasmin Knobloch (links) neben der Betreiberfamilie.
Die stellvertretende Hotelleiterin Jasmin Knobloch (links) neben der Betreiberfamilie.
Die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt (vorne links) hielt die Festrede.
Die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt (vorne links) hielt die Festrede.
»Ich hab’ fast das Gefühl, es ist Weihnachten. Die Kirche ist voll«, sagte Moderator Martin Seidler, hier hinten rechts in der T
„Ich hab’ fast das Gefühl, es ist Weihnachten. Die Kirche ist voll“, sagte Moderator Martin Seidler, hier hinten rechts in der Talkrunde mit (von rechts) PR-Frau Katja Driess aus München, dem Hamburger Architekt Ralph Flum, dem Kaiserslauterer Architekt Klaus Meckler, Christiane Löschs Freundin aus Hamburger Zeiten Sabine Reinert, dem Teamcoach Bernhard Patter und Fotograf Ferdinand Graf von Luckner.
Die erste Talkrunde mit (von links) dem Hamburger Rechtsanwalt Rüdiger Warnke, Hornbachs Bürgermeister Thomas Hohn, dessen Vater
Die erste Talkrunde mit (von links) dem Hamburger Rechtsanwalt Rüdiger Warnke, Hornbachs Bürgermeister Thomas Hohn, dessen Vater und Amtsvorgänger Reiner Hohn, Verbandsbürgermeister Björn Bernhard, Landrätin Susanne Ganster und Moderator Martin Seidler.
Saxofonist Bernd Nickaes.
Saxofonist Bernd Nickaes.
Der Festakt fand in der Klosterkirche direkt neben dem Hotel statt.
Der Festakt fand in der Klosterkirche direkt neben dem Hotel statt.

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Mit Sätzen wie „Ganz viele Stammgäste sind enge Freunde geworden“ und „Unsere Gäste kommen teilweise auch ein Stück nach Hause“ beschrieb Franziska Lösch, was vor ihr viele andere betont hatten: Dass es auch die Gastfreundlichkeit des ganzen Teams sei, die das Kloster ausmache, und nicht nur die ungewöhnliche Verbindung aus altem Sakralbau und modernem Hotel. „Das Gold unserer Branche“, nannte Christiane Lösch die Mitarbeiter, und gegen Ende stellten die Familie Lösch und die stellvertretende Hotelleiterin Jasmin Knobloch einen Teil dieses Teams aus 25 Jahren vor: neben Küchenchef Martin Opitz acht weitere Mitarbeiter der Küche und der Patisserie, die mittlerweile eigene Restaurants haben oder in anderen Teilen Deutschlands arbeiten. Für die Feier waren sie noch einmal zurückgekommen, um für die Gäste zu kochen.

Franziska Lösch wird das Hotel nun von ihren Eltern übernehmen, zunächst zur Hälfte, und jedes Jahr zehn Prozent mehr. In fünf Jahren, wenn ihre Eltern 70 sind, wird sie es alleine führen. Dass ihr das gelingt, auch die Verantwortung für „75 Mitarbeiter und deren Familien“ zu übernehmen, daran hat Mutter Christiane keine Zweifel. Und Vater Edelbert drückte es mit dem bedeutsamsten Zitat des Nachmittags so aus: „Ich wünsche mir nicht, das Franziska in meine Fußstapfen tritt. Sie ist stark genug, eigene Spuren zu hinterlassen.“

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