Hauenstein RHEINPFALZ Plus Artikel Corona bremst B-10-Ausbau

An der Felsnase bei Hauenstein könnte bald gebaut werden, wenn nicht der Erörterungstermin wegen Corona auf sich warten ließe.
An der Felsnase bei Hauenstein könnte bald gebaut werden, wenn nicht der Erörterungstermin wegen Corona auf sich warten ließe.

Das Coronavirus hat den B-10-Ausbau ausgebremst. Die Baugenehmigungen für den dreistreifigen Ausbau bei der Felsnase und der Lkw-Parkplatz Wilgartswiesen können nicht erteilt werden, weil sich niemand zum Erörterungstermin treffen darf. Gute Nachrichten gibt es aber für den Abschnitt Hauenstein bis Rinnthal.

Eigentlich wollte der Landesbetrieb Mobilität (LBM) schon 2019 mit dem dreistreifigen Ausbau der B 10 an der Hauensteiner Felsnase starten. Der Kaiserslauterer LBM-Chef Richard Lutz musste aber zweimal umplanen, hat inzwischen alle Stellungnahmen zu dem komplizierten Bauabschnitt mit massivem Fels abgearbeitet, und alles liegt bei der Genehmigungsbehörde. Die würde gerne entscheiden, muss dazu aber einen Erörterungstermin ansetzen – und das ist in Corona-Zeiten schwierig. „Genau das Gleiche gilt für den Lkw-Parkplatz Wilgartswiesen“, erzählt Lutz, der zudem vor allzu optimistischen Erwartungen an einen baldigen Baubeginn an der Felsnase warnt. Nach der Baugenehmigung folge immerhin noch die Ausführungsplanung, die ebenfalls Zeit benötigt.

Allerdings geht es überraschend vorwärts mit der Planung für den letzten B-10-Ausbauabschnitt von Hauenstein bis kurz vor Rinnthal. Hier konnte Lutz am Donnerstag verkünden, dass der Planungsauftrag vergeben worden sei. Gerade dieser Bauabschnitt wird von den Wilgartswiesern gefordert, die sich vom Ausbau der Ortsumgehung Wilgartswiesen eine Lärmschutzwand versprechen. Laut Lutz umfasst die Planung die Strecke von der Anschlussstelle Hauenstein inklusive der Ortsumgehung Wilgartswiesen bis zu deren Ende. Weiter an Rinnthal gehe es aber nicht ran, da hier noch offen sei, wie die späteren Anschlüsse mit dem vierspurigen Ausbau bei den B-10-Tunneln aussehen werden.

Zwischen 60 und 80 Millionen

Schneller hätte es ohne Corona auch mit der Planung für den Ausbau zwischen Hinterweidenthal und der Felsnase gehen können. Hier wurden laut Lutz die Umweltverträglichkeitsprüfungen erledigt und die Planungen naturschutzrechtlich optimiert. Noch wurde nicht entschieden, welche der drei vorgeschlagenen Ausbaurouten ins Rennen um die Baugenehmigung gehen soll. Dies werde derzeit zwischen Verkehrsministerium in Mainz, LBM Koblenz und LBM Kaiserslautern abgestimmt. Wenn sich die drei rheinland-pfälzischen Behörden einig sind, werde eine Variante dem Bundesverkehrsministerium vorgeschlagen, das den Ausbau schließlich bezahlen soll. Lutz hofft, bald einen Vorschlag nach Berlin schicken zu können. Aber auch hier werde die Abstimmung durch die Kontaktbeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie erschwert.

Eine der drei Varianten, die zur Disposition stehen, würde fast komplett auf der jetzigen B10 verlaufen, den Abriss des Felsens Frauenstein und den Neubau von zwei Wildbrücken umfassen. Diese wäre mit 80 Millionen Euro für die 6,5 Kilometer lange Strecke die teuerste Option.

Bisher unberührter Wald betroffen

Eine zweite Variante bleibt ab Hinterweidenthal ein Stück auf der alten B-10-Trasse, womit auch der Frauenstein weg müsste und eine Wildbrücke realisiert würde. Dann schwenkt die Variante zwei südlich der Bahntrasse, um kurz vor der Felsnase wieder auf die alte B-10-Strecke zu schwenken. Diese Ausbauversion würde 61 Millionen Euro kosten.

Variante drei käme auf 1,5 Millionen Euro mehr als die zweite. Diese Version müsste kurz nach Hinterweidenthal nach Süden in den Wald geführt werden und dann mit einem Abstand von bis zu 150 Metern zur alten Trasse weiter bis zur Felsnase. Der Frauenstein könnte stehenbleiben. Allerdings würde bisher unberührter Wald massiv verändert.

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