Hauenstein
50 Jahre Wanderheim „Dicke Eiche“: Noch immer beliebter Treffpunkt
Das Wanderheim „Dicke Eiche“ feiert sein 50-jähriges Bestehen. Am 26. April 1974 wurde die „Hääschdner Hitt“, wie die beliebte Einkehrmöglichkeit auf dem Sorgenberg zwischen Hauenstein und Erfweiler liebevoll genannt wird, eröffnet. Sie ist nicht nur beliebter Treffpunkt für Wanderer, sondern spiegelt auch die sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung des Faktors Tourismus in der Wasgau-Region wider.
Die Väter des großen Projekts wählten den Standort des neuen Wander- und Begegnungszentrums anfangs der 70er-Jahre mit Bedacht. Unweit der legendären und historischen „Dicken Eiche“ entstand eine überregional bedeutsame Einrichtung. Und das mitten auf den Höhen des südlichen Pfälzerwaldes, wo sich die Wälder und Felsen des Dahner Tales mit den idyllischen Bergkränzen der Hauensteiner Wasgau-Landschaft vermählen.
Touristisches Potenzial nutzen
Der ideelle Gründungsvater des Wanderheims, Alfred Meyer, starb bereits im Jahr 2003. Er war ein Urgestein des Pfälzerwald-Vereins Hauenstein (PWV) und erkannte schon in den 60er-Jahren die Wertigkeit des Wanderns und sein Potenzial als Teil eines neuen und nachhaltigen Wirtschaftszweigs. Seine unbändige Liebe zur Natur und zu seiner Heimat führte ihn schon früh über die Grenzen des Wasgenwaldes zum Kultur- und Wander-Eldorado Elsass und Vogesen. So kam er auch zu seinem Spitznamen „Vogesen-Meyer“.
Von den anderen Vorstandsmitgliedern des PWV Hauenstein zur Zeit der Planung der Hütte lebt heute nur noch Walter Meyer (82), der jüngere Bruder des damaligen Vorsitzenden und Ideengebers Alfred Meyer. Mit seinem Bruder teilte er vor allem den unbändigen Willen, für die Erhaltung der Wanderkultur aktiv zu werden. Walter Meyer war bei der Planung des Pfälzerwald-Hauses die rechte Hand seines Bruders, der ab 1970 den Verein führte. Darüber hinaus war er als junger Vorsitzender des Verkehrsvereins eine kongeniale Ergänzung. „Ohne unseren damaligen Landrat Dr. Klaus-Dieter Uelhoff hätten wir es damals nicht geschafft“, betont Walter Meyer. Uelhoff habe das Bauvorhaben in jeder Hinsicht unterstützt und auch behördliche Zuschüsse ermöglicht. „Vor Baubeginn hatten wir gerade mal 10.000 Mark Guthaben auf dem Sparbuch“, sagt Meyer.
50 freiwillige Helfer beim Bau
„Das Vorhaben an der ,Dicken Eiche’ war eine der ersten großen Maßnahmen in unseren damaligen Bemühungen des sich abzeichnenden großen Strukturwandels hin zum Tourismus“, erinnert sich der ehemalige Landrat, Staatssekretär und langjährige Bundestagsabgeordnete Klaus-Dieter Uelhoff, der mittlerweile in Münster wohnt. Mit dem PWV-Vorsitzenden Alfred Meyer sei es ein sehr kurzer, aber auch sehr konsequenter Weg gewesen. Recht schnell seien alle Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt worden. „Das Pfälzerwald-Haus ist heute ein wertvolles Markenzeichen und das nicht nur für die Südwestpfalz“, sagt Uelhoff, der trotz seines Umzugs noch Mitglied des PWV Hauenstein ist.
Dass die Hütte gebaut wird, wurde 1971 – ein Jahr nach Amtsantritt von Alfred Meyer – von der Mitgliederversammlung beschlossen. Vorab organisierte Meyer ein großes Pfälzer Hauptwandertreffen, bei dem weitere 10.000 Mark für die Baukasse eingenommen wurden. „Es war natürlich auch ein Glücksfall, dass wir durch das behördliche Wohlwollen in den Genuss der Übernahme von 25 Prozent der Baukosten in Höhe von 210.000 Mark kamen“, sagt Walter Meyer. Entscheidend für das Gelingen des Vorhabens sei auch der „solidarische Gemeinschaftsgeist“ gewesen. Zeitweise hätten bis zu 50 freiwillige Helfer die Bauarbeiten unterstützt. Hervorzuheben sei auch das Entgegenkommen der Gemeinde, die das ideale Grundstück an der „Sandritsch“ zunächst zur kostenlosen Erbpacht zur Verfügung stellte. In den 90er-Jahren schenkte die Gemeinde dem Verein das Gelände. Vom benachbarten Dahner Kirchenwald – damals war Pfarrer Layes ein großzügiger Gönner des Vorhabens – konnte der Verein ein weiteres Areal dazukaufen.
Mehrere Modernisierungsmaßnahmen
Die Einweihung „vun de Hitt“, einem einladenden großen Waldhaus mit Gastronomie sowie Gruppen- und Übernachtungsräumen, wurde als mehrtägiges Wander- und Volksfest gefeiert. Tausende Menschen strömten zur neuen Wander- und Begegnungsstätte. Mittlerweile sind fünf Jahrzehnte vergangen. Das Haus wurde nicht zuletzt durch den nachhaltigen Erfolg mehrfach erweitert und modernisiert und mit moderner Technik ausgestattet. Der PWV Hauenstein ist mit seiner Hütte für die Zukunft gut gerüstet, muss sich aber auch den Problemen der Zeit stellen.
Der Vorstandsvorsitzende des PWV Hauenstein, Johannes Scheib, sagt: „Wir feiern in diesem Jahr das 50-jährige Jubiläum unserer Hütte. Am 26. April 1974 öffnete sich ihre Pforte zum ersten Mal für Gäste. Unser Wanderheim gehört zwar zu den jüngeren Hütten, die von Ortsgruppen des Pfälzerwald-Vereins betrieben werden, nach meiner persönlichen Einschätzung – und das sage ich auch mit einem gewissen Stolz – aber auch zu den schönsten und bestgeführten Hütten im Pfälzerwald. Die Eröffnung war ein nachhaltiger Höhepunkt in unserer Vereinsgeschichte. Und gerade in unserer heute schnelllebigen Zeit bildet sie immer noch den für die Vereinsarbeit so wichtigen integrierenden Mittelpunkt unseres Vereinslebens.“
