Südpfalz Wieso manche Windräder nachts nicht mehr leuchten
Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, in absehbarer Zeit deutlich mehr Strom aus erneuerbaren Energien zu gewinnen als bisher. Eine wichtige Rolle wird neben Solaranlagen auch der Windkraft beigemessen. Sie soll ausgebaut werden, damit die Energiewende gelingt. Die Anlagen sind in der Bevölkerung allerdings nicht immer akzeptiert: Mal wird sich darüber beklagt, dass sie die Landschaft verschandeln beziehungsweise verspargeln, wie es Kritiker selbst ausdrücken. Mal wird sich über deren Schattenwurf beschwert. Und es gibt auch Menschen, denen die Windräder selbst in der Nacht keine Ruhe lassen. Nicht, weil sie sich darüber den Kopf zerbrechen. Gemeint sind an dieser Stelle vielmehr Anwohner, die von dem roten Dauerblinken der Rotoren genervt sind.
Die Signallampen der Windräder haben einen besonderen Zweck. Sie sollen Unfälle mit Flugzeugen und Hubschraubern verhindern. Es ist allerdings seit Jahren schon beschlossene Sache, aus Rücksicht vor betroffenen Anwohnern an der Leuchtdauer etwas zu ändern. Konkret soll es im Bereich der Windparks nachts dunkler werden. Sie sollen nur noch in bestimmten Situationen angehen, bevor sie wieder in den Ruhemodus umschalten. Landauf, landab wird schon seit Langem über dieses Thema diskutiert, bis Ende 2023 soll endgültig mit dem Dauerlicht Schluss sein. Bis dahin sollen bestehende Anlagen umgerüstet sein.
Wo reagiert wurde
Die Pfalzwerke AG hat ihre Hausaufgaben schon erledigt. Die Lichter an den Windrädern springen nur noch dann an, wenn sich Flugobjekte in einer gewissen Entfernung zur Anlage und auch in einer bestimmten Höhe befinden. Die Tochtergesellschaft Pfalzwind ist im Zuge der Umrüstung auch in der Südpfalz tätig geworden.
Wie die Pressestelle der Pfalzwerke auf Anfrage der RHEINPFALZ mitteilt, hat das Unternehmen jene drei, jeweils 100 Meter hohen Windräder mit der neuen Technik ausgestattet, welche sie im südpfälzischen Offenbach betreibt. In Minfeld hat es dagegen nur an einer seiner Anlagen Hand anlegen lassen. Die restlichen vier, die im Besitz der Pfalzwind sind und dort seit fast 20 Jahren stehen, seien so veraltet, dass sie in absehbarer Zeit ohnehin ausgetauscht werden müssen. Eine Umrüstung der Lichtanlage vor der gesetzlichen Pflicht sei nicht notwendig. Die betreffenden Windräder fallen auch dadurch auf, dass sie mit ihrer Turmhöhe von jeweils 85 Metern etwas kleiner sind als die andere, jüngere Anlage.
Ein weiterer positiver Nebeneffekt
Wie eine Unternehmenssprecherin weiter mitteilt, wurde in der Südpfalz nur wegen der Bundesvorgabe reagiert. Beschwerden von Anwohnern, die es hier und dort wegen der Lichter geben soll, seien ihnen jedenfalls nicht bekannt. Wobei die Umrüstung nicht nur Anwohner zufriedenstellen soll, sie soll auch dazu dienen, dass Autofahrer, die auf angrenzenden Straßen unterwegs sind, nicht mehr durch das Blinken abgelenkt werden.
Die bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung, wie das Ganze offiziell bezeichnet wird, funktioniert über sensorgesteuerte Transponder. Diese sind nach Angaben der Pfalzwerke in den Lampen von Windkraftanlagen verbaut und reagieren auf die Transpondersignale von Luftfahrzeugen. „Sobald der Transponder in der Windkraftanlage das Signal empfängt, dass sich ein Luftfahrzeug in einem Umkreis von vier Kilometern und einer Flughöhe von weniger als 600 Metern befindet, wird in Sekundenschnelle das Licht angeschaltet“, heißt es in der Presseerklärung.
Ein positiver Nebeneffekt: Durch diese bedarfsgerechte Steuerung werde zusätzlich die Lichtverschmutzung erheblich reduziert, wovon auch Pflanzen und nachtaktive Tiere profitierten.