Meinung
Wasserausfall in Rohrbach: So schnell und offen sollten Verwaltungen öfter handeln
Eine defekte Pumpe hat dazu geführt, dass Rohrbach mehr als einen Tag lang von der Wasserversorgung abgeschnitten war. Die Bürger mussten zum Duschen und Kochen in die Nachbardörfer. Ein Stresstest, den kaum einer bisher so erlebt haben dürfte.
Ein Netzzusammenbruch ist keine Alltäglichkeit
In Deutschland haben wir das Glück, dass der Staat die Wasserversorgung garantiert. Jeder Bürger kann darauf bauen, dass es frisch aus dem Hahn kommt und bei Ausfällen schnell gehandelt wird. Insofern ist die Kommune – wie im Fall Rohrbach die Verbandsgemeinde Herxheim – in der Pflicht. Sie muss auch dafür sorgen, dass bei einer Wasser-Krise die Bürger transparent und regelmäßig informiert werden – gerade wenn sich die Reparaturarbeiten wie in Rohrbach hinziehen.
Dass sich ein Familienvater aus dem Dorf ärgert, dass die Kommune erst verkündete, das Wasserproblem werde schon bald gelöst sein, dann aber zurückrudern musste, weil die Reparatur doch länger dauerte als angenommen, mag verständlich sein. Doch der komplette Netzzusammenbruch in Rohrbach ist keine Alltäglichkeit hierzulande, nicht nur deshalb eine knifflige Angelegenheit.
Ein typisches deutsches Verhalten
Wäre es besser gewesen, die Verwaltung hätte auf Zeitangaben mit Blick auf die Wiederherstellung der Wasserversorgung komplett verzichtet? Da wäre dann doch sicher der Vorwurf gekommen, man lasse die Bürger im Dunkeln, gehe das Problem nicht entschieden genug an. Es hat daher etwas typisch Deutsches, bequem aus der Ferne zu kritisieren, obwohl man selbst keine Ahnung hat von der Behebung des Problems. Im konkreten Fall konnte niemand vorhersehen, dass auch die Ersatzpumpe defekt ist und es somit weitere Verzögerungen geben würde.
Bürger dürfen und sollen Kritik an Verwaltungshandeln üben, es gibt in der Tat genug Irrsinn, der sich in deutschen Amtsstuben abspielt. Im Fall Rohrbach jedoch hat die Kommune auf ein Problem angemessen reagiert, nicht wie sonst behördentypisch gewartet und geschwiegen. Auch das sollten Bürger zur Kenntnis nehmen, statt dem schrägen Irrglauben anzuhängen, der Staat sei in jeder Sekunde dafür da, ihr Leben kommod zu machen.
